Volvo V40 Cross Country, BMW X1 x-Drive 28i, Klettergarten 45 Bilder Zoom

Volvo V40 Cross Country gegen BMW X1 x-Drive 28i: Allrad mit einer Prise Abenteuer

Trendsportler lassen sich nicht für bodenständige Kombis begeistern. Es soll schon etwas ausgefallener sein - wie BMW X1 und Volvo V40 Cross Country mit Allradantrieb und Turbomotoren.

Es spricht viel für den Volvo V40 Cross Country: Er sticht aus der Masse heraus. Er hat viele Sicherheitsextras an Bord. Er ist deutlich besser ausgestattet und gleichzeitig günstiger als die deutsche Premium-Konkurrenz. Damit wäre alles kurz und knapp gesagt - wenn nicht noch der BMW X1 zur Wahl stehen würde.

Mit Topmotorisierung treten sie gegeneinander an, der X1 als x-Drive 28i und der Volvo V40 Cross Country als T5 AWD. Beide sind schicke Modelle der unteren Mittelklasse, in denen man etwas höher sitzt. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen können sie einiges mitnehmen, ohne ein pragmatisches Transporter-Statement abzugeben. Zudem kombinieren sie Allradantrieb mit einem bärenstarken Benziner und Automatikgetriebe.

Volvo V40 Cross Country ist eher Schrägheck denn Kombi

Letztendlich ist der Volvo V40 Cross Country eine umfangreicher modifizierte Ausstattungslinie des V40. Der Buchstabe V steht bei den schwedischen Modellen traditionell für Kombi, was hier aber in die Irre führt: Schrägheck wäre die richtige Bezeichnung für den V40 mit seinem kleinen Gepäckabteil. Das vor allem auf den Rücksitzen beengte Raumangebot erinnert stark an die Kompaktklasse. Cross Country wiederum soll suggerieren, dass sich der Volvo notfalls über Stock und Stein, durch dick und dünn sowie auf und jenseits der Straße durchkämpft.

In Wahrheit kapituliert der Volvo V40 Cross Country im Gelände schon mangels ausreichender Bodenfreiheit vorzeitig. Cross Country verleiht eben nur den Anschein von Abenteuer. Volvo knüpft damit an den V70 von 1997 mit dem gleichen Namenszusatz an, doch der war noch ein robuster Naturbursche. Der V40 Cross Country dagegen tritt jetzt deutlich bürgerlicher auf – typisch in heutigen SUV-Kreisen.

Das gilt auch für den BMW X1, der trotz X im Namen schon äußerlich mehr an einen höhergesetzten Lifestyle-Kombi als an einen geländegängigen SUV erinnert. Die tiefe Sitzposition bestätigt diesen Eindruck. Folgerichtig verzichtet der hinterradfokussierte BMW weitgehend auf Kletterwerkzeuge; er bietet nur eine Bergabfahrhilfe und die bei Bedarf fix per Lamellenkupplung angekoppelte Vorderachse.

BMW X1 fährt hinterradbetont

Diese hecklastige Auslegung spürt man beim Kurvenräubern. Wer auch nur ein wenig Sinn für Fahrdynamik hat, wird seine reine Freude am X1 haben. Trotz seines etwas höheren Aufbaus fährt er sich in etwa wie ein 3er Touring. Er lenkt präzise ein, bleibt stets zielgenau, hilft sensibel mit dem Heck mit. Dabei bietet er jederzeit die Rückmeldung, die ein sicheres Gefühl beim Schnellfahren vermittelt.

Ein ums andere Mal zeigt BMW ein Händchen für eine gleichzeitig sportliche wie ausreichend komfortable Abstimmung der Feder-Dämpfer-Einheit – und das sogar ohne adaptive Stoßdämpfer. Wie anders wirkt dagegen der Volvo V40 Cross Country. Er ist übertrieben hart, nervt auf langen Strecken mit katapultartigen Hubbewegungen, und seine Lenkung vermittelt viel zu wenig Gefühl für die Vorderräder. Im Grenzbereich überwiegt der frontgetriebene Charakter; die hintere Achse greift zu spät ins Geschehen ein, um den Volvo V40 Cross Country in engen Kurven vor stärkerem Untersteuern zu bewahren.

Es sei denn, er bewegt sich auf topfebener Teststrecke. Hier und nur hier lässt der Volvo V40 Cross Country den BMW beim Umrunden der Hütchen hinter sich. Alleine man fragt sich: Wozu? Dem Cross Country wird die Sportlichkeit durch eine einseitige Fahrwerksabstimmung geradezu aufgezwungen. Dabei erwartet man von einem Fahrzeug dieser Klasse vor allem Komfort.

Den bietet der Volvo V40 Cross Country immerhin beim Antrieb. Sein Turbo-Fünfzylinder brodelt beim Beschleunigen tiefbassig, und die Sechsgangautomatik verkneift sich hektische Schaltarbeit. Doch scheint ein Teil der 254 PS im Wandler zu verschlupfen, denn ähnlich beeindruckenden Vortrieb wie der mit 245 PS sogar leicht schwächere BMW vermittelt der Volvo V40 Cross Country nicht – und fällt vor allem auf der unlimitierten Autobahn schnell ab.

Volvo V40 Cross Country brilliert beim Thema Sicherheit

Nein, aus fahrdynamischen Gründen entscheidet man sich wohl kaum für den Volvo V40 Cross Country. Seine Kernkompetenz liegt in der Sicherheitsausstattung; Assistenten für Spurhaltung- und -wechsel, Müdigkeitserkennung, Notbremsfunktion sowie Tempomat mit Distanzregelung gibt es für den X1 nicht. Zudem steht dieser selbst mit dem Sportline-Paket (1.900 Euro) geradezu nackt gegen den hochgerüsteten Volvo V40 Cross Country im Summum-Trimm da. Wer also möglichst viel Ausstattung fürs Geld erhalten möchte, muss – wie bereits eingangs erwähnt – zum Volvo greifen. Ebenso, wer einfach das prinzipiell günstigere Auto sucht.

Die bessere Alternative ist dagegen der X1. Er bietet mehr Platz und einen größeren Kofferraum, federt hochklassiger, tritt vehementer an, verbraucht zumindest marginal weniger und vermittelt deutlich mehr Fahrspaß. Auch dies ist, wenn man so will, eine kurze und knappe Kaufempfehlung – aber diesmal für den BMW.

Marcus Peters

Foto

Hans-Dieter Seufert
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