Mittagspause in der Kiesgrube. Stille. Baggerpiloten und Kipperfahrer beißen in ihre Vesperbrote, ein einsamer Spatz badet im Grundwassertümpel. Plötzlich hält er inne, sieht sich aufgeregt um – der Boden beginnt zu vibrieren. Erst kommt der Donner, dann der Blitz: Jeep Grand Cherokee 5.7 Hemi Limited, Range Rover Sport V8 SE und Volvo XC 90 V8 Executive in Parallelfahrt. Viel Gas, wenig Abstand. Natürlich nur fürs Foto. Prasselnder Kies und bollernde V8 – fehlt nur noch, dass die Piloten Yippie-Yeah rufen.
Hier, im leichten bis mittelschweren Gelände, fühlen sich die SUV ebenso wohl wie ihre Treiber. Können sie doch ungestört planieren, driften, wühlen, mit Steinen oder Wasser spritzen, ein bisschen gründeln oder an Steilauffahrten kraxeln. Am leichtesten gelingt selbst Neulingen die Offroad- Nummer im Range Rover Sport. Per Drehschalter in der Mittelkonsole bringt sich der Brite für die zu bewältigende Aufgabe zuverlässig in Stimmung. Vorbei ist es mit selbstbewusst zur Schau getragener Erfahrung beim richtigen Zeitpunkt der Wahl automobiler Steigeisen. Fünf Programme passen Motormanagement, Lenkunterstützung, Automatikgetriebe, Mitten- und Hinterachsdifferenzialsperren sowie die Luftfederung an. Dank Terrain Response reagiert der Range etwa beim kräftezehrenden Tiefsandwühlen bissiger auf Kommandos als beim kniffligen Felsenklettern. Ebenfalls hilfreich: kontrollierter Bremseneingriff beim Bergabrodeln und die per Luftfederung anzuhebende Karosserie beim Überwinden von Hindernissen.
Gegen dieses Techno-Paket sieht der Jeep auf dem Papier blass aus, aber sein Allradantrieb mit elektronisch ge- steuerter Unterstützung (Quadra Drive II) wuchtet ihn dennoch trotzig durch die Pampa. Sicher, die ausladende Karosserie und das Gewicht eines Kleinlasters stempeln auch den Grand Cherokee nicht gerade zum sehnigen Rubicon-Eroberer, doch wer per Hebelchen Geländeuntersetzung und Quersperren an den einzelnen Achsen aktiviert sowie das ESP ausschaltet, der kann dem Range Rover auf den Fersen bleiben. Zumal die hintere Starrachse so freudig verschränkt, dass meist erst die restlos aufgebrauchte Bodenfreiheit am Weiterkommen hindert.
XC 90, Range Rover Sport, Grand Cherokee: Fat for Fun
Über zwei Tonnen schwer und mit rund 300 PS starken V8-Benzinern ausgerüstet, garantieren Jeep Grand Cherokee, Range Rover Sport und Volvo XC 90 einen vollformatigen Auftritt. Nicht nur auf Asphalt.
Autor: Jörn Thomas





