BMW i4 M50 Bernhard Limberger, BMW
BMW i4 eDrive40 mit Heinrich Lingner
BMW i4 eDrive40
BMW i4 M50
BMW i4 M50 16 Bilder

BMW i4 eDrive40 und M50 im ersten Fahrbericht

BMW i4 eDrive40 und M50 Fährt sich der Elektriker BMW-würdig?

Das erste vollelektrische Mittelklasse-Modell von BMW steht in den Startlöchern. Wenige Monate vor dem Start konnten wir zwei Proto-typen auf Straße und Testgelände erproben.

Nur vehement geradeaus zu beschleunigen – das ist zu wenig für einen BMW. Erst recht für einen vollelektrischen, das wissen sie bei BMW. Also reicht es nicht, einen E-Motor plus zentnerschweren Akkublock ins Dreier-Chassis zu verpflanzen. Eine gewisse Leichtfüßigkeit solle der i4 haben, bei hoher Lenkpräzision und gleichzeitig angenehmem Fahrkomfort, hieß es.

Das kriegt BMW schließlich bei den konventionell angetriebenen Schwestermodellen der Dreier- und Vierer-Reihe mehr als passabel hin, warum also nicht auch mit E-Antrieb? Der bietet sogar einen Vorteil: Durch den Batteriepack im Wagenboden sinkt der Schwerpunkt im Vergleich zum konventionell angetriebenen Dreier um 53 Millimeter.

Genug der Vorrede, Fahrdynamik-Experte Daniel Mögele bittet in den i4 eDrive40. Der Prototyp ist so gründlich mit Tarnfolie überzogen, dass sich die Konturen des Gran Coupés vor dem regengrauen Himmel nur erahnen lassen. Im Innenraum dienen schwarze Matten als Blickschutz, nur die zum Fahren notwendigen Anzeigen bleiben offen.

Fein gefedert im eDrive40

Im i4 kommt die achte Generation des konzerneigenen Bediensystems zum Einsatz, einschließlich eines leicht gebogenen Displays vor dem Fahrer und eines iDrive-Drückstellers, der trotz Touchscreen und Gestensteuerung auch künftig im Einsatz bleiben wird.

06/2021, BMW i4 eDrive40
E-Auto

Eine kurze Ausfahrt durchs voralpenländische Revier der BMW Driving Academy auf dem ehemaligen Luftwaffen-Stützpunkt Maisach steht an, also los. Die Bedienung zeigt sich e-typisch: Ein Druck auf den Startknopf, ein Zupfer am Wählhebel, schon schleicht der i4 vom Platz.

Die E-Maschine der fünften eDrive-Generation in diesem BMW leistet 250 kW – oder 340 PS, falls Sie die Dampfpferde-Einheit bevorzugen – und wuchtet 430 Nm über das Einstufengetriebe zu den Hinterrädern. Entsprechend druckvoll setzt sich der i4 bei Betätigung des Fahrpedals in Bewegung. In unter sechs Sekunden kann er angeblich auf 100 km/h beschleunigen. Brauchen wir jetzt nicht.

Bestens dosiert und vehement

Wichtiger scheint hier die feine Ansprache auf Fahrpedalbefehle: Bestens dosiert und bei Bedarf sehr vehement legt der BMW Tempo zu, Überholmanöver im Wimpernschlagmodus inklusive. Das passt also so weit bestens zum BMW-Anspruch.

Besonders stolz sind die Entwickler auf das intelligente Rekuperieren, da bieten vorausfahrende Lkw und unzählige Kreisverkehre reichlich Gelegenheiten zum Ausprobieren. Zwei Modi stehen zur Verfügung, die am Wählhebel eingelegt werden können: "D" für adaptive Rekuperation sowie "B" für One-Pedal-Fahren. Interessanter scheint die D-Option, die aufmerksam den Abstand zum vorausfahrenden Verkehr hält und mittels künstlicher Intelligenz Kreuzungen, Ampeln und weitere Hindernisse vorausahnt, selbst wenn das Navi nicht aktiv ist. Bis zu 116 kW kann der Wagen so rekuperieren.

06/2021, BMW i4 M50
E-Auto

Funktioniert prima – nach wenigen Kilometern hinterm Lenkrad lernt das Fahrerhirn, den Rekuperations-Regelkreisen zu vertrauen. So lässt es sich aushalten im BMW, auch weil der Federungskomfort nicht zu kurz kommt. Der Wagen federt feinfühlig an, bleibt straff, doch nicht stößig – sicher auch ein Verdienst der luftgefederten Hinterachse und der hubabhängigen Dämpfer. So ist es schade, dass die Landstraßenfahrt im i4 schnell zu Ende geht. Aber nicht wegen der Reichweite, denn der 83,9-kWh-Akku im Unterboden hätte noch genug Saft, nach WLTP sogar für rund 590 km. Doch auf dem Testgelände wartet die nächste Eskalationsstufe des Elektro-BMW auf Verkostung: der i4 M50. Nichts wie zurück!

Vehemenz im M50

Auf den ersten Blick zeigt sich dieser ebenso gut getarnt wie der eDrive40. Die wichtigsten Unterschiede wären ohnehin unter der Karosserie: Anders als der hinterradgetriebene 40 verfügt der M50 über zwei Motoren, wobei der leistungsfähigere (230 kW) selbstverständlich auf die Hinterräder wirkt. Der vordere E-Motor kommt auf maximal 190 kW. Macht zusammen 400 kW oder 544 PS. Die feuern den M50 im Launch-Modus in weniger als vier Sekunden auf 100 km/h. Also genau jetzt: Bumm macht das, dein Hirn klebt hinten an der Schädeldecke und denkt vielleicht noch: Ach, so meinen sie das mit der vehementen Beschleunigung.

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Fazit

Fahrgefühl und Fahrkultur der Dreier- und Vierer-Reihe ins Elektro-Zeitalter retten, so lautete wohl der Auftrag an die Entwickler. Mission erfüllt, lässt sich nach der ersten Probefahrt mit i4 eDrive40 und M50 sagen. Beide glänzen mit gekonnt abgestimmten Fahrwerken und BMW-würdigem Antrieb.

BMW i4
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