Canoo
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Elektroauto-Startup Canoo

Elektro-Van zum Mieten

Canoo will ab 2021 einen Elektro-Van zum Mieten auf die Straße bringen. Hinter dem Startup aus L.A. stecken ehemalige BMW-Manager. Auch Ex-Opel-Chef Neumann war zeitweise an Bord.

Canoo will 2021 einen Elektro-Van anbieten, den Nutzer monatsweise mieten können. Hinter dem Startup aus Los Angeles stecken unter anderem ehemalige BMW-Manager wie der i3-Entwickler Ulrich Kranz. Die Firma will ein Auto mit möglich kleinem ökologischen Fußabbruck anbieten und ein Paketangebot machen, in dem Wartung, Versicherung und Strom schon enthalten sind; Der Canoo soll monatsweise ohne festgelgte Laufzeit gemietet werden können.

Akku mit 80 kWh Kapazität – 400 km Reichweite

Das Auto, dessen 80-kWh-Akku in einer tragenden Skateboard-Architektur im Fahrzeugboden stecken, soll möglichst viel Platz bieten. Die Reichweite ist mit 400 Kilometern angegeben. In 28 Minuten soll der Akku zu 80 Prozent geladen sein – das entspricht 320 Kilometer Reichweite. Der Elektromotor mit 304 PS treibt die Hinterachse an, er soll den Canoo auf (abgeregelte) 200 km/h beschleunigen. Auf dem Chassis sitzt eine mit Thermoplast-Kunststoff beplankte Stahlkarosserie. Das Leergewicht beträgt 2 Tonnen, die Zuladung 580 Kilogramm.

Kurz, breit, hoch – gute Raumausnutzung

Canoo Elektro-Minivan im Video
32 Sek.

Die Außenwände sind steil, die Räder in die Ecken gerückt. Bei 4,42 Meter Länge hat der Siebensitzer einen Radstand von 2,85 Meter. Der Elektrovan ist außerdem 1,90 Meter breit und 1,85 Meter hoch. Der Innenraum ist in einem schlichten Stil eingerichtet, die Passagiere sitzen auf einer Longe-artigen, umlaufenden Bank. Ein großes Glasdach läßt Licht ins Auto. Trotz steiler Außenwände soll der cW-Wert mit 0,33 sehr ordentlich ausfallen.

Steer-by-Wire – Lenken ohne Lenksäule

Canoo
Der Canoo hat keine Lenksäule, der Fahrer steuert mit Steer-by-Wire.

Fahrer und Beifahrer sitzen konventionell vorn auf zwei Sitzen, das Lenkrad ist klein, eckig und hat keine mechanische Verbindung zu den Rädern – der Canoo ist nach eigenen Angaben das erste Auto mit Steer-by-Wire ohne mechanische Rückfallebene. Das System ist komplett redundant. Das spare Gewicht und ebne den Weg zum autonomen Fahren, erklärt das Startup in einer Pressemitteilung. Fünf Radar- und 12 Ultraschallsensoren sowie sieben Kameras unterstützen den Fahrer.

Aus Evolzcity wird Canoo

Seit März 2019 heißt das kalifornische Startup Evelozcity Canoo. Das Unternehmen möchte 2021 Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen, vorrangig für Miet- und Carsharing-Dienste. Der Akkupack und der elektrische Antriebsstrang befinden sich bei den Fahrzeugen im Boden in einer sogenannten „Skateboard“-Plattform.

Canoo
Der Minivan wird monatsweise vermietet.

Kranz folgt auf Krause

Canoo-Gründer Stefan Krause gab im Sommer 2019 sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Startups auf. Der ehemalige Deutsche-Bank-und BMW-Vorstand kümmert sich aber weiterhin im Aufsichtsrat um die Finanzierung des Startups. Krause trat „aus persönlichen Gründen“ von seinem Amt zurück. Den Posten übernahm zunächst Ulrich Kranz, Technischer Direktor und ebenfalls Gründungsmitglied von Canoo. Der frühere BMW-Manager gilt als Vater des i3. Laut dem Portal ist das Unternehmen inzwischen auf 400 Mitarbeiter angewachsen – viele davon ehemals bei Sharing-Anbietern wie Uber und Lyft tätig – und soll bereits eine Milliarde Dollar für die Finanzierung der Entwicklung eingesammelt haben.

Canoo Konzept
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Autonomes Fahren ist Teil des Canoo-Konzepts.

Vorstand Karl-Thomas Neumann ging im Juli

Karl-Thomas Neumann verließ Canoo im Juli 2019. Neumann war von März 2013 bis Juni 2017 Opel-Chef, schaffte es aber nicht, den Autohersteller nachhaltig in die Gewinnzone zu bringen. Zum Anfang seiner Dienstzeit gehörte Opel noch zu General Motors. GM-Chefin Mary Barra ließ Opel von der französischen Groupe PSA schlucken – den Deal fädelte Barra anscheinend hinter Neumanns Rücken ein. Neumann anschließend den Rüsselsheimer Autobauer. Anfang 2018 wurde er Vorstand von Canoo.

Bleibt als Beirat beim Startup

An seinen Zielen ändert Canoo nichts. Laut eigener Aussage möchte sich Karl-Thomas Neumann mehr eigenen Projekten widmen – als Beirat arbeitet er weiterhin für das Unternehmen. Neumann hat zusammen mit Kranz und Krause die Strategie für Canoo entwickelt. Außerdem hat er sich um Digitalthemen gekümmert und Canoo mit seinem Netzwerk geholfen. Nachfolger von Karl-Thomas Neumann ist James Cox. Der Digital-Experte kommt vom kalifornischen Fahrdienstvermittler Uber.

Fazit

Canoo geht das Thema Auto radikal anders an, lässt die mechanische Lenksäule weg, bietet keine Kaufoption an und reduziert das Interieur auf das Nötigste. Alles soll für den Nutzer so einfach wie möglich sein. Mal sehen, wie schwer es sich das Start-up damit gemacht hat.

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