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VW Touran, Toyota Verso, Renault Scénic und Opel Zafira

Familienvans im Vergleich

VW Touran, Toyota Verso, Renault Grand Scenic, Opel Zafira Foto: Hans-Dieter Seufert 60 Bilder

Noch schneiden sich die nicht mehr taufrischen Modelle VW Touran und Opel Zafira das größte Zulassungs-Stück vom Van-Kuchen ab. Doch die Neuauflagen des Renault Grand Scénic und des Toyota Verso haben ebenfalls das Tortenmesser ausgepackt. Vergleich der Siebensitzer.

18.06.2009 Jens Dralle

Elternzeit, mehr Kindergeld und Betreuungsstätten für die Kleinen, das beinahe hypnotische Predigen der Familienministerin für mehr Nachwuchs - Kinder in die schwarz-rot-goldene Welt zu setzen scheint so attraktiv wie nie. Doch geht es um die Mobilität der Familie, wird es schnell kompliziert. Nicht nur die Frage nach dem optimalen Kinderwagen löst endlose Diskussionen aus, auch die Wahl des besten Familienfahrzeugs gerät anstrengender als Geburtsvorbereitungskurse für werdende Väter.

Falls der kleine Kombi zu wenig variabel, der Einstiegs-SUV ein wenig zu dick aufgetragen und der Kleinbus schlicht zu teuer erscheint, bleibt noch eine Reihe kompakter Vans, die im Falle nicht vorgesehener Entwicklungen während der Schwangerschaft auch als Siebensitzer geordert werden können. Bei den zu diesem Vergleich angetretenen Probanden gehört die dritte Reihe jedoch nur im Opel Zafira und Toyota Verso zum Serienumfang - bei Letzterem aber nur ab der Ausstattung Life. VW verlangt beim Bestseller Touran 700 Euro, Renault beim soeben ins Rennen um die Gunst der Käufer geschickten Grand Scénic ebenfalls 700 Euro Aufpreis (Hier geht es zum Fahrbericht Renault Grand Scénic).

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Vergleichstest Opel Zafira, Renault Grand Scénic, Toyota Verso, VW Touran
auto motor und sport 13/2009
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Renault Grand Scénic als neuer Herausforderer

Opel kam 1999 als Erster auf die Idee mit den vollständig versenkbaren Sitzen, deren Funktionsprinzip sich auch in der seit 2005 angebotenen zweiten Generation des Zafira nicht geändert hat. Geradezu spektakulär mutet es an, wie die beiden Einzelsitze aus ihrer Versenkung wirbeln. Die beiden zusätzlichen Plätze können für kürzere Strecken sogar Erwachsenen zugemutet werden. Doch bis ganz hinten überhaupt jemand Platz nehmen kann, muss zuerst der sperrige Gepäckraumboden entnommen, die Sitzfläche der mittleren Bank hochgeklappt und das ganze Paket an die Vordersitzlehnen gerückt werden - umständlicher geht es nicht. Erzfeind VW wartet in Reihe zwei mit drei Einzelsitzen auf. Diese lassen sich nicht nur individuell längs verschieben, sondern - nach dem Ausbauen des Mittelsitzes - nach innen versetzt montieren.

Der Renault kann das trotz der Einzelsitzkonfiguration nicht. Seine Stärken liegen im Sitzkomfort auf allen Plätzen und den kleinen Nettigkeiten im Heck wie Sonnenschutzrollos, vielen Ablagen, zum Teil mit Deckel. Der Toyota trumpft dagegen mit einer Art Easy-Entry-Funktion der äußeren Sitze der zweiten Reihe auf - einfacher gelangt man in keinem der Testwagen auf die Rücksitze. Beim Sitzkomfort schwächelt der auf dem Toyota Auris basierende Verso wiederum. Seitenhalt ist nur rudimentär vorhanden, und die Polsterung gewährt dem Rücken so viel Unterstützung wie eine Familienpackung Pampers. Ganz anders der Renault, dessen Ledersitze der Luxe-Version mit so genannten Relax-Kopfstützen versehen sind. Ausreichend straff gepolstert, geben die breiten Sitze in den beiden ersten Reihen keinen Grund zu meckern.

Opel Zafira und VW Touran mit guten Sitzen

Die beiden Deutschen umklammern ihre Passagiere mit sehr gut ausgeformten Sportsitzen, die in den Versionen Sport (Opel) und Highline (VW) zum Serienumfang zählen. Die Fondpassagiere können sich ebenfalls über die besten Sitze im Vergleich freuen. Der Renault muss hier Federn lassen, da die breiten Sessel sehr weit außen angebracht sind und die Seitenflächen der Karosserie sich nach oben stärker verjüngen als bei den Wettbewerbern. Daher kommt es bei großen Mitfahrern schnell zu Kopfkontakt. Dank der Kastenform passiert das im Touran nicht, dessen Interieur nicht nur viel Platz, sondern auch die beste Funktionalität bietet. Einzig der etwas tief sitzende Touchscreen-Monitor könnte dem VW angekreidet werden. Der Opel erlaubt sich einen fummeligen Tempomaten im Blinkerhebel, der beim Richtungswechsel gerne mitbedient wird.

Gemäß seiner französischen Herkunft nimmt sich der Grand Scénic bei der Bedienung deutlich mehr gestalterische Freiheiten. Ein mittig platziertes, in diversen Farbkombinationen illuminierbares TFT-Display informiert neben Geschwindigkeit und Drehzahl über unzählige Funktionen. Auch der Verso leistet sich mittig angeordnete Instrumente, die aufgrund ihrer analogen Ausführung besser ablesbar sind als die des Franzosen - für die Miniatur-Anzeigen der Klimaautomatik und des Radios gilt das jedoch nicht (Hier geht es zum Fahrbericht des Toyota Verso).

Der Opel Zafira zeigt sich besonders dynamisch

Beim Fahrverhalten orientiert sich der Japaner dagegen am VW. Stoisch und mit leichtem Untersteuern ziehen beide ihre Bahn; völlig unerheblich, ob die Fahrbahn nass oder trocken ist. Ist der junge Vater am Steuer etwas zu dynamisch unterwegs, bremst ihn das ESP sanft ein. Das gilt prinzipiell auch für den Renault, der wegen seiner komfortbetonten Fahrwerksabstimmung im Grenzbereich etwas stärkere Karosseriebewegungen zeigt. Auch das Heck drängt bei Lastwechseln leicht nach außen. Daher benötigt er im Ernstfall mehr Straßenbreite als die Wettbewerber. Gut beherrschbar bleibt der Grand Scénic dennoch.

Als dessen krasses Gegenteil entpuppt sich der Zafira. Keiner der Vans klebt so präzise und lange am Kurveninnenrand wie der Opel, mit keinem der vier lassen sich derart hohe Kurvengeschwindigkeiten erzielen, bis selbst Papi - oder Mami - am Steuer schwindelig wird. Präzises Einlenken, minimales Untersteuern, wenn der Grenzbereich ins Jenseits verlassen wird, kaum eine Lastwechselreaktion. Die Sport-Version wartet mit einer härter abgestimmten Hinterachse und strafferen Dämpfern auf, zusätzlich steht der Testwagen auf besonders sportlichen Reifen. Gegen Aufpreis ist überdies ein elektronisch geregeltes Fahrwerk lieferbar. Den Eltern mag das Spaß machen, den Kindern schlägt die mögliche Querbeschleunigung eventuell schnell auf den Magen.

Um den Fahrkomfort ist es naturgemäß eher schlecht bestellt. Der Zafira federt nicht nur hart, Querfugen und kurze Bodenwellen schlagen auch bis in die Lenkung durch. Dazu dringen laute Polter- und Abrollgeräusche in den Innenraum. Im Renault herrscht dagegen Ruhe, er federt alle Unebenheiten in Grund und Boden, begleitet von etwas ausgeprägteren Wankbewegungen der Karosserie. Im beladenen Zustand lässt das Schluckvermögen der Renault-Federung jedoch nach. Umgekehrt der Touran: Dessen Komfort bessert sich mit Ladung, leer pariert der VW speziell kurze Wellen etwas harsch. Insgesamt ist VW der beste Kompromiss gelungen - von dem der Toyota nicht weit entfernt ist.(Der VW Touran im Vergleichstest)

Der Toyota Verso glänzt mit geringem Verbrauch

Einzig mit Beladung wippt der Japaner bei langen Bodenwellen unangenehm nach, droht andererseits bei kurzen Wellen auf Block zu gehen. Mit der sehr leichtgängigen Lenkung lassen sich erforderliche Korrekturen nur unpräzise ausführen. Dafür setzt der Japaner beim Getriebe Maßstäbe. Mit dem griffgünstig platzierten Schalthebel lässt es sich spielend leicht durch die Sechsgang-Box zappen, die mit kurzen und präzisen Wegen glänzt. Gut so, denn dem 147 PS starken Benziner fehlt es an Kraft bei niedrigen Drehzahlen. Dafür glänzt der Japaner mit geringem Verbrauch.

Der Opel gönnt sich dagegen einen ganzen Liter mehr. Besonders enttäuschend: der neu konstruierte, aufgeladene 1,4- Liter-Benziner des Renault, der zwar spürbar mehr Durchzug bietet, im Test aber am meisten schluckt. Da hilft auch die Schaltpunktanzeige des Franzosen wenig. VW verzichtet ganz auf diese Art von Spritsparhilfe. Durch das üppige Drehmoment von 220 Newtonmetern, das schon bei 1.250 Umdrehungen anliegt, wird das Triebwerk weniger gefordert; im Zweifelsfall bleibt einfach der höhere Gang eingelegt, was angesichts der etwas hakeligen Schaltung nicht schwerfällt. Beim Verbrauch kann sich der VW allerdings nur in der Normrunde mit einem mageren Zehntelliter vom überraschend knausrigen Toyota absetzen.

Leider sparen die japanischen Ingenieure nicht nur am Treibstoffkonsum, sondern auch an der Verarbeitung. Speckige Kunststoffe, die teils schlecht eingepasst sind, werden erneut dem Ruf der Marke nicht gerecht. Zumal sich das auch nicht in einem besonders günstigen Preis äußert. Das Kostenkapitel entscheidet - trotz des hohen Verbrauchs - knapp der sehr gut verarbeitete Renault für sich. Ganz nüchtern betrachtet schnürt allerdings VW das beste Gesamtpaket in diesem Vergleich, das Eltern und Kindern beim Auspacken gleichermaßen Freude bereitet.

Fazit

1. VW
485 Punkte

Mit dem TSI-Motor bietet der hochwertige VW einen wirtschaftlichen Antrieb, der mit viel Drehmoment verwöhnt. Das pragmatische Kasten-Design bringt Punkte beim Platzangebot.

2. Toyota
457 Punkte

Sein durchdachter Sitzmechanismus, die knackige Schaltung und der sparsame Antrieb sprechen für den Verso. Der günstige Verbrauch wird mit schwachem Durchzug erkauft.

3. Renault
450 Punkte

Würde der komfortable, günstige und pfiffige Grand Scenic nicht so unanständig trinken, könnte er dem VW näher auf die Pelle rücken.

4. Opel
443 Punkte

Die Stärke des Zafira ist das Handling, was jedoch zu hohe Einbußen beim Komfort zufolge hat. Der Punktabstand zu den moderneren Konkurrenten bleibt gering.

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Technische Daten
VW Touran 1.4 TSIToyota Verso 1.8 ValvematicRenault Grand Scénic TCe 130Opel Zafira 1.8
Grundpreis28.625 €28.950 €26.450 €27.470 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4407 x 1794 x 1635 mm4440 x 1790 x 1630 mm4573 x 1845 x 1675 mm4467 x 1801 x 1635 mm
KofferraumvolumenVDA695 bis 1989 L484 bis 1740 L785 bis 2083 L140 bis 1820 L
Hubraum / Motor1390 cm³ / 4-Zylinder1798 cm³ / 4-Zylinder1397 cm³ / 4-Zylinder1796 cm³ / 4-Zylinder
Leistung103 kW / 140 PS (220 Nm)108 kW / 147 PS (180 Nm)96 kW / 130 PS (190 Nm)103 kW / 140 PS (175 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h190 km/h190 km/h197 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,8 s10,4 s10,7 s11,5 s
Verbrauch7,4 L/100 km7,0 L/100 km7,3 L/100 km7,6 L/100 km
Testverbrauch9,5 L/100 km9,4 L/100 km10,8 L/100 km10,4 L/100 km
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