Veränderte Hackordnung in der DTM?

Norisring nur eine Momentaufnahme

Green vs. Di Resta - DTM Norisring 2015 Foto: Audi 22 Bilder

Zwei Siege für Mercedes durch Pascal Wehrlein und Robert Wickens, ein Podium für BMW – und das bislang dominierende Audi-Team ging leer aus. Viele fragen sich: War der Norisring die Wende im Kampf im die DTM-Krone? Die Antwort lautet: Nein.

Das Rennen auf dem Stadtkurs von Nürnberg linderte die Schmerzen der Gebeutelten: Mercedes durfte erstmals seit September letzten Jahres wieder Siege feiern, und auch BMW, mit Marco Wittmann immerhin der amtierende Meister-Mannschaft, freute sich zumindest über die erste Podiumsplatzierung der Saison.

Norisring nur bedingt aussagekräftig

Doch in die Freude über das Erreichte mischten sich schnell ein paar bittere Tropfen. Alle fragten sich: War das die Wende? Hat sich das Kräfteverhältnis wirklich verschoben, zugunsten von BMW und Mercedes? "Wir sind erleichtert, dass die Performance hier war", sagte Uli Fritz der DTM-Chef von Mercedes. "Doch die Strecke in Nürnberg  ist sehr speziell."

Auf dem Norisring könne man nicht wirklich beurteilen, ob die Reifen wie gewünscht - und wie von Ausrüster Hankook versprochen - funktionieren. (Siehe dazu auch die Story: >> "Reifen-Theater in der DTM")

Robert Wickens, der mit dem Sieg am Sonntag seinen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholte, verkniff sich jegliches Triumphgeheul: "Klar, heute waren wir stark, aber zu Saisonbeginn hatten wir viele Probleme", sagte der in London lebende Kanadier. "Wir müssen auf dem Teppich bleiben."

Auch Bruno Spengler, der drittplatzierte BMW-Fahrer,  mahnte zur Vorsicht beim Interpretieren der Resultate vom Norisring: "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, und erst in Zandvoort in zwei Wochen werden wir sehen, wo BMW wirklich steht." Jens Marquardt, der BMW-Sportchef ergänzte mit sprachlicher Eleganz: "Auf dem Norisring sind Qualitäten gefragt, die auf anderen Strecken nicht so dominant sind."

Audi mit Handicap-Gewicht chancenlos

Die Gewinner von Nürnberg sind aus zwei Gründen so vorsichtig: Erstens, weil der Norisring mit seinen vielen Bodenwellen und dem geringen Gripniveau so ganz anders ist als die alle anderen Strecken im DTM-Kalender. Zweitens, weil Audi gemäß den DTM-Regularien wegen der Erfolge zu Saisonbeginn reichlich Handicap-Gewicht (im DTM-Sprachgebrach irreführenderweise "Performance-Gewicht" genannt) in die RS5 einladen musste. Bis zu 37 Kilogramm betrug die Differenz. "Das bedeutet laut unserer Computer-Simulation ein Rundenzeit-Plus von exakt 0,315 Sekunden", rechnete Audi-DTM-Chef Dieter Gass vor.

Gewichtsbereinigt stellt sich die Hackordnung wohl immer noch so dar: Audi fährt eigentlich immer noch voraus. Dies mag auch erklären, warum Mattias Ekström, der Vierte beim Sonntag-Rennen so guter Laune war: "Ich fuhr heute eines der besten Rennen meiner Karriere, völlig ohne Fehler", berichtete der zweimalige DTM-Rekordsieger.

Erst in der Schlussphase musste sich Ekström dem beharrlich drängelnden Bruno Spengler im BMW beugen. Sportchef Gass meinte dazu: "Ich hatte vor dem Wochenende eigentlich nicht damit berechnet, dass wir hier um eine Podiumsplatzierung kämpfen können."

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