Bollinger Batterie-Patent Bollinger
09/2019, Bollinger B1
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09/2019, Bollinger B1
09/2019, Bollinger B1 12 Bilder
SUV

Elektro-Geländewagen Bollinger B1: Infos, Daten, Preise

Bollinger B1 (2020) Bollinger patentiert Batterie

Bollinger aus Detroit hat sich die Batterie für seine robust-kantigen Elektro-Geländefahrzeuge patentieren lassen.

Bollinger Motors macht mit minimalistisch gestylten Elektro-Geländewagen auf sich aufmerksam. Der Hersteller aus Detroit hat bereits den SUV B1 und den Pickup B2 vorgestellt. Zu den Besonderheiten zählt unter anderem eine durchgehende Durchlade-Möglichkeit von der Front bis zum Heck des Fahrzeugs. Jetzt haben sich die Amerikaner eine speziell für Nutzfahrzeuge entwickelte Batterie patentieren lassen.

In 35-Kilowattstunden-Schritten

Aus der beim United States Patent and Trademark Office (USPTO) eingereichten Patentschrift geht hervor, dass die Batterie modular aufgebaut und von einer stabilen Struktur umgeben ist. Die einzelnen Module haben jeweils eine Kapazität von 35 Kilowattstunden – Bollinger möchte zum Marktstart Batterien mit Kapazitäten in Höhe von 35, 70, 105, 140 und 175 Kilowattstunden anbieten. Sämtliche Größen sollen sich sowohl für einen Betrieb mit 300 als auch mit 700 Volt eignen. Die Batterien sind von einem sogenannten i-Träger umgeben, der den Energiespeicher bei Seitencrashs schützt. Außerdem verlaufen in seinem Inneren Kühlwasserkanäle, um den Akku immer im optimalen Temperaturfenster zu halten.

Bollinger Batterie-Patent
Bollinger
Der modular aufgebaute Akku lässt sich in 35-Kilowattstunden-Kapazitäts-Schritten vergrößern.

Zukunftssichere Software

Die Software der Batteriesteuerung (BMS – Battery Management System) ist ebenfalls Teil des Patents. Das BMS überwacht an mehreren Stellen des Batteriepacks permanent die Spannung, die Stromstärke und die Temperatur und führt bei Bedarf entsprechende Regelungen durch. Außerdem soll das BMS in der Lage sein, Fehlfunktionen zu erkennen und so die Systemsicherheit zu gewährleisten. Laut Bollinger ist das BMS von Anfang an für eine beliebige Zahl von Batteriemodulen ausgelegt und somit auch für künftige, noch größere Akkus geeignet.

Bollinger Batterie-Patent
Bollinger
Bollinger positioniert seinen Akku mittig unter dem Fahrzeugboden - der Hochvoltspeicher soll auch anderen Herstellern von Nutzfahrzeugen zur Verfügung stehen.

Akkus auch für andere Hersteller

Die Bollinger-Akkus sollen sich laut Hersteller wegen ihrer prognostizierten hohen Energiedichte und ihrer in Aussicht gestellten hohen Dauerleistung für schwere und mittelschwere Nutzfahrzeuge, Baumaschinen und landwirtschaftliche Geräte eignen. Ab 2021 soll die Produktion der Akkus beginnen, die Bollinger dann auch für fremde Anwender zur Verfügung stellt.

09/2019, Bollinger B2
Bollinger Motors
Im Geiste der ersten Generation des Land Rover Defender: Bei den Fahrzeugen von Bollinger folgt jede Form einer Funktion (im Bild der Pickup B2).

Form Follows Funktion Truck

Bollinger nennt den B1 den "leistungsfähigsten Sport Utility Truck der Welt". Jeder Verbindungspunkt, jede Naht und jede Oberfläche des stark an den alten Land Rover Defender erinnernden Elektro-Geländewagen soll auf einen ganz bestimmten Zweck hin entwickelt worden sein.

Herausnehmbare Scheiben, Türen und Dachelemente

Tatsächlich verfügt der B1 über ein paar markante Eigenheiten. So sollen sich alle Fenster, Türen und Dachelemente einfach entfernen lassen können; letztere sind auf Wunsch aus Glas gefertigt. Im 1,96 Meter breiten, 1,85 Meter hohen und mit einem Radstand von 3,02 Meter gesegneten B1 finden bis zu vier Passagiere Platz. Oder zwei Passagiere und bis zu 3.200 Liter Ladung, wenn die hinteren Sitze verschwunden sind und der vordere Kofferraum genutzt wird. Außerdem verfügt der Bollinger über die praktische Eigenschaft, sperrige Gegenstände von ganz vorne nach ganz hinten durchladen zu können, also über die gesamte Länge von 4,35 Meter. Praktisch, wenn kein Motor im Weg ist und die Sitze einzeln verbaut sind.

09/2019, Bollinger B1
Bollinger Motors
Sperrige Gegenstände lassen sich von ganz vorne nach ganz hinten durchladen.

Angetrieben wird der Elektro-SUV von zwei jeweils an den Achsen montierten Elektromotoren, die über ein Zweigang-Getriebe und klassische Antriebswellen alle vier Räder antreiben. Die Systemleistung der beiden Motoren gibt der Hersteller mit 623 PS an, das Drehmoment soll sich auf 906 Newtonmeter addieren. Damit soll der kantige B1 Electric Truck in 4,5 Sekunden auf 60 mph (96,6 km/h) sprinten und im Bedarfsfall 161 km/h Topspeed erreichen.

120 kWh für bis zu 322 Kilometer

Inzwischen gibt Bollinger auch Daten zur im Fahrzeugboden untergebrachten Batterie des B1 bekannt. Die Akku-Kapazität soll bei 120 Kilowattstunden liegen, was eine Reichweite von 322 Kilometern ermöglichen soll. Per CCS-Schnellladen soll der Energiespeicher nach 75 Minuten wieder vollständig gefüllt sein. Rekuperieren kann der Bollinger B1 natürlich ebenfalls.

Das Chassis und die Karosserie des B1 sind vollständig aus Aluminium gefertigt. Fahrfertig mit Batterien bestückt bringt der B1 knapp 2,2 Tonnen auf die Waage. Die maximale Zuladung soll fast 2,4, die höchstmögliche Anhängelast 3,4 Tonnen betragen. Die Geländetauglichkeit wird durch den ebenen, verstärkten Unterboden unterstützt, die Bodenfreiheit wird mit 38 Zentimetern angegeben. Die Rampenwinkel betragen vorne 52 und hinten 43 Grad, den Böschungswinkel beziffert Bollinger auf 30 Grad. Bereift ist der B1 mit Geländegummis im Format 285/70-17, die Federwege sollen über 25 Zentimeter betragen.

Karges Interieur mit Analog-Instrumenten

Fraglich ist, ob es im Bollinger B1 so richtig gemütlich werden kann. Zwar vermitteln die analogen Instrumente ein heimeliges Ambiente, aber ansonsten geht es im Innenraum doch ziemlich karg zu. Außerdem verzichteten die Amerikaner komplett auf Dämmstoffe oder Verkleidungen. Auch die Abteilung Sicherheit und Assistenzssysteme ist beim Prototypen bislang unbesetzt; es gibt noch nicht einmal einen Fahrerairbag. Dafür ist eine Klimaanlage serienmäßig an Bord, genau wie Bluetooth-Konnektivität und sechs 110-Volt-Anschlüsse für externe Geräte. Beheizte Sitze gibt auf Wunsch in beiden Reihen.

Den aktuellen Status des B1 bezeichnet Bollinger als "Beta-Prototypen". Die Serienfertigung könnte also in nicht mehr allzu ferner Zukunft beginnen. Von der nur gut vier Meter langen und zweitürigen B1-Kurzversion ist übrigens keine Rede mehr. Den Grundpreis beziffert die im US-Bundesstaat Michigan ansässige Firma auf 125.000 US-Dollar. Interessenten können den Elektro-Geländewagen bereits reservieren, um nach dem Start der Produktion des B1 bevorzugt beliefert zu werden.

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Ja, ein Elektroantrieb ist offroad und zum Ziehen von Lasten super.
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Fazit

Die Entwicklung der Batterietechnik für Fahrzeuge schreitet rasant voran. Bollinger hat sich jetzt seine speziell für den Einsatz in schweren und mittelschweren Nutzfahrzeugen entwickelten Batterien patentieren lassen.

Kern des Patents sind ein modularer Aufbau, der das einfache Bauen verschiedener Batteriegrößen ermöglicht, eine stabile Schutzstruktur, die gleichzeitig die Kanäle zur Wasserkühlung beherbergt, und eine moderne Softwaresteuerung, die einerseits permanent den Batteriezustand überwacht und so für eine Langlebigkeit des Speichers sorgt, und die andererseits von Anfang an auch für die Steuerung noch kommender größerer Batterien ausgelegt ist.

Wer den alten Land Rover Defender vermisst – und von diesen Zeitgenossen soll es ja einige geben -, kann seinen Fokus ja nun auf den Erwerb des Bollinger B1 legen. Optisch kommt der US-Offroader dem britischen Vorbild zumindest schon mal ziemlich nahe – genau wie beim Thema Komfortmangel und generell mit seinem urigen Charakter. Doch es gibt schon harte Konkurrenz, auch aus dem Start-up-Lager: Rivian zum Beispiel scheint technisch und beim Design ein wenig voraus zu sein.

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