6 Ausgaben testen + attraktive Prämie sichern!

6 Ausgaben auto motor und sport mit 25% Preisvorteil zum Preis von nur 17,60 € (ggf. zzgl. 1 € Zuzahlung) testen.

Dazu eine unserer zahlreichen attraktiven Prämien sichern!

Weitere Infos und Bestellung HIER!

Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Audi R8 Spyder im Test

Mittelmotorsportwagen mit V10 offenbart Schwächen

Audi R8 Spyder, Frontansicht Foto: Rossen Gargolov 19 Bilder

Nach geschlossen kommt offen – wie immer. Ob der Audi R8 Spyder mit 540 PS starkem V10-Saugmotor-Orchester hinter den Sitzen genauso hinterlistig um die Ecken feuert wie das Coupé? Wir klären die Frage im Test.

21.02.2017 Jens Dralle 3 Kommentare Powered by

Kommen Sie rein, nehmen Sie Platz. Hinlegen? Gerne. Dafür haben wir doch die sport auto-Couch. Wir zeigen Ihnen jetzt ein Bild, und Sie sagen uns, was Sie damit assoziieren. Ja, richtig erkannt, der neue R8 Spyder. Ein offener Mittelmotor-, nun ja, doch, Supersportwagen. Aha, ein harter Hund, sagen Sie. Brachiale Fahrleistungen, irrer Klang, am Rande des kammschen Kreises ein abenteuerliches Fahrverhalten, bis dahin aber auf maximale Querbeschleunigung gebürstet, absurd schnell, frei von Komfort. Ein Auto für Mutige, die zu den Härtesten im Nehmen zählen. Was das über Ihre Psyche aussagt? In aller Kürze: Sie leiden unter Realitätsverlust. Was vor allem für die Realität bedauerlich ist, denn ihr wäre zu wünschen, dass Sie mit Ihrer Assoziation richtig lägen. Doch der neue Audi R8 Spyder fährt weiter in seiner eigenen Realität, was sich recht bald auf der Anreise nach Hockenheim offenbart.

Kompletten Artikel kaufen
Einzeltest Audi R8 Spyder
Sport Auto 02/2017
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 4 Seiten)

5,2-Liter-V10-Triebwerk eskaliert in 2 Stufen

Dass du inzwischen recht ordentlich, wenngleich noch nicht hundertprozentig perfekt darin sitzen kannst, freut dich natürlich. So lässt es sich arbeiten. Schön, dass Audi das Interieur aufgeräumt hat, die Mittelkonsole entrümpelte, alle Funktionen im animierten Instrumentendisplay versammelt. Dafür schaffst du dir schon mal die etwas kniffelige Bedienung drauf, irgendwann klappt es gut, vieles lässt sich eh per zuverlässiger Sprachsteuerung befehlen. Viel lieber befiehlt jedoch der rechte Fuß die Ansprache des 5,2-Liter-V10-Triebwerks, jener irrwitzig drehende Saubär, dessen Motivation in zwei Stufen eskaliert. Stufe eins: ab 4.000 Umdrehungen. Stufe zwei: ab 6.000/min. Schluss: jenseits von 8.000/min.

Jetzt donnerpröttelt der Direkteinspritzer im Test gerade zwischen Stufe eins und zwei herum, ergänzt vom energisch über das Softtop rauschenden Fahrtwind, das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe serviert stets schnell und sanft die passende Übersetzung, das Durchschnittstempo ist hoch.

Derweil suchst du verzweifelt einen Grund, warum du jetzt unbedingt noch nach Hamburg musst. Oder nach Dresden. Weil's gerade so nett ist hier drin, weil der Audi R8 Spyder selbst Querfugen locker verfrühstückt, sogar jene fiese Verwerfung, die irgendjemand in die A 6 kurz nach der Ausfahrt Rauenberg geknetet hat. Ein Mittelmotor-Sportwagen? Wirklich? Na, dann nehmen wir uns doch 20 Sekunden Zeit, um auf der Landstraße das Verdeck unter die CFK-Abdeckung zu falten. Es reicht selbstverständlich, eine Taste zu drücken, die Hauptarbeit übernehmen die neun Stellzylinder des elektrohydraulischen Antriebs.

Audi opfert verlässliches Fahrverhalten für Komfort

Jetzt potenziert sich die Dramatik des fantastischen Antriebs, der mit konzeptbedingter Ansatzlosigkeit zubeißt, um sofort durch das breite Drehzahlband zu toben, ungeduldig dem Getriebe den nächsten Gang entreißt, um sich erneut zu entleiben. Rechtzeitig, kurz bevor wir uns um Kopf, Kragen und Führerschein fahren, biegt der Spyder auf unsere Hausstrecke ein. Der 1.781 Kilogramm schwere Zweisitzer (112 kg mehr als das Coupé) lässt sich in unserem Test noch eben Sommerräder aufziehen, das Verdeck krempelt sich wieder aus der Versenkung hoch. Und als du dann nach einer lockeren Aufwärmrunde aus der Südkurve auf Start-Ziel herausbeschleunigst, der R8 immer noch mit emporgereckter Schnauze am Starterhäuschen vorbeidonnert, ahnst du es.

Audi R8 Spyder, Motor Foto: Rossen Gargolov
Der V10 wütet im Heck.

Beim Anbremsen der Nordkurve, wenn du etwas länger als gedacht nach dem Druckpunkt der an sich gut verzögernden Bremse fischst, weißt du es. Als dann in der Querspange beim Lastwechsel das Heck stärker drängt, als es dein Mut verträgt, willst du eigentlich gar nichts mehr wissen. Da steht es längst fest. Wie schon beim Coupé opfert Audi auch beim Spyder ein verlässliches Fahrverhalten auf dem festlich beleuchteten Altar des Komforts.

Vielleicht haben sie bei Audi Sport ein bisschen zu viel Wilhelm Busch gelesen: „Gehabte Schmerzen, die hab ich gern.“ Es hilft nichts. Also erneut das Lenkrad mit spitzen Fingern anfassen, auch in der Hoffnung, dass sich so die auf der Landstraße ausreichende Rückmeldung um jenen Faktor erhöht, der deiner Sensorik das für die Rennstrecke nötige Gefühl überträgt. Doch das passiert nicht, vielleicht ginge es mit der serienmäßigen Lenkung ohne variable Übersetzung (die sogenannte Dynamiklenkung variiert zwischen 10,0 : 1 und 17,5 : 1) besser, wir wissen es nicht – und es ist auch nicht das größte Problem.

Die Karosserie bewegt sich zu sehr

Stattdessen hält dich der R8 mit seiner beständigen Unbeständigkeit auf Trab, watscht dich sofort mit einem hinterlistigen Lastwechsel ab, wenn du das Untersteuern am Kurveneingang mit leichter Gasrücknahme korrigieren möchtest. Jetzt schön im Drift halten? Puh, ebenfalls knifflig, zumal der Audi R8 Spyder dann schon auch so auskeilt, dass die Runde eh für die Katz ist. Dass Audi stolz darauf verweist, dass die Dynamiklenkung den R8 mit leichten Gegenlenkimpulsen auf der schnellen Linie zu halten versucht, hättest du am liebsten überhört.

Spätestens jetzt kommt natürlich auch die an sich hervorragend abgestimmte Regelelektronik an ihre Grenzen, denn nun muss sie selbst im Performance-Trocken-Modus mit harter Hand den R8 vorm Abseits bewahren. Die bei dieser Karussellfahrt in der straffsten Fahrwerkseinstellung erheblichen Karosseriebewegungen illustrieren eindrucksvoll die Unentschlossenheit des R8. Dass er dennoch die Rundenzeit des Coupés um zwei Zehntel unterbietet, lässt sich mit der etwas ausgeglicheneren Gewichtsverteilung sowie den durch die niedrigere Lufttemperatur noch motivierteren V10 erklären. Dafür dürfen Sie den R8 auch weiterhin lieben, ihn im Spyder wirklich pur genießen.

Für seine gespaltene Persönlichkeit allerdings muss der Audi mal auf unsere Couch. Machen Sie also bitte Platz. Danke.

Fazit

Es schmerzt. Sehr sogar. Wirklich. Wie soll ich als Autofan, der zu den Privilegierten zählt, Traumwagen fahren zu dürfen, anderen Autoverrückten erklären, dass der R8 auch als Spyder vieles sein mag, nur kein guter Sportwagen? Vielleicht so: Der Audi R8 Spyder ist kein guter Sportwagen. Er fährt furchtbar. Zumindest auf der Rennstrecke. Falls sich doch mal einer dorthin verirrt, sollte sein Fahrer bitte nicht das ESP abschalten. Also lieber Landstraßen niederringen? Nur bedingt, denn der Hersteller verweist stolz darauf, dass der Neue breiter baut als der Alte. Und der war ja eigentlich auch schon für diese kleine Welt zu groß.

Technische Daten
Audi R8 Spyder 5.2 FSI Quattro
Grundpreis179.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4426 x 1940 x 1244 mm
KofferraumvolumenVDA112 l
Hubraum / Motor5204 cm³ / 10-Zylinder
Leistung397 kW / 540 PS bei 7800 U/min
Höchstgeschwindigkeit318 km/h
0-100 km/h3,4 s
Verbrauch11,7 l/100 km
TestverbrauchSuper Plus
Alle technischen Daten anzeigen
Neu Registrieren

Erstellen Sie ein kostenloses Profil und profitieren Sie von vielen Vorteilen

  • Zugriff auf alle technischen Daten
  • Artikel kommentieren
  • Teilnahme an Gewinnspielen
  • Schneller PDFs kaufen
  • 360° Ansichten von Autos
  • Exklusives PDF-Bonus-Programm
Kostenlos anmelden
Login mit Ihrem Profil
    Anzeige
    Audi R8 V10, Audi R8 5.2 FSI Quattro, Frontansicht Audi ab 162 € im Monat Sixt Neuwagen: Leasing & Vario-Finanzierung Jetzt Fahrzeug konfigurieren
    Audi R8 Audi Bei Kauf bis zu 18,50% Rabatt Jetzt Fahrzeug konfigurieren
    Neuester Kommentar

    Audi hat mit dem aktuellen R8 ein klares Problem: Man hat offenbar keine Ahnung, wie man das Fahrzeug vermarkten will bzw. wie es am Markt platziert werden soll.
    Ich selbst habe ein aktuelles R8 V10 Plus Coupe und bin absolut begeistert. Der Motor-/Auspuffklang ist nicht von dieser Welt und geht voll unter die Haut aber auch sonst kann das Fahrzeug begeistern. Die Qualität passt, der Innenraum sieht überhaupt nicht nach Audi TT aus (keine Ahnung, wie der Kommentarschreiber darauf kommt, vermutlich noch nie in einem neuen R8 gesessen) und nach 13000 Kilometern keine Probleme.
    Leider merkt man aber auch am R8 V10 Plus Coupe, dass Audi Kompromisse machen wollte: Das Magnetic Ride Fahrwerk ist viel zu komfortabel abgestimmt, selbst in der sportlichsten Einstellung. Außerdem muss man das Fahrzeug, sofern man über 270 km/h fahren will, mit einem relativ hohen Reifendruck fahren. Mit dem Komfortreifendruck (unterhalb 270 km/h), lässt sich das Fahrzeug wesentlich sportlicher bewegen, die Untersteuerneigung ist deutlich geringer.
    Auch bei den verschiedenen Fahrprogrammen merkt man, dass Audi die Sache nicht ganz zu Ende gedacht hat. Selbst in der Gebrauchsanleitung gibt es keine echte Erklärung für die Performance Programme Snow, Wet und Dry. Wozu sollte man den Performance Modus bei Schnee brauchen? Dann gibt es zwar die Möglichkeit zu einer individuellen Einstellung aber die sportlichste Gaspedal-, Getriebe- und Lenkungskennung ist nicht wählbar, da nur im Performance Modus verfügbar. Der Performance Modus schaltet das ESP leider in einen sehr geringen Regelbereich, so dass das auf öffentlichen Straßen nicht wirklich empfehlenswert ist.
    Die PZero Serienreifen sind zwar OK aber gerade bei sehr warmen Temperaturen nicht wirklich sportlich. Sobald die Reifentemperatur über 60°C geht, werden sie "schmierig". Die optionalen Cup Reifen brauchen Temperatur und sind dafür bei Regen und kalten Temperaturen nicht der Hit.
    Warum Audi nicht die fantastische neue Reifenmischung des aktuellen 991.2 Turbo S (PZero N1) nutzt, ist mir schleierhaft.
    Dann stelle ich mir die Frage, warum der Huracan z.B. so viel leichte als der R8 ist? Mein Händler meint, es hätte mit zusätzlichem Dämmmaterial zu tun und tatsächlich ist der R8 im Innenraum, vor allem bei geschlossenen Fenstern, deutlich leiser als der Huracan. Wollen Audi R8 Fahrer tatsächlich mehr Komfort? Ich bezweifle das.
    Was ich wollte, ist ein Huracan mit Audi Hülle. Der R8 ist zwar sicherlich ein Huracan in Audi Verkleidung aber leider wurde beim R8 zu viel Wert auf Komfort gelegt.
    Dann wäre da noch das Virtual Cockpit: Tolle Sache aber warum muss der Supersportwagen R8 die gleiche GUI Grafik haben wie ein Audi A4? Macht das Sinn? Nein!
    Wenn Audi den neuen R8 derart stiefmütterlich behandelt, braucht man sich nicht wundern, dass die Kunden zögern. Das merkwürdige Leistungsproblem (Motor) beim Sport Auto Supertest, wurde ebenfalls niemals aufgeklärt. Warum eigentlich nicht?! Audi scheint sich den R8 selber vermiesen zu wollen, aus welchen Gründen auch immer. Schade, ich liebe meinen R8 aber es gibt soooooo viel Verbesserungspotential.

    Rennteam 22. Februar 2017, 12:00 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
    Gebrauchtwagen Angebote