Nikola Semi Elektro-Truck Lkw Nikola Motors

Elektro-Lkw mit einer Megawattstunde

Nikola geht direkt auf Tesla los

Bisher wollte der US-Truckhersteller Nikola nur Brennstoffzellen-Lkw auf den Markt bringen. Mit rein elektrischen Trucks geht er jetzt direkt auf Tesla los.

Die Nikola Motor Company aus Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah stellt am 16./17. April 2019 auf der Nikola World in Scottsdale (Arizona) einen rein elektrisch betriebenen Truck vor. Das Modell soll mit drei Batteriekapazitäten verfügbar sein: 500 und 750 Kilowattstunden und in der Topvariante mit einer Megawattstunde. Die vom Unternehmen per Kurznachrichtendienst Twitter verkündete Meldung überrascht – schließlich hat Nikola bisher ausschließlich wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Trucks angekündigt. Mit rein elektrisch betriebenen Sattelschleppern würde sich Nikola direkt mit dem kalifornischen Elektroautohersteller Tesla anlegen, der ebenfalls E-Trucks angekündigt hat. Die Unternehmen haben sich nicht nur beide am Namen des Elektro-Pioniers Nikola Tesla bedient, sie sind auch in Feindschaft miteinander verbunden: Die Nikola Motor Company verklagte im Mai 2018 Tesla, Inc. wegen Design-Klau auf Schadensersatz in Höhe von zwei Millionen Dollar. Dabei kämpfen Nikola und Tesla nicht alleine um die Zukunft des Truck-Marktes: Daimlers Tochter Freightliner hat mit dem eCascadia bereits zwei rein elektrische Prototypen bei Kunden am Start.

Fahrbericht Freightliner eCascadia
Fahrberichte

Drei Modelle, eins für Europa

Nikola hat bereits drei Sattelschlepper (Semi-Trucks) angekündigt: den One, den technisch ähnlichen aber mit einer kleineren Fahrerkabine ausgestatteten Two und den für den europäischen Markt ausgelegten Tre. Während die ersten beiden Langhauber (Motorhaube ist dem Fahrerhaus vorgelagert) sind, ist das Europa-Modell als Frontlenker ausgelegt (kein Vorbau an der Fahrzeugfront). Alle drei Modelle sollten bisher einen Wasserstoffantrieb bekommen, der bei einer Leistung von bis zu 1.000 PS Reichweiten von bis zu 1.600 Kilometern möglich machen würde. Nun soll es alle drei Modelle auch mit reinem Elektroantrieb geben. Tesla hat ebenfalls schon elektrische Sattelschlepper angekündigt. Die Fahrzeuge sollen eine bruchsichere Frontscheibe bekommen (selbst mit einer nur leicht beschädigten Frontscheibe dürfen Trucks in den USA ihre Fahrt nicht fortsetzen) und eine Reichweite von 800 Kilometern schaffen. In einem gesonderten Tweet weist Nikola darauf hin, dass seine batterie-elektrischen Trucks eher für den innerstädtischen Kurzstrecken-Verkehr mit geringen Lasten gedacht sind.

Nikola One
Nikola One Nikola One Nikola One Nikola One 11 Bilder

Weiterhin von Wasserstoff überzeugt

Seine Wasserstoff-Lkw möchte Nikola 2021 auf den Markt bringen, der Tre soll 2020 Probefahrten in Norwegen absolvieren. Für den One gibt Nikola eine Kaufsumme von 375.000 US-Dollar an (aktuell umgerechnet zirka 332.025 Euro). Für die rein elektrischen Varianten gibt es noch kein Marktstart-Datum. Insgesamt geht der Hersteller davon aus, dass das Verhältnis zwischen verkauften Wasserstoff-Modellen und batterie-elektrischen Varianten 50 zu eins sein wird. Tesla will seine Sattelschlepper 2019 auf den Markt bringen, allerdings ist der Konzern bisher schon öfter durch massive Marktstart-Verzögerungen aufgefallen. Die 800-Kilometer-Variante soll in Europa 150.000 Euro kosten, die Reservierungsgebühr beträgt 17.000 Euro. Im Vergleich dazu verlangt Nikola aktuell keine Reservierungsgebühren für seine Trucks.

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