Aston Martin Rapide E

Hier surrt der 610-PS-Elektrosportwagen

Aston Martin Rapide E Foto: Aston Martin / Screenshot: Twitter

Aston Martin hatte 2015 in London mit dem Rapide E Concept einen Ausblick auf einen Elektro-Rapide gegeben. Jetzt wurde der Bau des Elektrosportwagens offiziell bestätigt. Aston Martin-Chef Andy Palmer hat auf Twitter nun ein erste Prototypen-Video gepostet.

Aston Martin wird 2019 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen, das hat der Sportwagenhersteller jetzt offiziell angekündigt. Die ersten Kunden erhalten das Modell im vierten Quartal 2019, allerdings ist der E-Aston auf 155 Exemplare limitiert. Die Stückzahl weist auf die Höchstgeschwindigkeit hin: 155 Meilen pro Stunde soll der Rapide E fahren, das sind 248 km/h. So schnell solle der Elektrosportwagen auch über längere Zeit fahren können, sagt John Caress, der bei Aston Martin als Vehicle Line Director für Rapide, Hypercar und Heritage verantwortlich ist und den wir vor einigen Monaten besuchten.

Unter vier Sekunden von 0-96 km/h

Wie groß der Akku sein wird und wie stark der Motor? Da war der höfliche und eloquente Brite schmallippig: No comment. Noch nicht. Jetzt wissen wir, an Bord ist ein flüssigkeitsgekühlte 800 Volt Lithium-Ionen-Batterie mit 65 kWh Leistung. Untergebracht ist das Batteriepack dort, wo sonst der Sechsliter-V12, der Tank und das Getriebe hausen. Beide Elektromotoren produzieren zusammen 610 PS und 950 Nm Drehmoment. Die Reichweite beträgt 320 Kilometer. Übrigens: Als Systempartner ist Williams Advanced Engineering mit im Boot.

Ein bisschen was erzählte Caress damals doch: in unter vier Sekunden soll der Rapide E von null auf 60 Meilen pro Stunde beschleunigen können – und zwar mehrmals hintereinander. Jetzt wissen wir, er hat nicht gelogen und können noch mit einer anderen Zahl aufwarten: Die Beschleunigung von 50 auf 70 mph (Meilen in der Stunde, umgerechnet 80 bis 112 km/h) geschieht in 1,5 Sekunden. Auch für eine Runde Nordschleife soll der Akku reichen.

Auf den ersten veröffentlichten Skizzen präsentiert sich der Rapide E nur mit kleinen Abweichungen von normalen Rapide. Die Motorhaube ist wie beim AMR-Modell stark perforiert, dafür wirkt der ursprüngliche Kühlergrill großflächig verschlossen. Markant wirken ein blau gehaltener Längsstreifen über die komplette Karosserie in Längsrichtung sowie der ebenfalls mit einer blauen Linie eingefasste Kühlergrill und blaue Leisten an den Seitenschwellerverkleidungen. Der Preis dürfte sich im Bereich von rund 275.000 Euro bewegen. Doch das ist für uns zunächst Theorie.

Aston Martin Rapide E: Elektro-Antrieb Williams Advanced Engineering

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Probefahrt im Elektro-Aston Martin

Die Praxis sieht noch anders aus: Vor uns steht ein Rapide, der bis auf einige Aufkleber und Leuchtdioden serienmäßig aussieht. Der Viertürer soll einen Eindruck davon vermitteln, wie ein elektrisch angetriebener Aston Martin fahren könnte. Mit dem späteren Auto hat das Erprobungsfahrzeug grob gesagt nur zwei Gemeinsamkeiten: Das Chassis eines Rapide und die Tatsache, dass es elektrisch angetrieben ist.

Aston Martin Rapid E Foto: Aston Martin
Aston Martin nutzt den Viertürer Rapide als Versuchsträger für den Elektro-Antrieb.


Die Akkus sind übrigens etwa so schwer wie der V12, verrät ein Ingenieur. Das Serienauto soll in Gewicht und dessen Verteilung dem Serien-Rapide entsprechen. „Einige Hundert Kilo“ würde der Antriebsstrang aus V12, Transaxle-Welle, Getriebe und Differenzial wiegen. Mehr sollen auch Akku und Elektroantrieb nicht auf die Waage bringen.

Wie schwer der Prototyp ist? Sie ahnen es: freundliches Kopfschütteln, no comment. Der Serien-Rapid wiegt 1,99 Tonnen und vom Gefühl kommt das hin: Leichtfüßig biegt der Prototyp gewiss nicht ums Eck. Die Lenkung rubbelt ein wenig; das liege an der elektrischen Servolenkung, die hier statt der hydraulischen aushelfe, erklärt der begleitende Ingenieur. Zwei Jahre vor Serienstart ist das egal, heute geht es um den Antrieb. Und dem gelingt es spielend, die 20-Zoll-Hinterräder auf dem feuchten Asphalt wegschmieren zu lassen. Ein Traktionskontrolle gibt es noch nicht.

Bildschirm statt Zeiger, Surren statt Summen

Statt der hübschen Uhren mit gegenläufigen Zeigern zeigt ein kleiner Bildschirm die Geschwindigkeit an. Außerdem stehen dort in sachlichen, weißen Ziffern die Außentemperatur und die Akkuladung. Ansonsten entspricht die Bedienung der eines Serien-Rapid, auch die Platzverhältnisse sind identisch. Die Geräuschkulisse ist es nicht: Abgesehen vom tiefen Surren des Elektroantriebs ist der Prototyp erstaunlich leise. Das klingt eher nach Nissan Leaf als nach einem GT mit V12-Motor, der je nach Leistungsanforderung mal summt und mal faucht.

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