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DTM Hockenheim Qualifyinganalyse

Jetzt geht’s um die Wurst

Das DTM-Qualifying in Hockenheim hätte aus Sicht der Fans kaum besser ausgehen können. Die Mercedes-Titelaspiranten starten in umgekehrter Reihenfolge ins Rennen. Mattias Ekström kann nur noch ein Wunder helfen.

"Wunder gibt es immer wieder", singt Schlager-Star Katja Ebstein in ihrem Song. Im Motorsport zählen jedoch eher die harten Fakten. Und die versprechen ein spannendes Duell um die DTM-Krone. Denn Mattias Ekström, Audis einzig verbliebener Titel-Kämpfer, geht von Rang 15 ins Rennen. Nicht unbedingt optimal,  will man das Ruder mit 26 Punkten Rückstand auf den Führenden Bruno Spengler noch einmal rumreißen.

Ekström strauchelte in Q1

"Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt in Q1 ausgeschieden bin", meinte Ekström nach dem Qualifying. "Das muss schon sehr lange her sein. Aber ich hatte keinerlei Grip und konnte mit diesem Auto einfach nicht kämpfen. Ich war nur am Schleudern. Ein seltsames und enttäuschendes Gefühl. Es wird schwierig, von so weit hinten nach vorn zu kommen."
 
Sprich: Die Meisterschaft wurde heute so gut wie beerdigt. Der Knackpunkt war Ekströms Reifenwechsel. Im Gegensatz zu seinen Markenkollegen blieb er nicht fünf Runden draußen, um die optimale Temperatur zu erreichen. Bereits nach zwei Runden hatte er das Gefühl, einen nicht optimalen Reifensatz erwischt zu haben. Die waren ursprünglich für eine abtrocknende Strecke ausgelegt, doch es schüttete aus Eimern. Seine Markenkollegen hatten die gleichen Voraussetzungen, blieben allerdings trotzdem draußen.

Haug feiert erst, wenn die Meisterschaft gewonnen ist

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hält an seiner Ansicht fest, den Schweden erst dann von der Rechnung zu streichen, wenn die Mathematik keine Chance mehr auf den Pokal lässt. "Ekström hat immer noch eine theoretische Möglichkeit", gibt er zu bedenken. 2007 gelang es Mika Häkkinen schon einmal von Platz 15 zu gewinnen. "Es wird sicher nicht ganz leicht von da hinten, aber sag niemals nie."
 
Das gilt auch für seine eigenen Schäfchen. Denn während viele Spengler bereits am Nürburgring nach seiner Erfolgsserie als zukünftigen Meister auserkoren haben, wird die Luft für den Frankokanadier immer dünner. Die Konkurrenz kommt aus dem eigenen Lager. Der erfolgshungrige und ehrgeizige Paul di Resta klebt Spengler mit nur sieben Punkten Rückstand an den Hacken. Und auch der erfahrene Gary Paffett kann Spengler mit 16 Punkten Rückstand bei noch drei zu fahrenden Rennen noch in die Suppe spucken.

Spannende Konstellation im Rennen

Ins Rennen starten die drei Sternen-Kämpfer nun ausgerechnet in der Reihenfolge Paffett (Platz 3), di Resta (Platz 5) und Spengler (Platz 10). "Das ist ein Trainingsergebnis wie es sich die Rennfans wünschen, wie es sich ein Sportchef aber weniger wünscht", meinte Haug zu dem zusätzlichen Nervenkitzel. "Als Dritter und Fünfter hat man aber immer noch gute Möglichkeiten. Bruno war sicher durch seinen Ausritt heute Morgen etwas gehandikapt. Er hatte sicher keinen Nachteil am Auto, aber ein Ausritt hilft nicht gerade."
 
Wer der drei Piloten nun das bessere Nervenkostüm besitzt, vermag Haug nicht zu sagen. "Die drei sind alle absolute Profis", meint der Chef der drei Kutscher. "Ich denke nicht, dass es da Unterschiede gibt."
 

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