e.Go Life 60 Elektrokleinstwagen

Bereit den Stadtverkehr zu rocken?

e.Go Life 60, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert 16 Bilder

Elektroautos gibt es schon einige. Doch eines fehle noch, um den Charme dieses Antriebskonzepts zu beweisen, meint ein Start-up aus Aachen. Klein und bezahlbar muss es sein, um den Stadtverkehr zu rocken. Nun ist der Kleine reif für die Serie – fast.

Muss ein Elektroauto all das können, was ein Verbrenner oder ein Parallel-Hybrid kann? Also 200 km/h schnell sein, ohne lange Tankpausen viele Hundert Kilometer am Stück abspulen? Platz für vier und jede Menge Gepäck haben? Professor Günther Schuh, Kopf der e.Go Mobile AG in Aachen, meint Nein. Denn Universalgenies, die Elektroautos heute noch lange nicht sind, kosten eben viel Geld und lassen dadurch eine Käufergruppe außer Acht, die mit einem ganz anderen Stromer bestens bedient wäre: Pflegedienste etwa oder Menschen, die nur in einem begrenzten Radius mobil sein wollen. Stellen die sich ein E-Mobil für 40.000 Euro plus x vor die Tür? Wohl selten.

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e.Go Life 60, Exterieur
Elektroauto für die Stadt Der neue e.Go Life 60
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e.Go Life 60, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert
Kleines E-Stadtauto eines Start-up-Unternehmens aus Aachen: Der neue e.Go Life 60.

So weit, so kurz die Vorgeschichte des e.Go Life, die durch plötzlich nicht mehr lieferbare Komponenten – Firmenübernahmen, Patentrechte – und verschärfte Freigabeverfahren bei Zulieferern ins Stolpern geriet. Nun aber soll die Produktion Mitte März starten, und ein blauer Testwagen in der Topmotorisierung 60 (60 kW, 82 PS) steht bereit, um die Eindrücke vom ersten Kennenlernen (Heft 15/2018) aufzufrischen.

Auf Augenhöhe mit SUV

In der Zwischenzeit hat der e.Go Life an Bodenfreiheit gewonnen und steht mit reichlich Luft in den Radhäusern da. Zugleich wurden die noch immer nahezu seitenhaltfreien Vordersitze etwas höher montiert. Man kann nun fast ohne Kniebeuge Platz nehmen und dann auf Augenhöhe mit SUV-Fahrern aus dem Auto schauen.

Am Heck gab es kleine Retuschen, die den Knuddelcharme des Life aber nicht beschädigen. Knopfaugen am Bug, runde Rückleuchten in der gläsernen Heckklappe, darunter ein spielerisch angedeuteter Diffusor: Der Kleine kommt fast so unternehmungslustig rüber wie einst ein Mini Cooper oder ein Fiat 500 Abarth.

e.Go Life 60, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert
Wo man sonst vor und zurück manövriert, schafft man dank rund neun Metern Wendekreis in einem Zug die Kurve.

Dass die Karosserie aus Kunststoff besteht, zeigen die großzügig dimensionierten Fugen – eine technische Notwendigkeit, da das Material sich bei Hitze dehnt und bei Kälte schrumpft. Vorteile dieser Bauart dagegen: Der Rost findet nichts zum Nagen, und das Gewicht ist niedrig.

Lohn des Leichtbaus

Für den Life 60 mit der schwersten Batterie nennt e.Go ein Leergewicht von unter einer Tonne; entsprechend hurtig legt der Kleine los. Der Heckmotor unter dem 140 Liter großen Kofferraum (maximal 680 Liter) bringt ab der ersten Umdrehung Instant-Druck auf die Hinterräder, auch jenseits von 100 km/h darf man durchaus von Beschleunigung reden. Die volle Leistung wird später aber wohl auf 45 Sekunden limitiert und ist dann erst nach einer kurzen Abkühlphase wieder abrufbar.

e.Go Life 60, Interieur Foto: Hans-Dieter Seufert
Das Fassungsvermögen des kleinen Laderaums umfasst 140 bis 680 Liter. Somit ist ausreichend Platz für Stadteinkäufe.

Selbst jenseits von 130 km/h fährt der Life trotz des kurzen Radstands stabil geradeaus, doch seine Spezialität ist ja die Stadt. Wo man sonst vor- und zurück manövriert, kriegt man dank rund neun Metern Wendekreis in einem Zug die Kurve – ein gewichtiger Vorteil bei der Jagd auf den letzten freien Parkplatz, der angesichts von 3,45 Metern Länge auch schnell klargemacht ist.

Bei dieser Kurbelei hilft die spielerisch leichtgängige Servolenkung im selben Maße, wie sie bei engagierter Fahrt nervt: kein Feedback, keine Transparenz. Die Ingenieure wollen ihr deshalb noch die Kennlinien massieren, denn das agile, kurvenfreudige Handling hat einen besseren Partner verdient. Vielleicht findet sich ja auch noch etwas Geschmeidigkeit für die Federung. Die agiert auf Querrinnen und grobem Kopfsteinpflaster aktuell eher steifbeinig.

e.Go Life 60, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert
e.Go Life: Clever gemacht, pfiffig gestaltet ,spaßig zu fahren und sehr wettbewerbsfähige Preise!

Das ist Abstimmungsfinesse, also machbar. Die rustikale Anmutung des Interieurs dagegen ist den Preisen ab 15.900 Euro inklusive Batterie geschuldet. Aber e.Go sucht schon Partner für Luxusversionen mit Leder und mehr, auch ein langer Viertürer ist angedacht. Doch jetzt muss erst mal der Kleine auf die Straße.

Fazit

Der e.Go Life ist clever gemacht, pfiffig gestaltet und spaßig zu fahren. Den rustikalen Innenraum kann man wegen der sehr wettbewerbsfähigen Preise durchaus akzeptieren. Mehr als das könnte so manchen Interessenten aber stören, dass der Life aktuell nicht auf schnelles Laden vorbereitet ist.

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Technische Daten
e.GO Life 60
Grundpreis 19.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3348 x 1700 x 1567 mm
KofferraumvolumenVDA 140 bis 640 l
Höchstgeschwindigkeit 152 km/h
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