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VW Golf von Abt, MTM, Raeder, Sportec und Wendland

Fünf getunte VW Golf 1.4 TSI im Vergleich

Abt, MTM, Raeder, Sportec, Wendland VW Golf 1.4 TSI Foto: Achim Hartmann 16 Bilder

Fünf VW Golf sausen ums Eck, als wären es GTI. Doch unter der Haube haben sie nur den 1,4-Liter-Benziner nach dem Downsizing-Konzept - von Abt, MTM, Raeder Motorsport, Sportec und Wendland getunt. Als Referenz dient ein Serien-Golf.

18.05.2009 Marcus Peters

Natürlich will heute jeder sparen. Beim Verbrauch, bei der Steuer, beim Kaufpreis sowieso. Doch bei der Leistung eher nicht. Wie wäre es mit einer Kombination aus Mini-Motor und Tuning? Ein VW Golf 1.4 TSI mit Leistungssteigerung, eine Art Zeitgeist-GTI. Der Markt ist bereit für einen krisenkompatiblen Power-Golf.

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Vergleichstest: Fünf getunte VW Golf 1.4 TSI VW Golf 1.4 TSI Abt, MTM, Raeder, Sportec, Wendland
auto motor und sport 10/2009
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VW Golf GTI VI 4:08 Min.

Fünf VW Golf vom Tuner

Im Test messen sich die Tuner Abt, MTM, Raeder Motorsport, Sportec und Wendland. Alle nehmen den doppelt aufgeladenen 1,4-Liter-Vierzylinder von VW zur Basis, setzen dessen Turbolader (nicht jedoch den vorgeschalteten Kompressor) per geänderter Motorsteuerung unter erhöhten Druck und pressen aus ihm statt der serienmäßigen 160 PS zwischen 200 und 210 PS. Das kostet von 980 bis 1.550 Euro. Mit bis zu 210 PS könnte man im dezenten 1.4 TSI als Inkognito-GTI unterwegs sein. Doch die meisten Tuning-Kunden begehren mächtige Räder.

Abt wählt 18, die anderen 19 Zoll große Felgen. Samt 225er- oder sogar 235er-Bereifung füllen sie die Radhäuser im Gegensatz zu den serienmäßigen 16-Zöllern fast bis zur Außenkante. Im Falle des MTM gehen die Gummi-Walzen in der Hockenheimer Sachskurve sogar auf Tuchfühlung mit der Radhaus-Verkleidung. Sportec und Raeder legen über ein Gewindefahrwerk tiefer, Raeder kombiniert Federn und Dämpfer von KW mit härteren Stabilisatoren. Eine teure Lösung, die den Golf zu einer Art Renn-GTI macht. Er reagiert äußerst direkt, fast schon nervös auf Spurwechsel, lenkt zackig ein und ist dabei so steif, dass er auf Rennstrecken-Curbs sogar abhebt.

Fahrdynamik pur, wenig Komfort

Abroll-Komfort fürs Fahren in der Stadt bleibt kaum, über Land dagegen federt der Raeder ordentlich. Abt, MTM und Wendland wechseln nur die Fahrwerksfedern, bauen kürzere und härtere ein. Im Falle des Abt harmonieren sie gut mit den serienmäßigen Stoßdämpfern, nur auf derben Bodenwellen versetzt er leicht. Die Hinterachse des MTM gibt auf schlechten Autobahn-Passagen unangenehme Katapultstöße mit, der Wendland geht an der Vorderachse auf Block; ihm reicht der Federweg nicht aus. Selbst auf Fernreisen ist der Komfort des Sportec noch erträglich, was umso erfreulicher ist, als er bei den Fahrdynamik-Tests das Tempo vorgibt. Beim zackigen, schnellen Spurwechsel (ISO-Wedeln) hat er die schweizerische Ruhe weg, reagiert trotzdem wachsam auf jede Lenkbewegung. Besser kann es sich der Sportfahrer mit kleinem Budget kaum wünschen. Ähnliches gilt für den Abt, allerdings lenkt er nicht ganz so radikal ein. 

Serien-Golf als Referenz

Auch der MTM wedelt eifrig durch die Pylonen und bleibt spurstabil, lässt sich aber bei abgeschalteter Fahrdynamikkontrolle zum Übersteuern bewegen. Das so enthemmte Heck gleicht die angeborene Untersteuer-Neigung des Serien-Golf aus. Dieser absolviert als Referenz und damit Sechster im Bunde den Vergleichstest mit. Den Kleinen Kurs in Hockenheim umrundet der 1.4 TSI unaufgeregt und sicher; nach einer fliegenden Runde bleibt die Stoppuhr bei 1.24,48 Minuten stehen.

Getunte Kompaktsportler auf Pistenausflug

Alle sechs Autos gehen mit Fahrer und Beifahrer sowie vollem Tank ins Rennen. Sportreifen sind in diesem Test nicht erlaubt, auch der Luftdruck bleibt auf dem Niveau der Herstellerangabe; er wird selbst bei warm gefahrenen Reifen nicht abgesenkt, wie es bei Rennen üblich ist. Damit schöpfen die Autos zwar nicht ganz ihre theoretischen Möglichkeiten aus, doch auto motor und sport stellt mit diesem Vorgehen den Pistenausflug des Hobby-Piloten realistisch nach. Mit seinen Schalensitzen von Recaro zieht es den Raeder geradewegs auf die Strecke.

Die Tuning-Golf potenzieren den Fahrspaß

Schnell zeigt sich, was für alle fünf Getunten gilt: Im Vergleich zur Serie potenziert sich der Fahrspaß. Dank Sport-Bremsbelägen lässt sich der Bremspunkt fadingfrei weit nach hinten verlagern. Beim Einlenken verlieren die Dunlop-Reifen allerdings überraschend früh an Seitenführung. Beim Herausbeschleunigen am Kurvenausgang bricht die Leistung ein - wie schon bei den Beschleunigungs-Tests. Das Motorkennfeld scheint unsauber abgestimmt, zumal der Raeder auch noch beim Verbrauch negativ auffällt.

Erfolgserlebnisse garantiert

Dank seinem neutral agierenden Fahrwerk unterbietet der Raeder mit 1.21,37 die Rundenzeit des Serien-Golf trotzdem deutlich, bleibt aber unter seinem Potenzial. Das schöpft der komfortablere Abt aus. Seine Auslegung überfordert selbst den Rennstrecken-Neuling nicht; Erfolgserlebnisse sind garantiert. Die Stoppuhr zeigt in Hockenheim 1.21,25 Sekunden an. Unglaublich motiviert katapultiert sich der Sportec aus der Ecke, unterbietet die Zeit des Abt um etwa eine Sekunde - auch dank der unerbittlichen Vorderbremse (Sattel ähnlich Porsche 993 Turbo).

Das Paket wäre eine echte Empfehlung, wenn das Doppelkupplungsgetriebe DSG beim Herunterschalten nicht so unangenehm rucken würde. Wendland bremst mit der Serienanlage und liegt auf der Piste etwas hinter dem Sportec. Dafür entfaltet sich die Leistung spektakulär; übers Drehzahlband verteilen sich diverse Leistungs-Peaks. Ebenso wie der Sportec benötigt der Wendland auf der umfangreichen Verbrauchsrunde von auto motor und sport nur 0,6 Liter Benzin mehr als der Serien-Golf, der MTM eineinhalb. Obwohl er nicht so gut beschleunigt wie der Sportec, brennt ihm der MTM in Hockenheim noch einmal zwei Zehntel auf den Pelz und ist damit der Schnellste auf der Rundstrecke. Doch für den Sieg im Vergleichstest disqualifizieren ihn die schleifenden Reifen.

Abt VW Golf bietet bestes Gesamtpaket

Nur Abt liefert ein gelungenes Tuning-Paket ohne Wenn und Aber. Es ist zwar etwas teurer, doch dafür stimmig - kein Ruckeln, kein Schleifen, kein Quietschen. Der Golf aus dem Allgäu geht wie der Teufel und ist sowohl auf als auch jenseits der Rennstrecke leicht zu fahren. So lassen wir uns einen Ersatz-GTI gefallen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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