Werkstättentest Mercedes 2008: Die präparierten Mängel an der C-Klasse

Die Arbeitsqualität wird anhand der präparierten Mängel beurteilt. Beleuchtung und Elektrik prüfen stehen dabei ebenso im Wartungsplan wie die Kontrolle des Servoölstands und des Luftdrucks in den Reifen.

1) Beide Scheinwerfer wurden verstellt: Der rechte steht nach innen, der linke zeigt zu weit nach unten. Laut Wartungsplan muss die Werkstatt die Scheinwerfer korrekt einstellen.

2) Der Servoölstand ist zu niedrig. Der Mechaniker muss dies nicht nur korrigieren, sondern auch nach den Ursachen suchen und den Kunden darüber informieren.

3) Die Leitung des ABS-Sensors ist an der hinteren Radaufhängung aus der Halterung gelöst. Dadurch könnte sie durch äußere Einwirkung beschädigt werden.

4) Der Luftdruck in den Hinterrad-Reifen ist zu gering. Zudem ist das Reifendichtmittel (Tirefit) entweder abgelaufen oder fehlt ganz. Das ist ein Sicherheitsrisiko.

5) Der Motorhauben-Fanghaken ist entweder locker oder nicht mehr ausreichend gefettet. Die Überprüfung gehört zum Serviceumfang.

6) Handschuhfach-Beleuchtung defekt. Bei der Funktionsprüfung der Beleuchtungseinrichtung muss der Fehler entdeckt und behoben werden.

So wurde bewertet
Besonderen Wert legt auto motor und sport auf eine korrekte Arbeitsleistung durch die Werkstatt. Die Arbeitsqualität wird anhand der präparierten Mängel beurteilt. Einfluss auf die Gesamtbewertung haben aber auch die übrigen Leistungen. Hierzu zählt beispielsweise die Art und Weise, wie sich das Werkstattpersonal bei der Abgabe des Wagens um den Kunden kümmert. Positiv ist in diesem Zusammenhang eine Direktannahme auf der Hebebühne zusammen mit dem Kunden. Wenn der sich vom Zustand der Bremsen selbst überzeugen kann, gibt es später keine Meinungsverschiedenheit darüber, ob eine eventuelle Reparatur tatsächlich notwendig war. Weitere Bewertungsfaktoren sind die Inspektions- und Reparaturpreise. Überprüft und gewichtet wird ferner, ob auf der Rechnung Kassenfüller wie Benzinzusätze, Reiniger oder Scheibenklar auftauchen.

So wurde getestet
Grundlage des Tests ist die Beurteilung der Arbeitsqualität der nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Werkstätten. Bewertet wird, ob die vom Hersteller in der Wartungsliste vorgeschriebenen Tätigkeiten bei einer großen Inspektion korrekt durchgeführt worden sind. Um dies beurteilen zu können, wird das in der Regel aus der näheren Umgebung der Werkstatt stammende Testfahrzeug mit gezielt eingebauten Mängeln präpariert. Mechanikern, die streng nach Vorschrift arbeiten, muss jeder der sechs Mängel auffallen. Bei der Vergabe der Punkte werden Arbeiten, die für die Sicherheit besonders relevant sind (Beispiel: ABS-Sensorleitung ausgehängt), höher bewertet als eine defekte Kofferraumbeleuchtung.

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Dirk Gulde

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