Volkswagen steht vor dem größten Umbruch seiner Geschichte. Wie das "Manager Magazin" berichtet, plant VW-Chef Oliver Blume einen massiven Konzernumbau mit drastischen Sparprogrammen. Bis zu 100.000 Stellen – rund 15 Prozent der Belegschaft – könnten wegfallen. Gleichzeitig stehen vier Werksschließungen in Deutschland zur Diskussion: Hannover, Zwickau, Emden und Audi Neckarsulm.
Doch damit nicht genug: Eine Ausgliederung der Kernmarke VW wird erwogen, und das Modellangebot soll von 150 auf unter 100 Fahrzeuge schrumpfen. Der Aufsichtsrat soll die Pläne am 9. Juli beraten.
Die Hintergründe sind alarmierend. Der Absatz stagniert, die operative Umsatzrendite hat sich 2025 auf rund drei Prozent halbiert. Intern wird die Existenz des Konzerns als bedroht eingestuft. VW selbst räumt ein, dass das bisherige Geschäftsmodell – Autos in Deutschland entwickeln, in Europa produzieren und weltweit exportieren – so nicht mehr funktioniert.
Wirtschaftsexperten verschärfen die Lage mit drastischen Prognosen. Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson von der Stanford University sieht den Autoexport aus Europa als Auslaufmodell. Ökonom Moritz Schularick vom Kieler Institut für Weltwirtschaft geht noch weiter: Er hält eine Übernahme von VW durch einen chinesischen Hersteller wie BYD für wahrscheinlich.
Beide Experten warnen vor einer Deindustrialisierung Europas und sehen den Kontinent in Gefahr, zwischen China und den USA zerrieben zu werden.






