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VW Phaeton gegen Lexus LS 460

Schwere-Los

Foto: Hans-Dieter Seufert 21 Bilder

Leicht haben es Herausforderer in der Luxusklasse gegen die etablierte Konkurrenz nicht. Außenseiter wie Lexus LS 460 und VW Phaeton V8 setzen dennoch beharrlich den Fuß in die Tür. Welchem gelingt es besser?

08.08.2007 Klaus-Ulrich Blumenstock

Ergänzungsspieler heißen in einem Fußball-Ensemble jene Kräfte, auf die kein erfolgreicher Trainer verzichten kann. Meist verfügen sie über die gleichen Qualitäten wie die etablierten Stars, schaffen es aber nur selten, aus deren Schatten zu treten. In einer solchen Rolle finden sich die Emporkömmlinge Lexus LS 460 und VW Phaeton V8 , die gegenüber der Hautevolee von Mercedes S-Klass e, Audi A8 oder BMW Siebener eher ein Mauerblümchen-Dasein fristen.
So fanden im ersten Halbjahr 2007 gerade 233 Lexus LS einen Abnehmer, von der S-Klasse wurden zeitgleich fast 20 Mal mehr verkauft. Nach der Modellpflege im Frühjahr scheint sich wenigstens der seit fünf Jahren gebaute Phaeton mit immerhin 1714 Verkäufen ganz allmählich zu etablieren.

Um die Braut attraktiv zu machen, schmückt Lexus sie mit reichlich Mitgift.

Von der Lederausstattung über Bi-Xenon- Kurvenlicht und Reifen-Luftdruckkontrolle bis zur DVD-Navigation ist serienmäßig, was in der endlos langen VW-Preisliste erst gesucht und teuer bezahlt werden muss.
Wer den Lexus wie den Testwagen mit den Ausstattungslinien Ambience und Impression aufwertet, sattelt weitere 13 000 Euro auf den Basispreis von 82 000, hat dann aber praktisch jeden erdenklichen Luxus an Bord. Die Liste der Sonderausstattungen ist hingegen kurz. Sie umfasst im Wesentlichen einen Abstandsregeltempomaten und ein erweitertes Pre-Crash- Paket, das Lenkhilfe- und Spurhalte- Assistent sowie Spurwechselwarner beinhaltet.
Das meiste davon steht nun auch für den Phaeton – aufpreispflichtig – zur Verfügung, der zwar mit dem niedrigeren Grundpreis punktet, diesen Vorteil aber im Ausstattungskapitel zum Teil wieder verliert.

Dass sich die beiden Luxus-Liner als Chauffeurs-Auto verstehen, dokumentieren sie im Fond auf unterschiedliche Weise. Bereits in der Ambience-Ausstattung offeriert der Lexus zwei beheiz- und belüftbare Komfortsitze, deren elektrische Verstellmöglichkeiten jeden Boss umschmeicheln.

Dass angesichts der Schaltzentrale in der Mittelarmlehne der mittlere zum Notsitz mutiert, liegt in der Logik der Philosophie. Ähnliches gilt auch für den Kofferraum, der in der Ambience-Version wegen des zusätzlichen Raumbedarfs für die variable Sitzgarnitur von 505 auf 385 Liter schrumpft. Das ist gerade mal das Format eines Opel Astra. Die große Familienreise ist also nicht die wahre Bestimmung des Lexus.
Für den Phaeton mit seinem 500-Liter- Gepäckabteil wäre der Urlaub kein Problem. Dafür sind seine Rücksitze weniger anpassungsfähig, jedoch keineswegs spartanisch. Annehmlichkeiten wie Sitzklimatisierung oder elektrisch verstellbare Lendenwirbelstützen sind aber erst in einem 1631 Euro teuren Aufpreispaket enthalten.

Der Fahrer muss in Sachen Luxus ebenfalls nicht darben – im Gegenteil.

Der Komfortsitz mit seinen vielfältigen individuellen Einstellmöglichkeiten ist ein Prunkstück des Phaeton. Dahinter muss sich allerdings das Angebot für den Lexus-Fahrer nicht verstecken.
Dieser nimmt eine etwas erhöhte Sitzposition ein, aus der er auf gut sechs Dutzend Bedienelemente blickt, die über den gesamten Arbeitsplatz nebst Lenkrad und Mittelkonsole verstreut sind. Zusätzlich muss man das ziemlich umständliche Navigationssystem über Touchscreen-Funktionen betätigen.
Auch beim Phaeton ist das Navigationssystem kein Ruhmesblatt: Bei der Modellpflege wurde leider die Chance zu einer Überarbeitung verpasst. Die verbesserungswürdige Kartendarstellung wird nur noch von der komplizierten Eingabelogik übertroffen.
Fahrerplatzgestaltung und Interieur des Phaeton stehen einem klaren Bauhaus- Stil aber insgesamt näher als das verspielte Biedermeier des Lexus.

Dieser vermittelt hingegen den Luxus überzeugender.

Vor allem auf gelassenen Autobahnreisen packt der Lexus seine Insassen regelrecht in Watte. Verhaltene Windgeräusche und ein Fahrwerk, das lange Bodenwellen glattbügelt, fördern das Wohlbefinden. Ob es dazu zwingend der Luftfederung bedarf, bleibt die Frage. Wie beim Phaeton dient sie mehr dem Ausweis der Klassenzugehörigkeit. Die Möglichkeit, die Dämpfung beim Lexus in drei und beim Phaeton in vier Stufen zu beeinflussen, ist eher technische Spielerei und bringt wenig Nutzen.
Denn auf kurze Bodenwellen reagieren beide unerwartet polternd, der Japaner einen Tick stärker. Immerhin leiden ihre fahrdynamischen Qualitäten kaum unter der komfortablen Ausrichtung. Obwohl deutlich schwergewichtiger als der Lexus, erweist sich der Phaeton als talentierter Kurvenkünstler. Dank seinem permanenten Allradantrieb umrundet er Kurven neutraler, wirkt mit seinem V8- Motor auch nicht so kopflastig wie sein W12-Pendant.
Der Lexus hingegen neigt da eher schon mal dazu, mit dem Heck zu drängen, wird aber rechtzeitig von der Elektronik diszipliniert. Im Streben nach mehr Agilität wurde dem Lexus eine Aktivlenkung mitgegeben, deren Preis ein etwas synthetisches Gefühl ist – vor allem in der Mittellage.

Der optionale Spurhalteassistent greift sogar sanft korrigierend ein, wenn man der Seitenlinie zu nahe kommt. Auf schmalen Autobahn-Baustellen verunsichert das ständige Eingreifen des Assistenten eher, als dass es hilft, aber zum Glück lässt er sich auch ausschalten. Dass der großvolumige Lexus-V8 den Phaeton-Motor in Leistung und Drehmoment übertrifft, ist nicht mal sein größter Vorteil.
Im Leerlauf fast unhörbar, bleibt er auch bei hohem Reisetempo dezent im Hintergrund. Dass er dazu gleich acht Gänge benötigt, wirkt allerdings wie pures Rekordstreben, denn ein unmittelbarer Nutzen wird nicht wirklich deutlich. Zumindest stören die fast unmerklichen Schaltübergänge nicht, die der sechsstufige Phaeton-Automat aber in ähnlicher Qualität bietet. Am ehesten zeigt sich der mäßigende Einfluss der acht Gänge in der auto motor und sport- Normrunde.

Mit einem Test-Durchschnitt von über 15 Liter auf 100 Kilometer sind aber beide keine Kostverächter.

Selbst wenn der Allradantrieb des Phaeton in der Oberklasse klare Vorzüge hat, bleiben Gewicht und Durst entscheidende Handikaps. Das Kostenkapitel und klare Bremsen-Defizite bringen den Lexus um seine Siegchancen.

Fazit

1. VW Phaeton V8 4Motion
490 Punkte

Handlichkeit und Traktion verbinden sich mit Komfort und einem guten Raumangebot. Der günstige Grundpreis erklärt sich mit der mageren Serienausstattung.

2. Lexus LS 460 Ambience
469 Punkte

Der LS 460 protzt geradezu mit Luxusausstattung und zum Teil hilfreicher Technik. Schwächen zeigt er hingegen beim Handling und auch beim Bremsen.

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Technische Daten
VW Phaeton V8 4Motion 5-SitzerLexus LS 460
Grundpreis81.500 €86.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5055 x 1903 x 1450 mm5030 x 1875 x 1480 mm
KofferraumvolumenVDA500 L565 L
Hubraum / Motor4172 cm³ / 8-Zylinder4608 cm³ / 8-Zylinder
Leistung246 kW / 335 PS (430 Nm)280 kW / 381 PS (493 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,9 s5,7 s
Verbrauch13,0 L/100 km11,1 L/100 km
Testverbrauch15,9 L/100 km15,7 L/100 km
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