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VW Phaeton

Besser als die S-Klasse?

VW will mit dem Phaeton die Marktstrukturen in der Oberklasse aufbrechen. Ob dieses Ziel realistisch ist, zeigt ein erster Vergleich mit der S-Klasse von Mercedes.

24.05.2002

Soweit läuft es bestens für den Phaeton. Das Auto ist in aller Munde, das Publikum nimmt gebührend Notiz, und selbst die skeptisch ein-gestellte Journaille nörgelt nur verhalten. Mag er bisweilen auch noch auf Unkenntnis („der neue Passat?“) oder Bosheit („Blähton“) stoßen, die Feuertaufe hat der teuerste VW aller Zeiten bestanden. Bleibt nur noch die Frage, ob er auch gegen jenen Konkurrenten anstinken kann, den sich Phaeton-Erfinder und Ex-VW-Chef Ferdinand Piëch ausgesucht hatte: die S-Klasse von Mercedes. S-Klasse-Qualitäten, aber zum günstigeren Preis, versprach dereinst Piëch, der Ehrgeizige, und im Fall des Phaeton W12 heißt das S 600-Niveau. Inzwischen ist zumindest eines klar: Von einem Sonderangebot kann keine Rede sein. Das Testauto mit der Chefsesselgarnitur (zwei Einzelsitze im Fond) kommt ohne weitere Extras auf 104‑100 Euro, soviel wie sieben Basis-Golf. Mercedes verlangt für den S 600 inklusive der aufpreisbehafteten Einzelrücksitze jedoch 118‑546 Euro – das ist zwar deutlich mehr, aber nicht so viel mehr, dass es in der Luxusklasse eine entscheidende Rolle spielte. Zumal Mercedes eine Menge Ausstattung hineinpackt – vom Navigationssys-tem bis zum integrierten Garagentoröffner, da ist viel drin, wenngleich auch der Phaeton-Käufer nicht zu kurz kommt. Der Rest findet sich bei beiden in der Liste teilweise exotisch anmutender Extras. Auf einen verlängerten Radstand muss man bei VW jedoch verzichten, dagegen liefert Mercedes den S 600 ausschließlich in der Langversion. 20 Zentimeter weniger Abstand zwischen den Achsen sind denn auch ein Handikap des Phaeton, dessen Auswirkung sich weder übertünchen noch wegdiskutieren lässt. Wer sich vorwiegend im Fond aufhält, ist mit dem gestreckten S 600 objektiv besser bedient. Einziger Nachteil: Die erhebliche räumliche Distanz erschwert schon mal die Kontaktaufnahme mit dem Fahrer. Fairerweise sei aber hinzugefügt, dass die Raumfülle des Mercedes den VW nicht automatisch zur Sardinenbüchse degradiert. Auch im Phaeton lässt es sich gut räkeln, zumal die elektrisch in alle Richtungen verstellbaren Sitze im Vergleich zum harten S-Klasse-Gestühl mit mehr Komfort und besserem Halt aufwarten. Was die Unterbringung von Hab und Gut betrifft, so gelten auch in der Luxusklasse bürgerliche Maßstäbe: Mehr als in einen VW Bora passt weder beim Phaeton noch beim S 600 in den Kofferraum (500 Liter), und auch bei den Goldbarren heißt es sich einzuschränken – Zu-ladung: 430 (VW) und 419 (Mercedes) Kilogramm. Ansonsten gilt: Luxus ist nicht nur Raum, sondern vor allem das, was auf neudeutsch Wellness heißt. Und wellness-mäßig gibt es zurzeit kaum ein Auto, das dem Phaeton das Wasser reichen könnte, nicht einmal die Königsklasse von Mercedes. Man muss nur hineinschauen – hier weiches Leder (das wie Leder aussieht), exquisite Ziermaterialien, raffinierte Details und elegantes Design, so weit das Auge reicht, da wahllos verteiltes Alibiholz (das wie Kunststoff aussieht), triste Funktionali-tät, verstreute Schalter und Taxi-Ambiente. Wo einsteigen? Keine Frage. Da trifft es sich gut, dass der Phaeton auch nach dem Platznehmen hält, was er optisch verspricht. Fahrer und Mitfahrer erwartet ein Komforterlebnis der Kategorie Abrahams Schoß.

Fazit

1. VW - Phaeton W12 4Motion 4-sitzig
521 Punkte

Der Phaeton ist nicht nur Luxus, er bietet auch Luxus: Reisekomfort und Ausstattung sind vom Feinsten. Hinzu kommt der Vorteil des Allradantriebs. Weniger erfreulich: der hohe Verbrauch und das träge Handling in Kurven.

2. Mercedes S 600 L
518 Punkte

Mehr Platz im Fond und bessere Fahreigenschaften sind seine wesentlichen Vorzüge. Aber der Qualitätseindruck enttäuscht, der Geräuschkomfort ist bescheiden, und mangels Traktion ist die Leistung nur bei schönem Wetter nutzbar.

Technische Daten
VW Phaeton W12 4Motion 4-SitzerMercedes S 600 L
Grundpreis110.250 €114.956 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5055 x 1903 x 1450 mm5158 x 1855 x 1444 mm
KofferraumvolumenVDA500 L500 L
Hubraum / Motor5998 cm³ / 12-Zylinder5786 cm³ / 12-Zylinder
Leistung309 kW / 420 PS (550 Nm)270 kW / 367 PS (530 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,1 s6,3 s
Verbrauch15,7 L/100 km13,5 L/100 km
Testverbrauch17,3 L/100 km15,8 L/100 km
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