Schumacher

Schnelle Tests

Foto: dpa

Nach seinen ersten 100 Runden in einem DTM-Auto bleibt die Motorsport-Zukunft von Ralf Schumacher vorerst zwar noch offen, doch kündigten sowohl der ehemalige Formel-1-Pilot als auch Mercedes bereits weitere Gespräche an.

"Das Fahren macht mir noch mehr Spaß, als ich vor dem Test gehofft hatte", sagte Schumacher, nachdem er im schneeweißen Anzug einen schwarzen DTM-Mercedes aus dem Vorjahr über die Piste im portugiesischen Estoril pilotiert hatte. Ralf sei mit seinen Zeiten "sehr rasch auf einem hohen Niveau" gefahren, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Sowohl Schumacher selbst als auch Haug schalteten nach dem Test verbal aber erst einmal einen Gang zurück. "Was nach dem Test kommt und ob es eine Fortsetzung geben wird, ist heute noch völlig offen, wir werden das in aller Ruhe besprechen", kündigte Schumacher an, der in der DTM nach dem Karriereende von Mika Häkkinen aus Finnland in die Rolle des neuen Superstars und Zuschauermagneten der publikumsträchtigen Rennserie schlüpfen könnte. "Ob dieser Test eine Fortsetzung haben wird, ist nicht entschieden, wir werden dies besprechen", betonte Haug.

Schritt für Schritt ans Limit

Die ersten 100 Runden in seinem DTM-Wagen habe er genutzt, um schrittweise ans Limit zu kommen, erklärte Schumacher, der zuvor elf Jahre in der Formel 1 gefahren war und dort sechs Grand-Prix-Siege gefeiert hatte. Sein großes Ziel WM-Titel konnte er dort aber nie realisieren, schon gar nicht bei seiner letzten Station Toyota, wo ihm in drei Jahren kein einziger Sieg gelungen war.

An einem Testtag mit einem DTM-Wagen sei es aber gar nicht möglich, das Limit zu erreichen, betonte Schumacher auch. Die Zeiten hätten aber ganz okay ausgesehen, wie ihm die Teamverantwortlichen sagten, erzählte Schumacher. Sein Bruder Michael hatte ihm von einem möglichen Wechsel in die Tourenwagenserie abgeraten: "Ich glaube, wir haben nicht genügend Talent dafür. Das ist eine ganz andere Welt."

Zwei Bedingungen, die beide Seiten vor Ralf Schumachers Fahrten im DTM-Renner unter anderem formulierten, sind gleichwohl schon mal erfüllt. Für Haug zählt vor allem auch die Begeisterung für die DTM. Die scheint dank des Spaßfaktors geweckt zu sein bei Ralf Schumacher. Und auch die Geschwindigkeit stimmte - zumindest bei seinen Premieren-Tests.

Jetzt mit Dach über dem Kopf

Dennoch musste sich Schumacher auch daran gewöhnen, "im Rennwagen ein Dach über dem Kopf zu haben. Das hatte ich über zehn Jahre nicht", sagte er. Ob er sich daran auch in den kommenden Wochen und Monaten gewöhnen muss und wird, dürfte sich in den folgenden Gesprächen zwischen Schumacher, der zuletzt bei Toyota angeblich 14 Millionen Euro verdiente, und Mercedes entscheiden. Auf Rot dürften die Ampeln nach dem ersten Test wohl nicht stehen.

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