Audi-Aufhängungsbrüche

Kein Handlungsbedarf

Foto: Wolfgang Wilhelm 44 Bilder

Trotz einiger Fahrwerksschäden beim ersten Rennen in Hockenheim sehen die Ingenieure bei Audi keinen Handlungsbedarf. Sie führen die Pannen auf die spezielle Charakteristik des badischen Motodroms zurück.

Tom Kristensen schleppte sich mit defekter Aufhängung noch als Zweiter ins Ziel, für Vize-Meister Mattias Ekström war das Rennen wegen eines gebrochenen unteren Querlenkers vorzeitig beendet. Beide Fahrer hatten zuvor keine Kollision erlitten. Doch trotz der nicht ungefährlichen Pannen sieht die Audi-Technik-Mannschaft keinen akuten Handlungsbedarf.

"Solch ein Problem hat es bei uns bisher noch nie gegeben. Wir gehen von einem Fabrikations- oder Fertigungsfehler aus", sagte Wolfgang Appel, Leiter der Fahrzeugtechnik bei Audi gegenüber "Motorsport Aktuell". Die betreffenden Teile seien nach dem Rennen bei den anderen Autos mit Ultraschall untersucht worden - ohne Auffälligkeiten.

Wolfgang Appel: "Es wird nicht nachgebessert"

Dass die Ingenieure die Kohlefaser-Teile des 2006er Audi-Fahrwerk zu filigran dimensioniert hätten, will Appel nicht stehen lassen: "Wir kennen die Ausreißkräfte an der Doppelquerlenker-Aufhängung sehr genau. Dieser Wert wurde nicht erreicht. Die Komponenten sind außerdem nicht so leicht gefertigt, dass man in Zukunft etwas befürchten müsste. Es wird deshalb auch nichts nachgebessert", sagte Appel.

Der Kurs in Hockenheim ist berüchtigt, weil die Autos an mehreren Stellen mit hohem Tempo über die Randsteine räubern. 2004 brach bei Mercedes-Fahrer Bernd Schneider in Führung liegend die Spurstange, ein Defekt, der zuvor und anschließend ohne Feindberührung nie wieder auftrat.

Tortur nicht überstanden

Die Aufhängungen der Audi haben mit dem ersten Lauf aber keineswegs die härteste Tortur überstanden. Zum einen wird in Hockenheim zum Saisonfinale wieder gefahren, zum zweiten müssen die Fahrer auch beim dritten Rennen in Oschersleben wieder heftig über die Randsteine rumpeln, um ordentliche Zeiten zu fahren.

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