Werkstättentest Volvo 2007: Die Hälfte nicht empfehlenswert

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, schließlich ist die Prüfung der Gurte ausdrücklich auf der Kundendienst- Checkliste vermerkt und wird von sämtlichen Mechanikern als korrekt erledigt jeweils auch abgehakt. Kein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Auch andere Standard-Aufgaben stellen die Werkstätten vor Probleme. So gelingt es weder Kroymans in München noch Jung in Pfaffenhofen, den Scheinwerferstand korrekt einzustellen. Was das dezente Nord-Süd-Gefälle unterstreicht, denn die beiden Betriebe aus dem Raum München liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die rote Laterne des diesjährigen Volvo-Werkstätten- Tests.

Sie geht schließlich nach Pfaffenhofen. Dort, im Autohaus Jung, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Mag die schmucklose, prall mit Kundenautos gefüllte Werkstatt im Stil der siebziger Jahre noch einen hemdsärmeligen Charme ausstrahlen, bei der abgelieferten Arbeitsleistung hört der Spaß auf. Drei Mängel bleiben unentdeckt, zwei werden nur unvollständig behoben. Dafür leistet sich Jung einen vergessen geglaubten Klassiker unter den Kassenfüllern: den des ungefragt eingefüllten Kraftstoffzusatzes. Kostenpunkt in diesem Fall: 8,41 Euro. Immerhin fällt die Rechnung mit 339,64 Euro inklusive des bei diesem Testwagen vorgeschriebenen Zahnriemenwechsels noch erträglich aus.

Jung liegt damit etwa auf einem Level mit dem Rest der getesteten Werkstätten. Die Kosten der großen Inspektion bleiben – bis auf zwei Ausnahmen – durchweg unter der 300-Euro-Marke. Dabei gibt es durchaus Schwankungen im Rahmen der Einzelposten. So schlägt die Wechselmenge Motoröl mit Beträgen zwischen 59,76 und 92,39 Euro zu Buche. Noch heftigere Differenzen treten beim Service zutage. Hier könnte besonders das Autohaus Jung noch ein wenig feilen. So bekommen die Kunden weder bei der Abgabe eine Auftragsbestätigung noch bei der Abholung die Rechnung überreicht. Die gibt es erst auf Nachfrage.

Auch einen Annahmecheck des Wagens hält man für entbehrlich. Schlüssel abgeben, kurz den Inspektionsrahmen besprechen, fertig. Rein, raus in zwei Minuten. Sicher, mancher Kunde mag über die schnelle Erledigung der Formalitäten froh sein, doch anbieten muss man den intensiven Check schon. Zumal er vorgeschrieben ist und auch bezahlt wird. Außerdem lassen sich dabei Missverständnisse bezüglich des Arbeitsumfangs ausräumen, und der Kunde erhält einen detaillierten Überblick über den Zustand seines Wagens.

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Jörn Thomas

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