Brands Hatch

Ekström siegt

Foto: Audi 21 Bilder

Riesenpech und ein Fahrfehler der Konkurrenten haben Audi-Pilot Mattias Ekström völlig unverhofft den ersten Saisonsieg beschert. Der Schwede profitierte bei seinem überraschenden Erfolg im englischen Brands Hatch nach einer dramatischen Schlussphase von einer gebrochenen Radaufhängung seines lange souverän führenden Markenkollegen Tom Kristensen und einem Schnitzer des danach auf Siegkurs steuernden Mercedes-Piloten Jamie Green.

"Das ist gigantisch, wunderschön", jubelte Ekström nach dem Geschenk am Sonntag. Im Überschwang drehte der DTM-Meister von 2004 mit qualmenden Reifen einige "Donuts".

Auch der schon abgeschlagene Bernd Schneider profitierte vom Missgeschick Kristensens und Greens. Der Mercedes-Rennfahrer aus St. Ingbert kam dadurch noch zu einem nicht mehr für möglich gehaltenen dritten Rang hinter seinem englischen Markenkollegen und übernahm in der Gesamtwertung die Führung. Nach vier von zehn Läufen löste DTM-Rekordmeister Schneider mit 30 Punkten Pechvogel Kristensen (26) wieder an der Spitze ab. Green ist mit 19 Zählern Gesamtdritter.

Ekström (12 Punkte) wittert im Titelrennen nun ebenfalls wieder Morgenluft. "Natürlich glaubt man nach einem Sieg wieder an die Meisterschaft", sagte der 27 Jahre alte Skandinavier. "Aber heute Abend ist erst 'mal Party angesagt. Ich will nur genießen. Am Montag denke ich dann an den Titel." Schneider war mit seinem dritten Platz auf dem nur 1,929 Kilometer kurzen Indy-Kurs hochzufrieden: "Besser konnte es fast nicht laufen. Es war ein sehr hartes Rennen."

Ekström gewann nach 85 Runden (163,965 Kilometer) auf dem mit Abstand kürzesten DTM-Kurs in 1:03:31,829 Stunden. Green wies bei seinem Heimspiel 30 Kilometer südöstlich von London vor 28.000 Zuschauern 5,957 Sekunden Rückstand auf. Schneider lag 13,837 Sekunden zurück.

Tragischer Held des Tages war aber Kristensen: Der siebenmalige Gewinner des Langstreckenklassikers Le Mans verteidigte seine Pole-Position nach dem Start und blieb auch nach dem ersten Boxenstopp vor seinem schärfsten Verfolger Green. Der Däne fuhr bei hochsommerlichen Temperaturen taktisch klug und hielt auch nach dem zweiten Halt die Konkurrenten auf Distanz. Kristensen beherrschte das Rennen beinahe nach Belieben - bis zu seinem Riesenpech: In der 68. Runde brach nach dem Überfahren eines Randsteins die Aufhängung am rechten Vorderrad, wodurch der scheinbar sichere Sieger seinen Audi nicht mehr steuern konnte und in einen Reifenstapel prallte.

Die beiden früheren Formel-1-Piloten Heinz-Harald Frentzen und Mika Häkkinen hatten ihre Trainingsunfälle vom Samstag ohne Blessuren überstanden und fuhren lange ein beherztes Rennen. Allerdings konnten weder der Mönchengladbacher Audi-Vertreter noch der finnische Mercedes-Mann in die Entscheidung um den Sieg eingreifen. Frentzen stellte sein immer schwerer zu fahrendes Auto zwei Runden vor Schluss frustriert ab. Häkkinen fiel wegen einer Stop-and-Go-Strafe wegen regelwidrigen Überholens bei Gelber Flagge auf den elften Rang zurück.

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