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Canoo-Elektroauto-Startup: Elektro-Van zum Mieten

Elektroauto-Startup Canoo jetzt auch mit Van Skateboard-Plattform im Einsatz

Canoo will ab 2021 einen Elektro-Van zum Mieten auf die Straße bringen. Jetzt präsentiert das Unternehmen die Skateboard-Plattform im Einsatz.

Das kalifornische Startup Canoo möchte 2021 auch einen Elektro-Van anbieten, den Nutzer monatsweise mieten können. Gerüchten zufolge soll das Unternehmen im Jahr 2023 einen elektrischen Lieferwagen und im Jahr 2025 eine Sportlimousine auf den Markt bringen.

Hinter dem Startup aus Los Angeles stecken unter anderem ehemalige BMW-Manager, wie beispielsweise der i3-Entwickler Ulrich Kranz. Die Firma will ein Auto mit möglichst kleinem ökologischen Fußabdruck anbieten und ein Paketangebot machen, in dem Wartung, Versicherung und Strom schon enthalten sind. Der Canoo soll monatsweise ohne festgelegte Laufzeit gemietet werden können.

Skateboard-Plattform im Einsatz

Ganz neu präsentiert Canoo ein Video, in dem die von Hyundai und Canoo entwickelte eigenständige Skateboard-Plattform im Einsatz ist. Rennfahrerin Sara Price testete die Leistung der "nackten" Plattform mit ihrer Drive-by-Wire-Lenkung in verschiedensten Sitzkonfigurationen – mal vorn, mal hinten, mal zentral. Das Lenkrad lässt sich an jedes Kabinendesign oder jede Fahrerpositionierung anpassen. Diese Vielseitigkeit soll sich für autonomes Fahren eignen, sobald dies technisch möglich und erlaubt ist.

Die Plattform unterstützt Doppel-, Front- oder Heckmotorkonfigurationen und kann mit Doppelmotoren bis zu 500 PS eine Reichweite von über 482 Kilometer erreichen. Die hintere Primäreinheit ist für eine maximale Leistung von 300 PS und ein Drehmoment von 450 Newtonmetern ausgelegt, die vordere Einheit für eine maximale Leistung von 200 PS und ein Drehmoment von 320 Newtonmetern. Der Wirkungsgrad der Motoren soll 97 Prozent betragen.

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Die Modellpalette von Canoo soll nahezu jede Fahrzeugklasse umfassen.

Akku mit 80 kWh Kapazität – 400 km Reichweite

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Trotz guter Raumausnutzung soll ein Cw-Wert von 0,33 herauskommen.

Das Auto, dessen 80-kWh-Akku in der tragenden Skateboard-Architektur im Fahrzeugboden stecken, soll möglichst viel Platz bieten. Die Reichweite ist mit 400 Kilometern angegeben. In 28 Minuten soll der Akku zu 80 Prozent geladen sein – das entspricht 320 Kilometer Reichweite. Der Elektromotor mit 304 PS treibt die Hinterachse an, er soll den Canoo auf (abgeregelte) 200 km/h beschleunigen. Auf dem Chassis sitzt eine mit Thermoplast-Kunststoff beplankte Stahlkarosserie. Das Leergewicht beträgt zwei Tonnen, die Zuladung 580 Kilogramm.

Die Außenwände sind steil, die Räder in die Ecken gerückt. Bei 4,42 Meter Länge hat der Siebensitzer einen Radstand von 2,85 Meter. Der Elektrovan ist außerdem 1,90 Meter breit und 1,85 Meter hoch. Der Innenraum ist in einem schlichten Stil eingerichtet, die Passagiere sitzen auf einer longeartigen, umlaufenden Bank. Ein großes Glasdach lässt Licht ins Auto. Trotz steiler Außenwände soll der cW-Wert mit 0,33 für einen Van sehr ordentlich ausfallen.

Steer-by-Wire – Lenken ohne Lenksäule

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Der Canoo hat keine Lenksäule, der Fahrer steuert mit Steer-by-Wire.

Das Lenkrad ist klein, eckig und hat keine mechanische Verbindung zu den Rädern – der Canoo ist nach eigenen Angaben das erste Auto mit Steer-by-Wire ohne mechanische Rückfallebene. Das System ist komplett redundant. Fünf Radar- und 12 Ultraschallsensoren sowie sieben Kameras unterstützen den Fahrer.

Kranz folgt auf Krause

Canoo-Gründer Stefan Krause gab im Sommer 2019 sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Startups auf. Der ehemalige Deutsche-Bank-und BMW-Vorstand kümmert sich aber weiterhin im Aufsichtsrat um die Finanzierung des Startups. Krause trat "aus persönlichen Gründen" von seinem Amt zurück. Den Posten übernahm zunächst Ulrich Kranz, Technischer Direktor und ebenfalls Gründungsmitglied von Canoo. Der frühere BMW-Manager gilt als Vater des i3. Laut dem Portal ist das Unternehmen inzwischen auf 400 Mitarbeiter angewachsen – viele davon ehemals bei Sharing-Anbietern wie Uber und Lyft tätig – und soll bereits eine Milliarde Dollar für die Finanzierung der Entwicklung eingesammelt haben.

Canoo Konzept
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Autonomes Fahren ist Teil des Canoo-Konzepts.

Vorstand Karl-Thomas Neumann ging im Juli

Karl-Thomas Neumann verließ Canoo im Juli 2019. Neumann war von März 2013 bis Juni 2017 Opel-Chef, schaffte es aber nicht, den Autohersteller nachhaltig in die Gewinnzone zu bringen. Zum Anfang seiner Dienstzeit gehörte Opel noch zu General Motors. GM-Chefin Mary Barra ließ Opel von der französischen Groupe PSA schlucken – den Deal fädelte Barra anscheinend hinter Neumanns Rücken ein. Neumann verließ anschließend den Rüsselsheimer Autobauer. Anfang 2018 wurde er Vorstand von Canoo.

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Bleibt als Beirat beim Startup

An seinen Zielen ändert Canoo nichts. Laut eigener Aussage möchte sich Karl-Thomas Neumann mehr eigenen Projekten widmen – als Beirat arbeitet er weiterhin für das Unternehmen. Neumann hat zusammen mit Kranz und Krause die Strategie für Canoo entwickelt. Außerdem hat er sich um Digitalthemen gekümmert und Canoo mit seinem Netzwerk geholfen. Nachfolger von Karl-Thomas Neumann ist James Cox. Der Digital-Experte kommt vom kalifornischen Fahrdienstvermittler Uber.

Fazit

Canoo geht das Thema Auto radikal anders an, lässt die mechanische Lenksäule weg, bietet keine Kaufoption an und reduziert das Interieur auf das Nötigste. Alles soll für den Nutzer so einfach wie möglich sein. Ein Ansatz, über dessen Erfolg der Markt ab 2023 entscheiden kann.

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