DTM Budapest 2018

Boxen-Unfälle überschatten Ungarn-Rennen

Marco Wittmann - DTM - Budapest 2018 Foto: Wilhelm

Paul di Resta und Marco Wittmann heißen die beiden Sieger des dritten DTM-Rennwochenendes in Budapest. Das Rennen am Sonntag wurde allerdings durch eine Serie schwerer Boxenunfälle überschattet.

Die DTM liefert in dieser Saison reihenweise spannende Rennen und viel Spektakel auf der Strecke ab. Doch auf die Art von Boxen-Action, die am Hungaroring in Budapest geboten wurde, hätten die Verantwortlichen der Tourenwagen-Serie gerne verzichten können. Bei mehreren Unfällen im zweiten Rennen am Sonntag wurden Streckenposten und Mechaniker zum Teil schwer verletzt.

Der Lauf war bei trockenen Bedingungen gestartet worden. Doch ein kurzer aber heftiger Schauer schon nach wenigen Runden zwang die Piloten zum Wechsel auf Regenreifen. Der erste Pilot, der zum Boxenstopp abbog, hieß Lucas Auer. Doch als der Österreicher von der asphaltierten Boxengasse auf den betonierten Service-Bereich direkt vor den Garagen abbog, verlor er sofort die Kontrolle über sein Auto.

Boxen-Beton glatt wie Eis

Der Mercedes rutschte auf dem spiegelglatten Belag frontal in zwei Boxen-Marshalls, die sich am Eingang der Auer-Box befanden. Ein Sportwart wurde zwischen dem Auto und der Mauer eingequetscht und erlitt schwere Beinverletzungen. Er wurde sofort per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Obwohl die Sanitäter mit einem Krankenwagen direkt an Ort und Stelle waren, entschied sich die Rennleitung nicht dafür, die Boxengasse zu schließen.

Und so kam es, wie es kommen musste: Trotz Warnung über Funk rutschten auch Edoardo Mortara und Bruno Spengler auf der glatten Betonschicht aus, als sie zum Reifenwechsel kamen. Spengler krachte in seine Boxenanlage, die daraufhin zu Boden stürzte. Ein BMW-Mechaniker wurde durch den Aufprall auf das Auto hoch in die Luft geschleudert. Wie durch ein Wunder ging die Sache am Ende noch einigermaßen glimpflich aus.

BMW profitiert von Rennabbruch

Jetzt reagierte die Rennleitung endlich und brach das Rennen per roter Flagge ab. Bis das ganze Chaos sortiert und die Reihenfolge für den Neustart festgelegt war, verging mehr als eine halbe Stunde. Als es endlich weitergehen konnte, war die Strecke schon wieder komplett abgetrocknet. Beim Team von Gary Paffett hatte man das offenbar nicht mitbekommen. Der Brite wurde mit Regenreifen losgeschickt und nach wenigen Metern bis ans Ende des Feldes durchgereicht.

Am meisten profitierten die BMW-Piloten von dem verrückten Rennverlauf. Weil die meisten M4-Piloten schon in der Anfangsphase die Reifen gewechselt hatten, mussten sie nicht noch einmal die Boxen ansteuern. Daniel Juncadella und Pascal Wehrlein, die das Rennen zu Beginn angeführt hatte, waren durch ihren späten Pflichtstopp am Ende chancenlos. Es gewann etwas überraschend das BMW-Trio Marco Wittmann vor Timo Glock und Philipp Eng.

Mercedes-Stallregie im ersten Rennen

Von einem reinen BMW-Podium konnten die Fans beim ersten Rennen am Samstag nur träumen. Die sechs Autos aus München gingen auf den hinteren sieben Plätzen leer aus. Den Sieg machten die beiden Mercedes-Piloten Paul di Resta und Lucas Auer unter sich aus. Das Duell wurde kampflos entschieden, weil Auer seinen in der Fahrerwertung besser postierten Teamkollegen freiwillig passieren ließ. Den dritten Rang auf dem Podium belegte Nico Müller im Audi.

In der Gesamtwertung konnte Timo Glock die Führung durch den glücklichen zweiten Platz im Sonntagsrennen verteidigen. Der ehemalige F1-Pilot liegt nun 11 Punkte vor Gary Paffett, der in Budapest nur am Samstag 8 Zähler sammeln konnte. Mit Paul di Resta (23 Punkte Rückstand) und Lucas Auer (35 Punkte Rückstand) folgen dahinter noch zwei weitere Mercedes-Piloten.

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