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VW Golf GTI und Golf GTD im Test

Welcher Volks-Sportler hat mehr Talent?

VW Golf GTI vs Golf GTD Foto: Hans-Dieter Seufert 33 Bilder

Der VW Golf GTI – Fahrdynamiker lieben ihn: Doch droht Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Ist der VW Golf GTD mit dem vernünftelnden Diesel am Ende der bessere GTI? Das klärt unser Test.

05.05.2010 Marcus Peters

Selbst in der eigenen Familie wollen sie ihm ans Leder. Ihm, dem VW Golf GTI, everybodys darling. Konkurrenz droht in Form des Golf GTD als Diesel-GTI – er spielt sich als die vernünftigere Form des etwas unvernünftigen Golf auf. Doch Versuche, ihm an den Karren zu fahren, hat der GTI schon mehrfach erfolgreich abgewehrt. Er weiß, wie man Gegner ausspielt, umdribbelt und auch vorführt. Und er kennt keine Verwandten, wenn es darum geht, Hauptmann der Kompakt-Räuber zu bleiben.

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Doppeltest VW Golf GTI und Golf GTD
auto motor und sport 03/2010
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VW Golf GTI vs. VW Golf GTD 4:30 Min.

VW Golf GTI oder GTD: Beide VW-Modelle weichen kaum voneinander ab

Der VW Golf GTD (der Golf GTD im Einzeltest) geht hart zur Sache, nutzt geschickt die Vorteile des Mimikry, der Nachahmung. Bei der Machart weichen beide kaum voneinander ab: Golf-Karosserie plus Insignien der Sportlichkeit plus drahtige Lenkung plus straffes Fahrwerk plus starker Motor ergibt im einen Fall den Golf GTI und im anderen den Golf GTD. Dabei ist Letzterer im Vergleichstest einen Hauch unauffälliger unterwegs; ihm fehlen die roten Zierstreifen im Kühlergrill ebenso wie die rot lackierten Bremssättel, und er trägt nur ein verschämtes Doppel-Endrohr statt jeweils eins links und rechts.

Beide sind erfüllbare Träume, keine unerreichbaren Versuchungen, nicht Hobby und nicht Spielzeug, sondern verlässliche Kumpel. Andererseits gestaltet ihr Hauch Andersartigkeit die Alltagsfahrten schon so spannend, dass man nicht erst am Wochenende ausbrechen muss. Dabei knurrt der VW Golf GTD fast wie ein VW Golf GTI, überspielt per elektronisch gesteuertem Resonator gekonnt sein unsportliches Nageln und kleistert es mit dem Ansaug-Brodeln eines Benziners zu. Bis über einen weiten Drehzahlbereich gelingt dieses Täuschungsmanöver hervorragend, erst über 4.000/min drängt sich in unserem Test das harte Laufgeräusch in den Vordergrund.

Der Spaßbereich des Golf GTI-Motors ist doppelt so breit

Denn natürlich werkelt ein Zweiliter-TDI unter der Vorderhaube, der stärkste Vierzylinder-Diesel in der Golf-Familie. Im Vergleich zum GTI mit 210 PS bringt er es zwar nur auf 170 PS, übertrifft ihn aber beim Drehmoment deutlich: 350 zu 280 Nm. Mit der hohen Erwartungshaltung der Durchzugs-Autorität tritt der Golf GTD unseren Test an, schiebt bei vollem Ladedruck wuchtig an. Dann stehen schon mindestens 2.000/min auf der Uhr; darunter verschluckt das Turboloch sämtliche Ambitionen - 1,5 bar wollen sich erst einmal sammeln. Und über 4.500/min ist die Schubwelle schon wieder abgeritten, weil dann die prinzipbedingte Dreh-Unwilligkeit des Selbstzünders die Kurbelwelle hemmt.

Schwer vorstellbar, dass ein VW Golf GTD jemals in knisternder Erinnerung bleiben wird. Oder dass man in bierseliger Runde jemals Sätze über ihn mit „weißt du noch“ einleitet - so wie über den GTI (Einzeltest des VW Golf GTI). Schon der Spaßbereich seines Motors ist doppelt so breit, beginnt knapp über Leerlaufdrehzahl und endet jenseits 6.000/min. Wenn er zur Attacke anblasen soll, lässt sich der kleine Lader nicht lange bitten. Der Zweiliter-Turbo legt fast so elastisch wie ein Bigblock los. Nur beim Ansprechverhalten merkt man, dass tatsächlich ein Schaufelrad zum Fördern der Ansaugluft bewegt werden muss.

Großer GTI/GTD-Test: In der Elastizitätswertung sorgt der Golf GTI für eine Überraschung

Autoritär startet der Golf GTI durch, das Drehmoment-Erlebnis gleicht dem eines TDI.
Gleichzeitig hängt der Benziner deutlich wacher am Gas. Dieses lustvolle Marschieren quer durchs Drehzahlband wird ein VW Golf GTD-Fahrer nie erleben. Dass der stärkere GTI besser beschleunigt, ist schnell klar. Aber beim Blick auf die Messwerte zeigt sich eine echte Überraschung: In der Elastizitätswertung versetzt er dem GTD einen schmerzhaften Stoß, zieht besser durch als der Diesel. Das hätte wohl niemand erwartet.

Auf der fliehkraftintensiven Runde verlangen beide Volkssportler von ihren Test-Fahrern nicht zwingend Fahrtrainings, um sich an den Grenzbereich heranzutasten. Sie halten vertrauensbildende Zwiesprache mit ihren Piloten, weisen sie mit späten, aber effektiven ESP-Eingriffen auf den Übergang vom Grip zum Slip hin. Bei den aktuellen Modellen lässt sich übrigens lediglich die Traktionskontrolle und nicht die Fahrdynamikregelung abschalten. Im Vorwärtsdrang fühlen sich aber maximal Rennstrecken-Räuber gebremst.

VW Golf GTD nicht ganz so dynamisch

Der VW Golf GTI dreht ein, ohne nachzudenken. Zackig, spontan, allzeit bereit. Dagegen scheint der VW Golf GTD erst kurz zu überprüfen, ob das Fahrmanöver tatsächlich nutzbringend sein könnte, benötigt ausführlichere Kommandos. Seine Front lenkt etwas behäbiger ein, was sich in den Zeiten bei den Fahrdynamik-Tests zeigt. Und während der TDI noch nach Ladedruck fahndet, stemmt sich der Benziner schon wieder aus dem Scheitelpunkt und fliegt aufs nächste Eck zu.

Bruder Diesel versucht ihm zu folgen, so gut es geht, muss viel geschaltet und seine Gänge ausquetscht werden. Doch je höher seine Motivation steigt, umso mehr schweifen die Vorderräder vom rechten Weg ab, verlieren die Gummis schabend an Haftung, schiebt das schwerere Triebwerk Richtung Kurven-Außenseite. Nur 54 Kilogramm bringt der Selbstzünder mehr auf die Waage, doch sie scheinen an der fahrdynamisch ungünstigsten Stelle versammelt, lassen den VW Golf GTD etwas stuckeriger auf Querfugen reagieren und sorgen für eine geringere Zuladung.

Beim Test-Verbrauch kann der VW Golf GTD Punkte sammeln

So ist in der Eigenschaftswertung für den VW Golf GTD wenig zu holen. Erst im Umwelt-Kapitel punktet er mit seinem niedrigeren Verbrauch. Gleiches gilt für die Kraftstoff-Kosten – neben der höheren Reichweite der einzige Vorteil, der ihm bleibt. Doch traditionell sind die Diesel-Modelle bei Grundpreis und Kfz-Steuern teurer, so auch der Golf GTD. Am Ende reichen die Vernunftspunkte nicht aus, das Fahrspaßmanko auszugleichen. Der wahre VW Golf GTI ist und bleibt eben er selbst.

Fazit

1. VW Golf GTI
510 Punkte

Erneut wehrt der GTI als kompakter Chef-Dynamiker einen Angriff ab. Er verbindet die Wildheit früher Tage mit der Ab-geklärtheit der sechsten Generation, kombiniert einen feurigen Zweiliter-Turbo mit zackigem Einlenkverhalten bei gleichzeitigem Langstrecken-Komfort. Zu Recht spricht man immer noch von der GTI-Klasse.

2. VW Golf GTD
503 Punkte

Der sparsame GTD bleibt der GTI für Vielfahrer. Er bietet ansprechende Fahrleistungen, agiles Handling und guten Komfort - doch alles eine Stufe unter dem GTI. Wie man es auch dreht, stets steht der Gedanke des Nutzens vor dem des Spaßes. Noch ist ein Diesel weit von einem Sportmotor entfernt.

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Technische Daten
VW Golf GTDVW Golf GTI
Grundpreis29.335 €28.485 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4213 x 1786 x 1469 mm4213 x 1786 x 1469 mm
KofferraumvolumenVDA350 bis 1305 L350 bis 1305 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung125 kW / 170 PS (350 Nm)155 kW / 210 PS (280 Nm)
Höchstgeschwindigkeit222 km/h240 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,1 s6,9 s
Verbrauch5,1 L/100 km7,3 L/100 km
Testverbrauch7,4 L/100 km9,7 L/100 km
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