DTM Zandvoort 2018

Paffett und Rast siegen

Rene Rast - Gary Paffett - DTM - Zandvoort 2018 Foto: Wilhelm

Audi siegt wieder: Titelverteidiger René Rast gelang am Sonntag in Zandvoort sein erster Saisonerfolg. Damit vereitelte er auch ein perfektes Wochenende von Mercedes-Fahrer Gary Paffett, der teilweise nach Belieben dominierte.

Bis Zandvoort war es eine schwache Saison für Audi. Doch in den Nordsee-Dünen lief für die Marke mit den vier Ringen, die bis dahin nur zweimal auf das Podest gekommen war, endlich einmal etwas zusammen.

Schon im Samstagsrennen waren die Top 5, möglicherweise gar ein Podiumsplatz, gleich für drei Piloten in Reichweite. Nico Müller lag auf der vierten Position, als der linke Vorderreifen in die Knie ging und sein RS 5 geradeaus in die Reifenstapel rutschte. Blöd: Nur René Rast, der an der Spitze mit alten Reifen eine Superzeit nach der anderen in den Asphalt brannte, hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Pflichtstopp noch nicht absolviert. Weil das Safety Car rauskommen musste und ein Stopp unter Safety Car nicht als Pflichtstopp anerkannt wird, blieb Rast also zunächst draußen. Rechnet man seinen Vorsprung, die Stoppzeit und den Vorteil der frischeren Reifen gegeneinander auf, wäre er unter normalen Umständen ums Podium gefahren. So wurde er 17. Als bester Audi-Pilot sah Lokalmatador Robin Frijns als Fünfter das Ziel.

Trotzdem war das Rennen Balsam auf die Seele der Audianer. Es folgte der Befreiungschlag. Rast raste im zweiten Qualifying am Sonntagvormittag auf den dritten Platz. So weit vorne standen Audis in diesem Jahr noch nicht oft. Beim Rosberg-Team heckte man sofort eine Taktik für das Rennen aus.

Gary Paffett - Mercedes - DTM - Zandvoort 2018 Foto: Wilhelm
Gary Paffett dominert die DTM.

Die sah genau das Gegenteil zum Samstagsrennen vor. Blieb Rast da notgedrungen noch bis zur vorletzten Runde draußen, bevor er sich die neuen Pneus holte, war er diesmal der erste beim Service. Einmal die Reifen auf Temperatur gebracht, umrundete er die 4,307 Kilometer des Circuit Zandvoort schneller als der Rest des Feldes. Als der Führende Gary Paffett (Mercedes) zum Stopp kam, war der virtuelle Abstand schon zugefahren. Die kalten Reifen taten ihr Übriges: Rast übernahm die Spitze und konnte gleich eine kleine Lücke herausfahren.

Doch der Teufel ist bekanntlich ein Eichhörnchen. Wieder sorgte ein Rast-Markenkollege für eine Safety Car-Phase: Stallgefährte Jamie Green drehte Bruno Spengler (BMW) ins Kies, der sich daraus nicht mehr befreien konnte. Mit den ältesten Reifen in der Spitzengruppe galt es nach dem Restart, die Meute hinter sich zu halten.

Paffett zieht mit Ekström gleich

Doch der Champion blieb cool, auch wissend, dass Paffett mit Blick auf den Gesamtstand keine Dummheiten machen würde, und erlöste die Marke mit den vier Ringen: erster Saisonsieg.

Danach sah es nach dem Qualifying noch nicht aus. Denn bis dahin hieß es in Zandvoort an diesem Wochenende: Paffett, Paffett, Paffett, Paffett. Der Brite holte sich am Samstag den begehrten Hattrick aus Pole, schnellster Runde und dem Rennsieg. Sein 23. DTM-Laufsieg stellte ihn in der ewigen Bestenliste auf Platz 3 – gleichauf mit Mattias Ekström, ausgerechnet an dessen Geburtstag. Im Sonntags-Quali knallte er dem Zweitplatzierten Philipp Eng (BMW) rund viereinhalb Zehntel vor den Latz. In der DTM eine Welt, bedenkt man, dass zwischen Platz 2 und 16 der gleiche Abstand herrschte wie zwischen Platz 1 und 2. Wie das Rennen lief, ist bekannt. Paffett blieb sein fünfter Zandvoort-Sieg verwehrt, doch er kann mit P2 auch mehr als gut leben. Sein Vorsprung in der Tabelle ist von sechs auf 27 Punkte vor Paul di Resta – der als einziger Fahrer in der ersten Saisonhälfte in jedem Rennen gepunktet hat – angewachsen, der vor dem besten Nicht-Sternfahrer (Timo Glock/BMW) auf 47.

Mercedes ist in der Abschiedssaison beinahe zu dominanter Form aufgestiegen. Mit Sorge beobachtet die Konkurrenz, dass die Stuttgarter bislang auf allen Streckentypen siegfähig waren und auch gewonnen haben. Aber mit den wiedererstarkten Audi verspricht die Saison nochmal richtig Fahrt aufzunehmen.

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