Lotus Evija - Type 130 - Hypercar
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Lotus Evija - Type 130 - Hypercar 20 Bilder

Die geplante Lotus-Revolution

Der Lotus Evija in Zahlen

Lotus will ab 2020 die Supersportwagen-Welt mit einem Hypercar aufmischen. Der Evija soll in unter neun Sekunden 300 Stundenkilometer erreichen. Wir haben weitere Zahlen rund um den Über-Lotus recherchiert.

Lotus plant die Revolution. Der Evija soll der stärkste Sportwagen der Welt werden. Mit 2.000 PS, die vier Elektromotoren ins System speisen. Es klingt verrückt, doch die Engländer meinen es ernst. Lotus will sich zurückmelden mit Pauken und Trompeten. Und das sind die Zahlen dazu.

600 Kilogramm wiegen allein die Batterien des Lotus Evija. Nur 12 Kilogramm mehr Gewicht trägt der Lotus Europa Twin Cam aus den 1970er Jahren mit seinem 105 PS starken Reihenvierzylinder. Immerhin ein ganzes Auto. Der gesamte Evija soll unter 1,7 Tonnen bleiben. Die Batterie eines Formel-E-Rennwagens – geliefert von McLaren – hat ein Gewicht von rund 385 Kilogramm.

500 PS sollen an jedes Rad fließen. Die Systemleistung peilt Lotus mit 2.000 PS an. Das sind 1.471 Kilowatt oder 1,47 Megawatt. Ob es tatsächlich so kommt, müssen wir abwarten. In jedem Fall würde ein einzelner Elektromotor mehr leisten als jeder Lotus, den Hethel derzeit anbietet. Stärkstes Straßenmodell ist der 436 PS starke Exige Cup 430. Mit 500 PS wäre ein E-Motor so stark wie der Vierliter-Sechszylinder-Boxer im Porsche 911 GT3 (991.2).

Lotus Evija - Type 130 - Hypercar
Lotus
Der Fahrersitz soll weniger als 14 Kilogramm wiegen.

Testfahrten sollen möglich sein

0,84 Jedes PS müsste nur so wenig Masse antreiben, sollte Lotus tatsächlich worthalten und der Evija in seiner leichtesten Konfiguration maximal 1.680 Kilo wiegen (Leergewicht) und 2.000 PS leisten. Koenigsegg rühmte sich einst mit dem One:1, ein ausgeglichenes Leistungsgewicht erzielt zu haben (1.360 kg vs. 1.360 PS).

3 In unter drei Sekunden soll das Hypercar aus dem Stand auf Landstraßentempo sprinten. Wir schauen in die Testgeschichte von sport auto. Nur Porsche 918 Spyder (2,6 Sek.), Lamborghini Huracán Performante (2,8 Sek.), McLaren 720S, Ferrari 488 Pista, Lamborghini Aventador LP 700-4, Porsche 911 GT2 RS (991), Porsche 911 Turbo S (991.2) und Lamborghini Huracán LP 610-4 blieben unter der Dreisekunden-Marke. Lotus will nicht nur auf dem Papier glänzen. Man plant, ausgewählte Journalisten bei Tests ans Steuer zu lassen.

23 Monate dauerte bislang die Entwicklung des 2.000 PS starken Elektro-Übersportlers. Die ersten Entwürfe enstanden im August 2017 auf dem Zeichenbrett. Noch im August 2019 sollen die ersten Prototypen zu Testfahrten rollen. Es ist ein straffer Zeitplan. Schließlich will Lotus Anfang 2020 die ersten Kunden beglücken. Da muss sich der Kleinserienhersteller ranhalten.

6.204 Zellen bilden die große Batterie. Sie ist in 188 Module unterteilt. Die Pakete sitzen zwischen Fahrerkabine und Hinterachse. Also in Mittelmotor-Position. Vergleichen wir es mal mit einem bodenständigeren Auto. Im Mercedes EQC besteht die Batterie aus 384 Zellen, die in sechs Modulen zusammengefasst sind.

800 Volt beträgt die Batteriespannung. Die Spannung einer vollgeladenen Autobatterie liegt bei 12,8 Volt. Die einer Mignon-Batterie, die man zum Beispiel in eine Fernbedienung oder eine Taschenlampe steckt, bei 1,5 Volt.

4 Kühler sollen dafür sorgen, dass es unterhalb der windschnittigen Karosserie nicht zu heiß wird. Einer kümmert sich um die Batterie. Zwei Kühler widmen sich den vorderen Elektromotoren. Der vierte Kühler ist für die hinteren beiden E-Maschinen zuständig.

Magnesium-Felgen für Evija

1.700 Newtonmeter soll das maximale Drehmoment der vier Elektromotoren betragen. Damit würde der Evija das automobile Tauziehen gegen den Bugatti Chiron mit dessen 1.600 Newtonmeter gewinnen. Darüber hinaus ist das Lotus-Hypercar leichter als der Bugatti (Leergewicht von 1.995 Kilogramm) und dazu billiger. Der Chiron kostet über 2,8 Millionen Euro. Der Evija 1,88 Millionen Euro (1,7 Mio. Pfund) plus Steuern – also in Summe über zwei Millionen Euro.

150 Kilogramm wiegt das Kohlefaser-Chassis im Gesamten – inklusive der Befestigungspunkte für vordere und hintere Aufhängung, den vorderen und hinteren Schott sowie die obere Struktur für A-Säule, B-Säule und Dach. Der untere Teil wiegt 129 Kilo. Zum Vergleich: Das Chassis eines Koenigsegg One:1 kommt auf angeblich nur 72 Kilogramm.

8 Kilogramm oder weniger wiegt eine Magnesium-Felge an der Vorderachse. Die hintere soll weniger als neun Kilogramm auf die Waage bringen. Zusammengerechnet kommen die vier Felgen auf unter 34 Kilogramm.

14 Kilogramm wiegt der Fahrersitz mit Carbon-Schale und Leder-/Alcantara-Polsterung. Der Beifahrersitz ist etwa vier Kilo leichter. Warum? Lotus begründet es damit, dass der Fahrersitz elektrisch ver- und einstellbar sei.

2.600 Millimeter beträgt der Radstand des Lotus Evija. Damit baut das Hypercar zwischen den Rädern etwas kompakter als ein Ferrari 488 Pista (2.650 Millimeter), Mercedes-AMG GT R Pro (2.630 Millimeter) und ein Lamborghini Huracán Evo (2.620 Millimeter).

70 Kilowattstunden kann die Batterie, die von Williams Advanced Engineering kommt, speichern. Und damit mehr als das Pendant der Formel E, das auf 54 kWh kommt (2 kWh davon als Notreserve).

390x34 Millimeter messen die vorderen und hinteren Bremsscheiben. Das Gewicht beträgt jeweils knapp über sechs Kilogramm.

400 Kilometer soll die elektrische Reichweite auf dem Prüfstand betragen (WLTP). Das würde in etwa der Wegstrecke Stuttgart-Düsseldorf entsprechen. In Wirklichkeit werden es weniger sein. Man weiß ja, wie Prüfstand und Realität voneinander abweichen.

320 km/h soll das Hypercar übertreffen. Weder Elise, noch Exige oder Evora packen die 300er Marke. Der Evora GT410 Sport schafft als derzeit schnellstes Modell 298 km/h.

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