DTM Brands Hatch

Rocky-Sieg trotz Transponder-Stress

Brands Hatch DTM Start 2013 Foto: DTM 12 Bilder

Der Sieg von Mike Rockenfeller in Brands Hatch schien ungefährdet. Doch an der Boxenmauer kam die Audi-Crew ganz schön ins Schwitzen. Wir blicken noch einmal auf den zweiten DTM-Lauf und die Gemütslage der drei Hersteller zurück.

"So stellt man sich als Rennfahrer das perfekte Rennen vor - in seinen Träumen." Nach dem zweiten DTM-Sieg seiner Karriere war Audi-Fahrer Mike Rockenfeller bester Dinge. Aber eigentlich war er mit seinen Gedanken schon wieder ein bisschen weiter. Nämlich beim 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Der Charterflieger, der eine fidele Reisegruppe nach Mendig in der Eifel brachte, wartete schon auf dem kleinen Flugplatz von Biggin Hill.

Aber was hätte Rockenfeller auch schon groß erzählen können? Denn der gelb-grüne RS5 des Phoenix-Teams lief wie ein Uhrwerk, sein Renningenieur Jürgen Jungklaus umschiffte clever alle Taktik-Klippen. Bescheiden schickte der Techniker die Gratulanten zu Rockenfeller: "Er hat es doch gemacht."

Doch ganz einfach war der Job an der Boxenmauer auch nicht: Der Transponder an Rockenfellers RS5 funktionierte nicht, daher musste man die Zeitnahme der Rennleitung stets manuell nachjustieren. "Das hat unsere Strategieprogramme ganz schön durcheinander gebracht", erklärte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. "Sie sind nämlich an die offizielle Zeitnahme gekoppelt."

Licht und Schatten bei BMW

Die Mannschaft von Rennleiter Jens Marquardt hatte zwei schöne Erfolge zu verbuchen: Bruno Spengler fuhr im Schnitzer-M3 auf Platz zwei und Rookie Marco Wittmann im M3 des ebensfalls neuen MTEK-Teams wurde starker Vierter.

Doch es passierten auch eine Menge Fehler: Augusto Farfus musste vom sicher scheinenden zweiten Platz wegen eines Elektrikdefekts Abschied nehmen, bei Wittmann klappte ein Boxenstopp überhaupt nicht, und nach dem Training war Martin Tomczyks Autos als untergewichtig enttarnt worden: Startplatz 22 statt Pole Position für den gebürtigen Rosenheimer. Sportchef Marquardt blieb gelassen: "Das war kein ideales Mannschafts-Resultat. Auf der anderen Seite nehmen wir aber einen Haufen Punkte mit."

Mercedes-Wunder im Rennen

Bei Mercedes war die Lage deutlich unentspannter, speziell am Samstagabend. Kein C-Coupé in den Top 10 - das war übel. Selbst DTM-Veteranen konnten sich nicht daran erinnern, dass die Mercedes jemals bei einem regulären DTM-Training (ohne Regen) derart versagten.

Doch Tags darauf die Wende: Gary Paffett drang dank einer sehr aggressiven Strategie mit zwei sehr frühen Stopps und einem entsprechend langem, nämlich 54 Runden zählenden Schluss-Stint bis auf Rang drei nach vorne. Eine Zeitstrafe wegen Speeding in einer Gelbphase brachte den Briten um das Podium und den Lohn seiner Arbeit.

Profiteur war Robert Wickens. Der Kanadier erbte den letzten verbliebenen Podiumsrang. Wickens wusste kaum, wie ihm geschah: "Ein Wunder. Nach dem verkorksten Training hatte ich höchstens auf eine Top 10-Platzierung gehofft." Schlüssel zum Erfolg war die Reifenstrategie: "Ich startete auf den weichen Reifen", erzählte Wickens. "Voraussetzung um weiter nach vorne zu kommen war aber, dass ich die drei Gegner, die vor mir mit dem harten Reifen standen, gleich mal abhänge. Das habe ich zum Glück geschafft." Danach konnte Wickens seine "Options" optimal nutzen. Rennleiter Toto Wolff atmete auf: "Der Renngott war heute auf unserer Seite."

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