Audi e-tron Mercedes EQC AMS

So beliebt sind die deutschen Elektro-SUV

Audi E-Tron und Mercedes EQC ausverkauft

Die Premiumhersteller Audi und Mercedes haben lange gebraucht für ihre ersten Serien-Elektroautos. Jetzt werden sie von der Nachfrage überrollt, ehe ihre Elektro-SUV überhaupt auf der Straße sind.

Der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte auf seiner letzten Bilanz-Pressekonferenz etwa, dass er „nicht unglücklich“ wäre, wenn er schon zehn Elektrofahrzeuge im Portfolio hätte. Bis das so weit ist, wird es aber wohl mindestens 2022. „Ein Jahr hin oder her, ich glaube, wir haben alle Weichen auf volle Kraft voraus gestellt“, so Zetsche. Ein Jahr hin oder her – das ist auch das Motto beim ersten Elektromodell der Schwaben, dem Elektro-SUV EQC. Der soll zwar noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, aber so spät (im Herbst), dass er in diesem Jahr wohl keine nennenswerten Stückzahlen mehr machen wird: „Wir sind sicher, dass wir die Nachfrage in 2019 nicht befriedigen können und vermutlich auch 2020 nicht“, so Zetsche. „Aber wir tun alles, um die maximale Kapazität zu erreichen.“ Trotzdem sei der erste E-Mercedes damit schon vor dem Marktstart quasi ausverkauft, genau wie der Elektro-Smart.

EQC 400 (2019)
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Weit mehr als 20.000 Vorbestellungen für Audi E-Tron

Audi hingegen hatte ja beim E-Tron lange davon gesprochen, die ersten Autos noch im Spätjahr 2018 ausliefern zu wollen – bis es dann kurz vorher hieß, die Auslieferungen verzögerten sich wegen Softwareproblemen. Weil zuvor auch keine Verbrauchswerte angegeben waren, liegt der Verdacht nahe, dass die Software-Thematik auch Einflüsse auf die Homologation gehabt hat. Wie auch immer: Die Verbrauchswerte sind längst auf der Audi-Website (Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km*: 26,2 – 22,6 (WLTP); 24,6 – 23,7 (NEFZ), und die ersten 3.000 Autos sind laut Audi noch Ende 2018 vom Werk Brüssel an die Importeure in Niederlande und Norwegen ausgeliefert worden. Im Rest von Europa beginnt die Auslieferung ab Mitte März 2019, die USA folgen Mitte des Jahres, China im 2. Halbjahr.

Audi e-tron Quattro,
E-Auto

Aber auch hier übersteigt die Nachfrage die Produktionszahlen bei weitem: Es lägen „weit mehr als 20.000 Vorbestellungen vor, davon allein 16.000 in Europa“, heißt es aus dem Unternehmen. Die Ingolstädter haben unbestätigten Angaben zufolge für 2019 eine „mittlere fünfstellige Produktionskapazität“ geplant. Das würde bedeuten, dass der E-Tron für 2019 schon ab Juni ausverkauft wäre. Der E-Tron Sportback, der noch im Herbst 2019 auf den Markt kommen soll, kommt zwar noch on top. Aber in den letzten Monaten des Jahres wird er wohl nur noch auf eine kleinere vierstellige Stückzahl kommen. Die hätte er dann mit Mercedes EQC gemeinsam. So gesehen ist Audi nicht ganz so spät dran, wie Daimler – immerhin ist der E-Tron Sportback bereits der zweite vollelektrische Audi. Noch 2021 soll dann schon der E-tron GT und der Q4 E-Tron auf den Markt kommen. 2021 – man ahnt es – sicher nur mehr in kleinen Stückzahlen.

Audi Q4 E-Tron
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Fazit

Dass die deutschen Premiumhersteller das Thema Elektroauto viel zu lange vor sich hergeschoben haben ist offensichtlich. Denn die mutmaßlichen Lieferfristen von neun bis 12 Monaten klingen nach Luxusproblem, sind aber verlorene Zeit auf dem Weg, nennenswerte Stückzahlen von Elektroautos auf die Straße zu bringen, um die CO2-Limits der EU zu erfüllen und die Investitionen in die neue Technik reinzuholen. Noch mehr im Hintertreffen ist BMW. Ausgerechnet der E-Auto-Pionier hat den iX3 noch nicht mal als Serienauto gezeigt. In München hat man sich vom schleppenden Anlauf des i3 offenbar immer noch nicht erholt. Vielleicht kalkuliert BMW nach den Erfahrungen der Konkurrenz zumindest die Stückzahlen des neuen Elektro-SUV nach oben – der i3 kam schließlich schon 2013 auf den Markt. Und seitdem hat die Elektroauto-Welle offensichtlich beträchtlich Fahrt aufgenommen – zumindest die, die auf der scheinbar nie abebbenden SUV-Welle mitreitet.

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