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Alfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo Q4 First Edition im Test

Bringt der Mittelklasse SUV die Italiener nach oben?

Alfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo Q4 First Edition, Front Foto: Dino Eisele 27 Bilder

Seinen Namen verdankt er dem höchsten italienischen Alpenpass, was wir jetzt mal als Hinweis deuten. Ob der Stelvio das Zeug hat, Alfa Romeo wieder nach oben zu bringen, klärt der Test des Topmodells Stelvio 2.0 Turbo mit 280 PS.

05.08.2017 Dirk Gulde 7 Kommentare

An Anschauungsmaterial für den ersten SUV hat es Alfa jedenfalls nicht gemangelt: Über 90 Konkurrenten tummeln sich bereits in der Hochsitz-Klasse, darunter Spaßvögel wie Nissans Juke, schweres Gerät wie der Bentley Bentayga, überzeugte Spritsparer wie der Toyota C-HR Hybrid oder Kuriositäten wie das Range Rover Evoque Cabrio.

Alfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo Q4 First Edition, Heck Foto: Dino Eisele
Benannt nach dem höchsten Bergpass Italiens, soll der Stelvio die Marke Alfa Romeo weiter nach oben bringen.

Umso spannender zu beobachten, wie sich eine Traditionsmarke, die früher selbst Klassen definierte, in das am schnellsten wachsende Segment einbringt. Erster Eindruck: erstaunlich bodenständig und damit erfreulich souverän. Als Spätstarter widerstanden die Entwickler der Versuchung, durch extremes Design oder Technikextravaganzen unbedingt auffallen zu wollen. Der Stelvio wirkt vielmehr, als hätten die Italiener nie etwas anderes gemacht, als praktische Autos mit hohem Alltagsnutzen zu konstruieren.

Das sieht man schon beim ersten Blick in den mit 525 Litern Volumen großzügig bemessenen Kofferraum, dessen Klappe serienmäßig elektrisch öffnet und wieder schließt. Dank der dreigeteilt umklappbaren Rückbank lässt sich das Ladevolumen flexibel an die Transportbedürfnisse anpassen. Wird beispielsweise nur der mittlere Sitz umgeklappt, entsteht eine große Durchlade, ohne den Sitzkomfort der beiden äußeren Hinterbänkler zu beschneiden. Liegen alle drei Lehnenteile flach, wächst das Ladevolumen auf stattliche 1.600 Liter an. Zudem erleichtert eine vom Heck bis zu den Vordersitzen nahezu stufenlose Ladefläche das Verstauen von klobigem Transportgut. Für das Gepäckrollo findet sich jedoch kein festes Plätzchen. Soll es herausgenommen werden, um dachhoch beladen zu können, bleibt es am besten in der Garage.

Cockpit aus der Giulia

Wie ein Großteil der Antriebstechnik stammt auch das Cockpit aus der Giulia, was viele Vor-, aber auch ein paar Nachteile hat. Einerseits überzeugt das Armaturenbrett durch seine soliden, passgenau zusammengebauten Kunststoffteile, Zierleisten mit Echtholzfurnier sowie übersichtlichen Instrumenten. Als kleine Extravaganz sorgt der Startknopf im Lenkrad für Formel-1-Gefühle.

Die schlechte Nachricht: Auch das Infotainment stammt aus der Limousine und muss daher ganz ohne Online-Anbindung auskommen. Nicht dass wir viele Internet-Spielereien vermissen würden – der Verzicht auf Echtzeit-Verkehrsmeldungen tut jedoch weh. So kommen Staumeldungen wie in den 90er-Jahren über den unpräzisen TMC-Dienst. Was schon deshalb verwundert, weil die Navigation von TomTom stammt, einem der besten Anbieter von Echtzeit-Verkehrsdaten. Da sich derzeit noch keine Handy-Apps über den Monitor steuern lassen, fallen Google oder Apple als Hilfsnavigatoren aus.

Alfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo Q4 First Edition, Interieur Foto: Dino Eisele
Das kontrastarme und langsame Navigationsystem muss ohne Online-Anbindung und somit ohne Echtzeit-Staumelder auskommen. In Sachen Infotainment überzeugt der Stelvio nicht.

Aber auch die kontrastarme und unübersichtliche Kartendarstellung, die es fast unmöglich macht, auf Reisen den genauen Routenverlauf abzulesen, sorgt für Verdruss. Selbst für die Berechnung langer Strecken braucht der Navigator ewig: An den 450 Kilometern von Stuttgart nach Lugano in der Schweiz knobelte das mit 2.550 Euro nicht gerade günstige Gerät fast drei Minuten herum.

Mag das Infotainment von gestern sein, beim Fahrspaß liegt der Stelvio voll auf der Höhe der Zeit. Dank nahezu ausgewogener Gewichtsverteilung, aufwendigem Fahrwerk mit Doppelquerlenkern vorn und Vierlenkerachse hinten sowie der sehr direkten Lenkung setzt er Richtungswünsche des Fahrers ansatzlos um. So ansatzlos, dass dieser auf der Autobahn erst üben muss, um einfach nur geradeaus zu fahren.

Auf trockenem Asphalt fährt der Stelvio mit Hinterradantrieb, erst unter Traktionsverlust schickt eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung einen Teil der Kraft nach vorn, wovon der Fahrer jedoch nichts mitbekommt. Zudem verkneift sich der Alfa gefährliches Gezicke im Grenzbereich. Selbst bei hohem Kurventempo lässt er sich problemlos beherrschen, schiebt gutmütig über alle viere. Übertreibt es der Fahrer jedoch, zeigt ihm das nicht abschaltbare ESP deutlich seine Grenzen auf. Was schon mal vorkommen kann, wenn sich, wie in unserem Fall, der 280 PS starke Turbobenziner unter der Aluminiumhaube befindet.

Bereits im unteren Drehzahlbereich legt der Zweiliter wuchtig los, dreht motiviert hoch und beschleunigt den immerhin 1.756 Kilo schweren Testwagen in 5,8 Sekunden auf Tempo 100. Sein Testverbrauch dürfte ihn derzeit sogar für Diesel-Abtrünnige interessant machen: 10,5 Liter Super auf 100 Kilometer sind angesichts von Größe und Fahrleistungen keinesfalls zu viel.

Grandiose ZF-Automatik

Alfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo Q4 First Edition, Interieur Foto: Dino Eisele
Das schnell und ruckfrei schaltende Automatikgetriebe lässt keinen Doppelkuppler vermissen.

Anders als bei den Zweiliter-Benzinern in Audi Q5 oder Porsche Macan kommt kein Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz. Vielmehr setzt Alfa auf eine Achtstufenautomatik von ZF, die bestens mit dem Vierzylinder harmoniert, stets die passende Übersetzung trifft und so zackig wie ruckarm schaltet. Zum ausgewogenen Charakter passt der Verzicht auf Soundexzesse, der Klang stößt auch in Wohngebieten nicht unangenehm auf. Zudem lassen sich selbst lange Strecken auf den großen, bequemen Sesseln mit ihrer nicht zu aufrechten Sitzposition entspannt abspulen.

Ein paar Detailmängel trüben jedoch das Bild: So behindern die großen, fest hinter dem Lenkrad montierten Schaltpaddles den Griff zu Blinker und Scheibenwischer. Zudem tat sich die Klimaanlage bei Temperaturen über 30 Grad schwer, für eine gleichmäßige Abkühlung zu sorgen. Und ein Spurhalteassistent, der beim Überfahren von Straßenmarkierungen nur mit seltsamen Geräuschen aus den Lautsprechern warnt statt gegenzusteuern, wirkt kurios statt hilfreich.

Alfa Giulia 2.2 Diesel im TestBester Alfa der Neuzeit

Trotz seines fahrdynamischen Talents hat sich der Stelvio eine ordentliche Portion Federungskomfort bewahrt. Obwohl kurze Querrippen spürbar durchschlagen und bei gleichmäßiger Fahrt oft leichte Hubbewegungen auffallen, was auch an den mächtigen 20-Zoll-Rädern des Testwagens liegt, steckt die Federung richtig üble Schlaglöcher erstaunlich gelassen weg und beweist unter Beladung hohe Reserven. Das getestete Sondermodell First Edition muss zwar ohne die optionalen Adaptivdämpfer auskommen, doch insgesamt passt der Komfort.

Überhaupt passt sehr vieles am ersten SUV von Alfa Romeo, der sich keinesfalls über den Preis verkaufen will: Für den Topbenziner sind mindestens 49.000 Euro fällig, vergleichbare Audi Q5 oder BMW X3 liegen in änlichen Regionen. Wer unter den 90 Konkurrenten bisher nicht fündig wurde, bekommt mit dem Stelvio vielleicht genau den SUV, auf den er schon immer gewartet hat.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • Gutes Platzangebot vorn und hinten
  • Großer Kofferraum
  • Dreigeteilte Rücksitzlehne
  • Praxisgerechte Ablagen
  • Hochwertige Anmutung
  • Bequemer Einstieg
  • Mäßige Übersichtlichkeit nach hinten
  • Navigation mit grober Kartendarstellung und ungenauem Staumelder
Fahrkomfort
  • Bequeme Sitze
  • Ordentlicher Federungskomfort
  • Straffes Abrollen
  • Mäßige Klimatisierung
Antrieb
  • Durchzugskräftiger und drehfreudiger Motor
  • Ruckfrei agierende Automatik
  • Klobige Schaltpaddel
Fahreigenschaften
  • Hohe Agilität
  • Neutrales Einlenkverhalten
  • Gute Beherrschbarkeit im Grenzbereich
  • Übertrieben direkte Lenkung
Sicherheit
  • Zahlreiche Assistenzsysteme
  • Sichere ESP-Abstimmung
  • Sehr gute Bremsen
  • Basis nur mit Halogenlicht
Umwelt
  • Für Fahrleistungen angemessener Verbrauch
  • Hohes Standgeräusch
  • Keine alternativen Antriebe lieferbar
Kosten
  • Vier Jahre Garantie
  • Umfangreiche Serienausstattung
  • Hoher Preis
  • Jährliche Inspektion

Fazit

Ob man ihn kaufen soll? Wenn man mit dem veralteten Infotainment leben kann, eindeutig ja. Der geräumige, praktische und ausgesprochen agile Stelvio ist nicht nur ein Fall für treue Alfa-Romeo-Fans.

Technische Daten
Alfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo Q4 First Edition
Grundpreis56.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4687 x 1903 x 1671 mm
KofferraumvolumenVDA525 bis 1600 l
Hubraum / Motor1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung206 kW / 280 PS bei 5250 U/min
Höchstgeschwindigkeit230 km/h
0-100 km/h5,8 s
Verbrauch7,0 l/100 km
Testverbrauch10,5 l/100 km
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    Neuester Kommentar

    ....Übertrieben direkte Lenkung... es gibt keine grenze für dumme Auswertungen ...

    brunoL 3. Oktober 2017, 11:26 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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