Hyundai Future Leser Test Drive 2019 Ioniq Plug-in-Hybrid Alexander Lamers

Hyundai Future Test Drive 2019

So waren die vier Wochen mit dem Ioniq Plug-in-Hybrid

Vier Wochen lang testen auto motor und sport-Leser verschiedene Hyundai-Modelle: Ioniq Hybrid, Ioniq Plug-in-Hybrid, Ioniq Elektro und Kona Elektro. Alexander Lamers fährt den Ioniq Plug-in-Hybrid. Hier seine Erfahrungen.

Der koreanische Autohersteller Hyundai bietet den Ioniq als klassischen Hybrid, Plug-In-Hybrid und rein elektrisch an. vier Wochen lang ausgiebig den Hyundai Ioniq PHEV testen und berichtet hier von seinen Erfahrungen sammeln. Auf seiner Pendlerstrecke ist Lamers routiniert unterwegs. Je nach Laune fällt sein Fahrstil mal sportlich, oft aber verbrauchsbewusst aus. Eine konkrete Auto-Anschaffung ist aktuell zwar nicht geplant. Wenn eine Neuanschaffung anstehen sollte, besteht jedoch klar der Wunsch nach einem alternativen Antriebskonzept, wie etwa Hybrid, Plug-in-Hybrid oder Elektro, was allerdings auch von der Wohnsituation abhängt. Aktuell wäre lediglich ein Hybrid alltagstauglich, da an seinem Tiefgaragenstellplatz keinerlei Möglichkeit besteht, elektrisch zu laden und es sich aus dem dritten Stock auf einer zugeparkten Straße schlecht lädt.

1. Woche

Hyundai Future Leser Test Drive 2019
Marcel Sommer
Bernhard Voß, Leiter Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei Hyundai Motor Deutschland GmbH, ließ es sich nicht nehmen, die Gewinner des Hyundai Future Test Drive 2019 persönlich zu begrüßen.

Auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Krefeld gab es laut der Smartphone App viele Lademöglichkeiten. Jedoch ergibt ein Zwischenladen für den Plug-In-Hybrid aufgrund der langsamen Ladegeschwindigkeit keinen Sinn. Am Ende dieser ersten langen Fahrt hätte ich einen typischen Benzinverbrauch von sieben bis acht Liter erwartet. Verbraucht habe ich laut Bordcomputer aber nur 4,9 Liter auf 100 Kilometer – hinzu kamen knapp acht Kilowattstunden des Akkus.

Bei meinen Eltern wurde per Haushaltssteckdose geladen. Hat direkt beim ersten Anlauf geklappt und die Ladegeschwindigkeit war zufriedenstellend (Es wurde ein 25 m 2,5 mm² Verlängerungskabel zwischengeschaltet). Es haben sich weder Kabel noch Steckdose erwärmt. Top! Öffentliches Laden habe ich an einer Station mit 11 kW von Allego ausprobiert: Aber die reale Ladegeschwindigkeit von zwei Kilowatt waren weniger als erwartet. Laden während des Lebensmitteleinkaufs ist somit mit einen Plug-In-Hybrid für mich zu viel Aufwand und zu teuer.

In Krefeld sind die Ladesäulen und deren zugehörige Parkplätze der Stadtwerke Krefeld leider bis auf eine für private Elektrofahrzeuge gesperrt, da diese für das eCar-Sharing der Stadtwerke reserviert sind. Damit fallen aktuell geschätzt 50 Prozent der möglichen Ladesäulen in Krefeld für Privatpersonen weg. Die vier Ladebuchsen beim Supermarkt Real sind gut zugänglich und sie haben den Vorteil, dass man direkt einen Parkplatz sicher hat. Die öffentlich nutzbare Ladesäule mit zwei Anschlüssen eines lokalen Autohändlers war leider von zwei seiner Vorführ-E-Fahrzeuge besetzt, die zu diesem Zeitpunkt aber nicht geladen wurden.

Hyundai Future Leser Test Drive 2019
Marcel Sommer
Alexander Lamers bekam bei der Fahrzeugübergabe letzte Tipps vom kompetenten Hyundaimitarbeiter.

Fahreindrücke

Der Elektroantrieb übernimmt sehr oft vollständig beim Dahinrollen mit 80 bis 100 Kilometer pro Stunde. Auch, wenn hohe Geschwindigkeiten nicht zum Sparcharakter des Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid passen, habe ich mich auch bei Tempo 170 sicher gefühlt. Das sanfte Anfahren mit dem Elektromotor oder dem gut abgestimmten Doppelkupplungsgetriebe macht die Stop-And-Go Fahrt in der Stadt bei viel Verkehr erträglich, zudem bin ich fast ausschließlich vollelektrisch unterwegs. Mein privater Diesel will im Stadtverkehr stets um die acht Liter haben, trotz Start-Stop.

Beim Ioniq muss man sich erst an die beiden, schmalen Sehschlitze hinten gewöhnen. Beim Parken unterstützt mich aber zum Glück die sehr gute Rückfahrkamera. Der quasi lautlose E-Antrieb begeistert und in der Stadt will man am liebsten die ganze Zeit im E-Modus fahren. Das ewig sich wiederholende Einkuppeln und Hochschalten des Verbrenners an jeder Ampel vermisst man nicht. Der Abstandstempomat ist super, wobei er nach kurzem manuellem Zwischengas direkt sehr stark verzögert (rekuperiert). Mithilfe des Abstandstempomaten samt Spurhalteassistent und dem Automatikgetriebe rollt man entspannt seinem Ziel entgegen.

Hyundai Future Leser Test Drive 2019
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Das hat mich überrascht

Der größere Kofferraum ist im Vergleich zu meinem aktuellen Privatfahrzeug (VW Golf) eine Verbesserung. Die Ladekabel können unterm Ladeboden in einem kleinen Fach gut verstaut werden. Für mich, der nicht ohne größeren Aufwand zuhause laden kann, wird sich ein Plug-In-Hybrid aktuell nicht lohnen. Meine Wahl würde auf den ca. 5.000 Euro günstigeren Hybrid fallen. Für die Zukunftwürde sich, Haus und Garage unterstellt,der Plug-In-Hybrid klar nach vorne spielen. Zudem sehe ich für ihn als Dienstwagen für die Fahrt zu einer Fortbildung oder zu einem Zulieferer für ein bis zwei Personen keine Probleme. Leider ist bei Tempo 130 ein Vogel quer zur Fahrbahn geflogen und gegen die Windschutzscheibe geprallt. Es gab einen lauten Knall, aber die Windschutzscheibe hatte keinen Kratzer. Mein Sicherheitsgefühl im Ioniq ist damit klar gestiegen.

Der Benzinmotor schaltet sich kaum hörbar ein und wieder aus. Bei starker Beschleunigung im Sportmodus ist er dagegen präsent. Mir gefällt, wie der Ioniq gefälliges Design und einen super cw-Wert vereint Und: Dass die Türverkleidungen zum Teil aus recyceltem Kunststoff, pulverisiertem Holz und Vulkangestein bestehen und ähnlich wie beim BMW i3 ist nicht nur der Antriebsstrang grüner ist!

Die 1. Woche mit dem Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid in Zahlen

  • Testzeitraum: 25.01. – 01.02.2019
  • Zurückgelegte Strecke: 510 km
  • Durchschnittsverbrauch: 4,8 l/100 km und ca. 3,5 kWh/100 km
  • Ladevorgänge: 2
  • Genutzte Ladeinfrastruktur: 1x Schuko beim Besuch meiner Eltern. Etwas weniger als 3 Stunden reichten aus, um den Akku von 24 Prozent auf 92 Prozent zu laden. 1x Ladestation am Real-Supermarkt (11 kW-Station). Der Akku war nach 45 Minuten laut Ladesäule mit 1,6 kWh geladen worden.
  • Schulnote (1-6): 2

2. Woche

Ich habe es mir nicht nehmen lassen den Hyundai auf der Autobahn auch mal auszufahren. Der Akku wird dann bis auf 1 % ausgepresst. Die Herstellerangabe bezifferte die Höchstgeschwindigkeit auf 178 km/h. Laut Tacho bin ich Spitze 189 km/h gefahren. Das Fahrwerk war ausreichend straff. Seine angenehme Reisegeschwindigkeit liegt aber unter 160 km/h.

Hyundai Future Leser Test Drive Ioniq Plug-in-Hybrid
Alexander Lamers
Laden aus dem dritten Stock ist nicht unmöglich, aber auf Dauer zu aufwendig.

Im täglichen Pendelverkehr konnte mich der Ioniq mit seinem guten Vortrieb beim Überholen von so manchem LKW auf der Landstraße überzeugen. Mein Ziel, die ersten fünf Kilometer meines Arbeitsweges innerstädtisch stets ohne Verbrenner zu fahren, konnte ich leider noch nicht verwirklichen, da die Scheibe bei den niedrigen Aussentemperaturen sonst morgens beschlägt. Aber: Die Lenkradheizung ist super, kalte Finger gehören der Vergangenheit an! Zudem habe ich anfangs das VESS (Virtual Engine Sound System) im Ioniq deaktiviert. In der Innenstadt hatte ich dann aber gelegentlich die Sorge von Passanten nicht bemerkt zu werden. Somit bleibt es nun an.

Das hat mich überrascht

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Alexander Lamers
Hier gibt es kein Strom für den Ioniq. Gut, dass ich noch Benzin im Tank habe.

Ladefrust stellte sich bei der Ladesäule von Digital Energy Solutions ein. Ich versuchte mein Glück mit der EnBW Mobility+ App, der Telekom-App und der Telekom-Ladekarte. Bei den Apps wurde nach kurzer Datenübertragung angezeigt, dass der Ladevorgang gestartet sei und das rote Stecker-Symbol im Ioniq zeigte die vorhandene Verbindung an. Leider startete die Säule den Ladevorgang nicht, sondern verweigerte mir den Dienst mit einem schlichten roten Blinken.

Die 2. Woche mit dem Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid in Zahlen

  • Testzeitraum: 02.02. – 10.02.2019
  • Zurückgelegte Strecke: 794 km
  • Durchschnittsverbrauch: 4,5 l/100 km und ca. 4 kWh/100 km
  • Ladevorgänge: 7
  • Genutzte Ladeinfrastruktur: Schuko (Großes Dankeschön an meine Nachbarn!)
  • Schulnote (1-6): 2

3. Woche

Ich kam diese Woche in die Verlegenheit meinen Diesel mit Handschalter wieder bewegen zu müssen. Wenn man das sanfte Dahingleiten im E-Modus nun seit bald drei Wochen in der Stadt gewöhnt ist, will man den Diesel in der Stadt keinen Meter mehr bewegen. Der Ioniq ist für mich perfekt, um entspannt durch die Stadt zu fahren.

Das allabendliche Laden ist schnell Routine. Bei dem Plug-In-Hybrid gefällt mir, dass ich keinerlei Reichweitenangst habe und dennoch in die Vorzüge einer rein elektrischen Fahrt komme. Er ist für mich, Heimlademöglichkeit vorausgesetzt, voll alltagstauglich. Die gute Ausstattung in Verbindung mit dem Preis ist zudem sehr attraktiv.

Das hat überrascht

Diese Woche haben zwei Arbeitskollegen je eine kurze Strecke selbst gefahren. Das sanfte Anfahren ohne Einkuppeln wurde von beiden gelobt. Die Abrollgeräusche oberhalb von 30-40 km/h sorgten für die vorherrschende Meinung, dass ab diesem Zeitpunkt ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug nicht leiser ist als ein moderner Benziner. Von der Ausstattung in Kombination mit dem Preis waren alle positiv überrascht!

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Alexander Lamers
Bei der kostenlosen Ladesäule am Krankenhaus Maria Hilf in Krefeld konnte der Ladevorgang schnell und unkompliziert gestartet werden. Stecker rein, x-beliebige Ladekarte benutzen zum Start des Ladevorgangs und der Strom fließt.

Die 3. Woche mit dem Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid in Zahlen

  • Testzeitraum: 11.02. – 17.02.2019
  • Zurückgelegte Strecke: 691 km
  • Durchschnittsverbrauch: 4,0 l/100 km
  • Ladevorgänge: 6
  • Genutzte Ladeinfrastruktur: 5 x Schuko, 1 x Typ 2 öffentlich
  • Schulnote (1-6): 2

4. Woche

Wenn man mit einem vollen Akku losfährt hat der E-Motor einen super Anzug und beschleunigt alleine gut. Neigt sich die elektrische Reichweite dem Ende springt bei gleichem Gasfuß der Benziner immer öfter mit ein. Mittlerweile habe ich meinen Fahrstil angepasst und bremse früher bei Kreuzungen und Ampeln, um mehr rekuperieren zu können. Dies irritiert jedoch den einen oder anderen Autofahrer hinter mir. Kurz vor Ende des Testzeitraumes konnte mir der Ioniq noch seinen nahezu optimalen Betrieb präsentieren. Für die Tagestour über 140 Kilometer lag der Verbrauch laut Bordcomputer bei 1,4 L/100km, sowie ca. 11 kWh/100 km. Dies war möglich, da ich ihn den Tag über laden konnte.

Das hat mich überrascht

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Alexander Lamers
Nahe des Dortmunder Fußballstadions fand Alexanders Lahmers eine freie Ladestation.

An der Dortmunder Westfalenhalle gab es zwei Ladestationen mit je zwei Anschlüssen. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft waren noch zwei Anschlüsse frei. Für die aktuelle Dichte an E-Autos also ausreichend. Einige Ladesäulen nehmen es sehr genau, was die Reihenfolge angeht. Erst den Ladevorgang in der App aktivieren, dann das Ladekabel anschließen. Von der Logik eines gewöhnlichen Tankvorgangs beim Verbrenner starte ich selten den Tankvorgang und stecke erst dann die Zapfpistole in den Tankstutzen ein. Auch seitens der Elektrotechnik, würde ich doch stets erst das Kabel anschließen, bevor ich eine Maschine anschalte.

Die 4. Woche mit dem Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid in Zahlen

  • Testzeitraum: 18.02. – 22.02.2019
  • Zurückgelegte Strecke: 934 km
  • Durchschnittsverbrauch: 3,6 l/100 km
  • Ladevorgänge: 7
  • Genutzte Ladeinfrastruktur: 6 x Schuko, 1 x Typ 2 öffentlich
  • Schulnote (1-6): 2
Mittelklasse E-Auto Saab 9-3 Aero NEVS Türkei plant eigenes Elektro-Auto Volks-E-Auto auf Saab 9-3-Basis

Das in der Türkei gebaute E-Auto soll eine Reichweite von 500 km bieten.

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