09/2019, Rimac C_Two Crashtest Rimac / Youtube
09/2019, Rimac C_Two Crashtest
09/2019, Rimac C_Two Crashtest
09/2019, Rimac C_Two Crashtest
09/2019, Rimac C_Two Crashtest 33 Bilder

Rimac C_Two

1.915 PS-Elektroauto im Crashtest

Auch ein ultrastarkes Hypercar muss bei der Zulassung beweisen, dass es sicher ist. Gut für uns, denn so können wir spektakuläre Bilder des Rimac C_Two zeigen. Hier gibt es zudem alle weiteren Informationen zum Elektrosportwagen, der fast 2.000 PS leistet und über 400 km/h rennt.

Nein, Richard Hammond hat diesmal nichts damit zu tun. Anders als im Sommer 2017, als der „The Grand Tour“-Moderator den Concept One bei einem Dreh schrottete, ist diesmal Rimac selbst für den Kernschrott verantwortlich, in den sich die Prototypen des Nachfolgemodells C_Two verwandeln. Denn auch ein Hypercar wie dieses, das bis vor Kurzem noch Concept 2 hieß, muss im Homologationsprozess nachweisen, dass es sicher genug für den Straßenverkehr ist.

„Ein nervenaufreibender Prozess“

Um sich auf die offiziellen Crashtests vorzubereiten und dabei gut abzuschneiden, führte der E-Sportwagen-Pionier selbst welche durch – fünf an der Zahl. Und veröffentlichte Fotos und Videos von den Crashtests, die laut Rimac „erfolgreich absolviert“ wurden. Die Kroaten wollen so sicherstellen, dass ihr erstes echtes Serienauto weltweit für die Straße zugelassen und auf allen wichtigen Märkten vertrieben werden kann. „Das ist ein nervenaufreibender Prozess für das ganze Team“, heißt es bei Rimac. Aber auch für jene Zuschauer des Crash-Videos, die in etwa einschätzen können, wie hoch der finanzielle Gegenwert der absichtlich herbeigeführten Schäden ist.

09/2019, Rimac C_Two Crashtest
Rimac C_Two Crashtest und Entwicklung
5:36 Min.

Das zweite Sportwagenmodell der Kroaten wird natürlich auch wieder rein elektrisch angetrieben. Der C_Two ist größer und noch luxuriöser als das Concept 1, bleibt aber ein Zweisitzer. Vom C_Two sollen nur maximal 100 bis 150 Exemplare gefertigt werden, 20 davon im ersten Produktionsjahr. So niedrig die Stückzahl, so exorbitant der Preis. Rimac spricht von über eine Millionen Euro.

Mit 1.915 PS auf 412 km/h

Draufgepackt hat Rimac auch beim Antrieb. Bestückt mit vier Elektromotoren, je zwei pro Achse, leistet der Rimac C_Two 1.408 kW – umgrechnet 1.915 PS – und kommt auf ein Gesamtdrehmoment von 2.300 Nm. Damit soll der Elektrosportwagen in knapp unter zwei Sekunden von Null auf Tempo 100 spurten, die 300-km/h-Marke wird nach 11,8 Sekunden gerissen, als Höchstgeschwindigkeit werden 412 km/h angegeben. Die nötige Energie hält ein 120 kWh großes Akkupaket bereit. Im Norm-Modus soll das eine Reichweite von 650 Kilometer ermöglichen. Geladen wird per Schnelllader – 80 Prozent in 30 Minuten.

Rimac Concept 2
Rimac
Der Rimac C_Two debütierte auf dem Genfer Autosalon 2018, damals noch als Concept 2.

Beim Design setzt der Rimac auf klassische Mittelmotor-Sportwagen-Linien und kombiniert dazu nach vorne oben öffnende Flügeltüren. Darüber hinaus setzt Rimac auf diverse aktive Aero-Elemente. So wird die Fronthaube von großen Luftführungen durchzogen, die je nach Anforderung per Klappen geöffnet oder geschlossen werden können. Ebenfalls mit aktiven Klappen versehen sind die seitlichen Lufteinlässe in der Frontschürze. Der große Heckspoiler ist in der Höhe und in der Neigung verstellbar und kann zudem als Luftbremse genutzt werden. Weitere Steuerelemente finden sich am vollverkleideten Unterboden, der wie ein Venturi-Kanal geformt ist.

Autonom bis Level 4

Das Chassis an sich ist ein Kohlefaser-Monocoque, die Crash-Strukturen sind aus Aluminium und Carbon geformt. Die Batteriemodule sitzen im Mitteltunnel, dem Unterboden sowie hinter den Passagieren, die Elektromotor-Module jeweils davor und dahinter. An der Vorderachse sitzt ein Einganggetriebe, an der Hinterachse gibt es gleich zwei davon. Ein Torque-Vectoring-System sorgt für eine optimale Momentenverteilung.

Über alle Energieströme und Kraftflüsse informiert das digitale Cockpit. Hier werden auch alle anderen Fahrinformationen eingespielt. Weitere Displays finden sich auf der Mittelkonsole und der Armaturentafel. Dem Beifahrer stehen drei weitere Displays zur Verfügung. Für eine Komplettüberwachung und autonome Fahrfunktionen nach Level 4 spannt Rimac zahlreiche Sensoren, Radarsysteme, Lidar-Radar und Kamera-Systeme ein. Der Kofferraum hinter den Passagieren lässt sich vielfach konfigurieren, beispielsweise auch für den Helmtransport.

Umfrage

2746 Mal abgestimmt
Wenn ich die Crashtest-Bilder des Rimac C_Two sehe, dann ...
... werde ich ganz wehmütig. Solche Edelautos sollten grundsätzlich nicht gecrasht werden.
... denke ich: Richtig so! Ob Kleinwagen oder Hypercar - gleiches Recht für alle Autohersteller.

Fazit

Auch ein junger Kleinserienhersteller wie Rimac muss das übliche Zulassungs-Szenario über sich ergehen lassen. Doch der Aufwand dürfte sich lohnen, der C_Two verspricht ein heißes Gerät zu werden. Und die Summe, die der kroatische Elektro-Sportwagen-Pionier für die Crashtests aufwenden muss, holt er über den Kaufpreis des Serienautos sicher wieder herein.

Sportwagen E-Auto 09/2019, Genovation GXE Elektro-Corvette Genovation GXE Das (bislang) schnellste E-Auto

338 km/h: Die zum E-Auto umgebaute Corvette verbessert den eigenen Rekord.

Mehr zum Thema Elektroauto
Tesla Supercharger
E-Auto
Elektroautos China Boom Markt Absatz Rückgang Einbruch
Politik & Wirtschaft
Erlkönig Skoda EV
E-Auto