Dacia Elektroauto K-ZE (KWID EV) Collage: auto-motor-und-sport.de
Renault K-ZE Elektro-SUV
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CO2-Grenzwerte 2020

Warum der billige Elektro-Dacia kommt

2020 wird das erste Jahr, in dem zu hohe CO2-Emissionen sanktioniert werden. Das soll Autos sauberer machen, gefährdet aber gleichzeitig die Existenz von Marken, die bislang vor allem mit extrem günstigen Neuwagen gepunktet haben. Dacia versucht deshalb bis 2021 mit einem Elektroauto zum Kampfpreis die Flucht nach vorne.

Sie machen bei Renault gar kein großes Geheimnis daraus, dass die ab 2020 geltenden CO2-Grenzwerte den Konzern in Atem halten. Die Herausforderung, das letzte Gramm CO2 aus den Verbrennungsmotoren zu quetschen, ist aufwändig und kostspielig, kann für eine Marke wie Renault aber funktionieren. Weil die Kunden bereit sind, zum Beispiel für einen Hybrid ein paar Euro zusätzlich in die Hand zu nehmen. Oder durch ein Auto wie den Renault Zoe ohnehin schon für alternative Antriebe sensibilisiert sind. Die Sache wird dort problematisch, wo den Kunden extrem enge finanzielle Grenzen gesetzt sind. Bei Dacia, zum Beispiel.

Dacia muss erschwinglich bleiben

Elektro-SUV Renault K-ZE Paris Autosalon 2018
Renault
Auf dem Autosalon in Paris wurde der elektrische K-ZE als Studie präsentiert.

Das Geschäft der Renault-Billigtochter basiert darauf, Neuwagen zu einem Preis zu verkaufen, für den man üblicherweise nur Gebrauchtwagen bekommt. „Dacia muss erschwinglich bleiben!“, heißt es dazu aus dem Konzern. „Sonst kaufen die Kunden einen Gebrauchten, statt eines neuen Dacia!“. Und das wäre eben nicht nur schlecht fürs Geschäft, sondern auch für die Umwelt. Weil jeder neue Dacia unterm Strich ein paar Prozent sparsamer ist, als ein vergleichbarer Gebrauchtwagen.

Alle „Kleinen“ haben das CO2-Problem

Das Problem trifft übrigens alle Autobauer, die verhältnismäßig kleine Autos an verhältnismäßig viele Privatkunden verkaufen. Vorteil Dacia: globale Ressourcen. Und da kommt der elektrische Renault K-ZE ins Spiel, den die Franzosen ursprünglich mit Partner Dongfeng für den chinesischen Markt entwickelt haben. Premiere feierte der Renault City K-ZE getaufte Kleinwagen-Elektro-SUV auf der Shanghai Auto Show 2019.

In China ab 7.900 Euro

Renault K-ZE Elektro-SUV
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In China beginnen die K-ZE-Preise bei knapp über 7000 Euro. Entsprechend schlicht ist der K-ZE eingerichtet.

Der Radstand von 2,4 Metern bildet die Grundlage für großzügige Platzverhältnisse im Innenraum, der Kofferraum fasst 300 Liter. Per Schnellladung soll sich der K-ZE in 50 Minuten zu 80 Prozent laden lassen, an der herkömmlichen Steckdose beträgt die Wartezeit rund vier Stunden. Die maximale Batteriegröße wird mit 25,8 kWh angegeben – ausreichend für eine NEFZ-Reichweite von rund 270 Kilometer. Der E-Motor leistet 33 kW und 125 Nm. Als Grundpreis für China nennt Renault umgerechnet rund 7.900 Euro. Die höher positionierten Varianten sind mit rund 8.500 und 9.100 Euro eingepreist.

CO2-Ziele: Keine günstigen Neuwagen unter 20.000 Euro?

Europa-Anpassungen treiben den Preis hoch

So viel Elektroauto für so wenig Geld – das weckt natürlich auch in Europa Begehrlichkeiten, vor allem mit Blick auf Dacia. Auch wenn Renaults Elektroauto-Vorstand Gilles Normand gegenüber dem Branchenmagazin „Automobilwoche“ bereits angekündigt hat, dass das Modell für den europäischen Markt noch angepasst werden müsse, unter anderem um höhere Sicherheitsanforderungen zu erfüllen.

Für 15.000 Euro als Dacia

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Entwickelt wurde der K-ZE gemeinsam mit Renault-Partner Dongfeng.

Erste Innenraum-Checks in China legen zudem auch eine Überarbeitung des Interieurs mit etwas hochwertigeren Materialien nahe. Heißt: Ein Elektro-Dacia auf K-ZE-Basis wird sicher nicht für 9.100 Euro in der Preisliste stehen. Auf einer internen Renault-Veranstaltung wurde ein realistischer Preis von rund 15.000 Euro genannt, womit Dacia abzüglich des künftigen 6000-Euro-Umweltbonus ein beinahe konkurrenzlos günstiges Elektroauto an den Start bringen könnte. Pferdefuß: Die Hälfte der Förderung kommt vom Autohersteller selbst, Dacia müsste also pro Auto 3000 Euro zuschießen. Ob und wie sich das für die Rumänen rechnen kann, ist noch offen.

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Fazit

Mit Blick auf die CO2-Problematik muss man zu 100% davon ausgehen, dass der chinesische Renault City K-ZE unter anderem Namen spätestens ab 2021 als Dacia nach Europa kommen wird. Ob mit oder ohne Umweltbonus wird sich erst entscheiden, wenn man bei Renault weiß, wie „groß“ die CO2-Not bei Dacia tatsächlich ist. Mit steigenden Strafzahlungen rechnet sich dann irgendwann auch der 3000-Euro-Anteil am Umweltbonus.

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