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Suzuki Wagon R+ im Test

Neue Raumkonzepte für viel Platz

Kleinstwagen haben Hochkonjunktur: Neue Raumkonzepte versprechen viel Platz bei kompakten Außenmaßen. Bereits im Frühjahr präsentierte Daihatsu seinen Micro-Van Move. Jetzt zeigt Suzuki, was auf weniger als 3,50 Meter Länge machbar ist.

02.04.2000

Seit Jahrhunderten sind die Japaner für ihre Bonsais berühmt: Miniaturbäume, die durch geschicktes Zurückschneiden junger Triebe, das Abbinden der Wurzeln und sparsames Düngen künstlich klein gehalten werden. Einen Hang zum Kleinen zeigen auch Nippons Autobauer: Für die knapp bemessenen und rigide bewirtschafteten Parkräume japanischer Großstädte entwickelten sie Fahrzeuge, die trotz kompakter Außenmaße Platz für vier Personen bieten. Seit kurzem werden diese Micro-Vans auch in Deutschland angeboten. Vorreiter Daihatsu gab dabei ein schwaches Debüt. Der 3,31 Meter kurze und 1,40 Meter schmale Move mit Dreizylindermotor erhielt in der auto motor und sport- Wertung nur einen Stern.

Der Federungskomfort, das Fahrverhalten, die Bremsen und die Verarbeitungsqualität erwiesen sich als unzureichend. Eine gute Ausgangsbasis also für den Suzuki Wagon R+. Tatsächlich vermittelt der Newcomer auf den ersten Blick einen positiven Eindruck. Die textilen Bezüge der für japanische Verhältnisse straff gepolsterten Sitze und der hellgraue Dachhimmel schaffen ein freundliches Ambiente. Für genügend Ablagemöglichkeiten ist gleichfalls gesorgt. Sie reichen von einfachen Haltenetzen an den Türen bis hin zum herausnehmbaren Einkaufskörbchen unter dem Beifahrersitz. Im Detail weist jedoch auch der Suzuki Schwächen auf: Die Nadelfilzabdeckung des Laderaums ist wenig paßgenau und mit einem losen Schaumstoffteil nur spärlich unterfüttert.

Fehlende Ausstattungselemente, wie die für Beifahrer und Fondpassagiere eingesparten Haltegriffe über den Türen oder der selbst gegen Aufpreis nicht lieferbare Verstellmechanismus für die Außenspiegel, verstärken den Eindruck, daß hier bewußt sparsam zu Werke gegangen wurde. Erstaunlich üppig fällt dafür das Raumangebot aus. Vier Erwachsene sind auf nicht allzu langen Strecken im Wagon R+ gut aufgehoben. Dank der gegenüber dem japanischen Modell um 18 Zentimeter gewachsenen Innenraumbreite herrscht überall ausreichend Ellbogenfreiheit.

Nur für das rechte Knie des Fahrers besteht Kollisionsgefahr: Beim Einlegen des zweiten Gangs sucht der Schaltknüppel den direkten Körperkontakt. Im Gepäckabteil ist selbst bei voller Besatzung noch Raum für vier Sprudelkästen, was bei einer Wagenlänge von 3,41 Metern keine Selbstverständlichkeit darstellt. Für den Fall, daß es im 220 Liter fassenden Kofferraum dennoch einmal eng wird, läßt sich die getrennt umklappbare Rücksitzlehne steiler stellen – das schafft zusätzlichen Raum. Werden die Lehnen der Fondsitze nach vorne geklappt, senken sich die zugehörigen Sitzflächen automatisch ab. So entsteht ein ebener Gepäckraum, der aufgrund seiner mit 410 Kilogramm grosszügig bemessenen maximalen Zuladung und der niedrigen Ladekante diesen Namen auch verdient. Im Stadtverkehr zeigt das kurze, kastenförmige Auto mit den großen Außenspiegeln, wo seine Stärken liegen: Bei Parkmanövern erweist es sich als äußerst übersichtlich – zumindest nach hinten.

Die kurze Frontpartie entzieht sich dagegen den Blicken des Fahrers. Seine Handlichkeit bezieht der Minivan aus einem mit 9,60 Metern vorbildlich klein geratenen Wendekreis und der leichtgängigen, serienmäßigen Servolenkung. Sie läßt allerdings bei flotter Fahrweise die nötige Rückmeldung vermissen. Angesichts der geringen RückstellkraÅNfte der Lenkung fällt es somit schwer, eine saubere Linie durch Kurven zu finden. Ansonsten legt der Winzling, von dem Suzuki im kommenden Jahr in Deutschland rund 12 000 Exemplare verkaufen will, ein gutmütiges Fahrverhalten an den Tag. Trotz seiner mit gut 1,70 Meter beachtlichen Höhe und der langen Federwege mutet er seinen Passagieren keine unerwarteten Kippbewegungen der Karosserie zu. Entsprechend souverän bewältigt er Slalom- und Ausweichtests (siehe auch Heft 24/97). In Sachen Fahrwerksabstimmung besteht dennoch Verbesserungsbedarf.

Querrillen quittiert der Wagon R+ mit einem dumpfen Poltern der Vorderachse, lange, aufeinanderfolgende Bodenwellen mit einem starken Nachschwingen der Karosserie.

Bei voller Zuladung verringern sich zwar die vertikalen Schaukelbewegungen, dafür erweisen sich aber die weichen Federn der Belastung nicht gewachsen: Der Wagen federt hinten vollständig bis zum Anschlag ein. Im Alltagsbetrieb fällt vor allem die schlechte Traktion bei Nässe auf: Beherztes Anfahren bestraft der Fronttriebler mit durchdrehenden Vorderrädern, in feuchten Kurven beginnt er schon bei verhältnismäßig geringen Geschwindigkeiten spürbar zu untersteuern. Angetrieben wird der Wagon R+ von einem 65 PS starken Einliter-Vierzylindermotor, der seine Leistung aus hohen Drehzahlen bezieht: Erst bei über 8000 Touren regelt der Begrenzer ab. Der Testwagen erreichte in 13,9 Sekunden die 100 km/h-Marke und war damit fast drei Sekunden schneller, als das Werk vorgibt.

Trotz des hohen Drehzahlniveaus ist der Motor weder unkultiviert noch durstig: Im Testbetrieb begnügte er sich mit 7,8 Liter Normalbenzin. Weniger überzeugen können die zwar standfesten, aber nur mäßig verzögernden Bremsen und die lange Getriebeübersetzung. Letztere zwingt den Fahrer zu häufigen Gangwechseln, die angesichts der unpräzisen Schaltung kein Vergnügen bereiten. Insgesamt macht der Wagon R+ einen erwachseneren Eindruck als der Daihatsu Move – und das hat seinen Preis: 19 850 Mark verlangt Suzuki für die Basisversion. Seitenaufprallschutz, Fahrer- und Beifahrer- Airbag, Gurtstraffer, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und Metallic- Lackierung sind darin bereits enthalten. Das Komfortpaket mit ABS und Klimaanlage kostet 2950 Mark extra. Der Preis für die 1998 erscheinende Automatikversion steht noch nicht fest.

Bei Amazon finden Sie umfangreiches Zubehör zum Suzuki Wagon R+.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gutes Raumangebot
  • variabler Kofferraum
  • hohe Zuladung
  • mäßige Verarbeitungsqualität
  • teilweise umständliche Bedienung
Antrieb
  • laufruhiger Motor
  • ordentliche Fahrleistungen
  • hohes Drehvermögen
  • zu lange Getriebeübersetzung
  • unpräzise Schaltung
Fahrkomfort
  • angenehme Sitzposition
  • niedrige Betätigungskräfte
  • eingeschränkter Federungskomfort
  • schwache Heizleistung
  • lautes Lüftungsgebläse
Fahreigenschaften
  • ausgeprägte Handlichkeit
  • gutmütiges Kurvenverhalten
  • zu wenig Rückstellkraft der Lenkung
  • Traktionsprobleme bei Nässe
  • starke Untersteuerneigung bei Nässe
Sicherheit
  • Seitenaufprallschutz
  • Airbag für Fahrer und Beifahrer
  • Gurtstraffer vorn
  • mäßig verzögernde Bremsen
  • keine Seitenairbags lieferbar
Kosten
  • angemessener Kaufpreis
  • 3 Jahre Garantie
  • 6 Jahre Garantie gegen Durchrostung
  • schlechte Wiederverkaufschancen
Umwelt
  • Kennzeichnung aller Kunststoffteile über 100 Gramm
  • günstiger Benzinverbrauch
  • erfüllt nicht die D3-Norm

Fazit

Wer viel Platz auf kleinstem Raum sucht, ist beim Suzuki Wagon R+ an der richtigen Adresse. Er ist wendig und läßt sich dank seines drehfreudigen Vierzylindermotors zügig fortbewegen. Abzüge gibt es für die unpräzise Schaltung, mäßige Bremsen und die Fahrwerksabstimmung.

Technische Daten
Suzuki Wagon R+ 1.0
Grundpreis10.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3410 x 1575 x 1705 mm
KofferraumvolumenVDA220 bis 633 l
Hubraum / Motor996 cm³ / 4-Zylinder
Leistung48 kW / 65 PS bei 6500 U/min
Höchstgeschwindigkeit140 km/h
0-100 km/h13,9 s
Verbrauch6,0 l/100 km
Testverbrauch7,8 l/100 km
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