VW Eos gegen Volvo C70: Blech-Strähne

Es sieht schick aus, ist gut ausgestattet und hat ein Blechdach. Aber verdient das neue Cabrio von Volvo auch seinen Premiumanspruch? Ein Vergleich des C70 mit dem aufstrebenden VW Eos bringt es ans Licht.

Warum sich mit einem Cabrio begnügen, wenn man zugleich ein Coupé haben kann? Knifflige Frage, aber so viel steht zumindest fest: Bei Bedarf unter einem festen Dach zu sitzen, ist vielen Menschen offenbar wichtiger als klassische Cabrio-Romantik. Das zeigt der Erfolg der Cabrio-Coupés.

Die so genannten CC-Derivate sprießen aus dem Boden wie die Pilze – man bekommt sie kleiner oder größer, zwei- oder viersitzig, eher schlicht oder aufwendig. Nur die Premium-Marken hielten sich bislang zurück, denn wer beim Kauf eines viersitzigen Cabrio-Coupés auf ein prestigeträchtiges Fabrikat Wert legt, der wird zurzeit nur bei Volvo fündig.

C70 heißt der Beitrag der Schweden, basierend auf der bekannten S40-Limousine, aber technisch mit allen CC-Wassern gewaschen. Doch ist er sein Geld wert? Immerhin charakterisiert den CC-Käufer eine eher sachliche Sicht der Dinge. Und sachlich gesehen ist der neue Eos ebenfalls nicht zu verachten, mit dem VW im CC-Segment ja auch ein bisschen was Besseres sein möchte. Zugegeben, der Eos ist zierlicher als der C70, aber sein Dach lässt selbst das dreiteilige Wunderwerk, das den Volvo krönt, bescheiden aussehen. Welches Cabrio hat schon ein Glasschiebedach? 30 200 Euro kostet dieser Frischluft- VW, wenn man ihn mit dem 200 PS starken Turbo-FSI-Benziner bestellt – nicht wenig für ein Auto mit den Genen eines Golf, aber wohlfeil im Vergleich zum Volvo. Als C70 T5 mit 220 Turbo-PS kostet der nämlich mindestens 41 200 Euro, und so wie ihn Volvo zum Test schickte, in der noblen „Summum“-Variante, sind sogar 43 500 Euro fällig. Dafür steht dann allerdings auch ein veritables Prunk-Cabrio vor der Tür, dessen Ausstattung unter anderem mit Lederpolstern, elektrischer Sitzverstellung, CD-Radio, Einparkhilfe und Bi-Xenon-Scheinwerfern den vollen Verwöhnkomfort bietet. Wollte man sich den Eos entsprechend luxuriös herausputzen, würde sich die Rechnung um 7200 Euro erhöhen.

Den Raumkomfort des Volvo bekommt der VW-Kunde freilich nicht einmal gegen Aufpreis. Der C70 ist nicht nur außen eine Nummer größer, sondern auch innen, was sich vor allem hinten bemerkbar macht.

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Wolfgang König

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