Skoda Vision IV Stefan Baldauf / Guido ten Brink

Skoda Vision iV

So sitzt es sich im elektrischen SUV-Coupé

Auto Salon Genf 2019

Mit der Studie Vision iV präsentiert Skoda auf dem Genfer Autosalon ein viertüriges Crossover-Coupé. Es gibt einen Ausblick auf das erste Elektroauto der Tschechen auf Basis des Modularen Elektrobaukastens (MEB). Eine Serienversion mit klassischem Kombiheck soll 2020 debütieren.

Auch Skoda bedient sich nun am Modularen Elektrifizierungs-Baukasten (MEB) des Volkswagen-Konzerns. Der Vision iV, der im März 2019 in Genf debütierte, basiert auf dieser Plattform und gibt einen Ausblick auf ein MEB-SUV des tschechischen Herstellers, das 2020 debütieren soll. Die E-Offensive, die bis 2022 zehn elektrifizierte Modelle ins Skoda-Portfolio spülen wird, beginnt aber schon in diesem Jahr mit dem Superb mit Plug-in-Hybrid und dem rein elektrischen Citigo. Für dieses Vorhaben investiert der Hersteller in den kommenden vier Jahren zehn Milliarden Euro.

Coupéhafte Karosserie mit vier Türen

Der Skoda Vision iV kombiniert eine athletisch gezeichnete Karosserie, 22 Zoll große und aerodynamisch optimierte Räder sowie kräftig ausgestellte Kotflügel mit einer betont coupéhaften, fließenden Dachlinie. Eine charakteristische Tornadolinie verbindet Front und Heck und betont die klaren Flächen der ohne Griffe gestalteten Türen. Anstelle klassischer Außenspiegel kommen Kameras zum Einsatz, deren Gehäuse optisch an Haifischflossen erinnern. Die Maße: 4.665 Millimeter Länge, 1.926 Millimeter Breite, 1.613 Millimeter Höhe und 2.765 Millimeter Radstand.

Skoda Vision IV
Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Fließende Linien, coupéhafte Silhouette: Die Skoda-Studie Vision iV.

An der Front setzen die Tschechen auf eine Neuinterpretation des typischen, breit abgedeckten Skoda-Grills mit feinen vertikalen Rippen und kristallinen Strukturen. Besonders auffällig sind eine horizontale Lichtleiste im oberen Bereich des Grills sowie markante große Lufteinlässe in der Frontschürze.

Neues Cockpit-Konzept

Skoda Vision IV
MEB-Skoda Vision iV im ersten Check
3:17 Min.

Am kräftigen Heck finden sich aerodynamische Abrisskanten sowie kristalline LED-Rückleuchten in der Skoda-typischen C-Form. Zusammen mit einem Leuchtstreifen über dem Heckdiffusor betonen sie die Breite des Fahrzeugs. Ein weiterer Blickfang am Heck ist der SkodaSchriftzug, dessen einzelne Buchstaben rot beleuchtet sind.

Auch im Innenraum setzt der Skoda auf ein neues Konzept mit verschiedenen Ebenen und scheinbar schwebendem Monitor. Neue Akzente sollen auch die Anordnung von Instrumententafel und Mittelkonsole setzen. Zwischen Fahrer und Beifahrersitz bietet die Vision iV auf der untersten Ebene viel Stauraum, darüber befindet sich eine Mittelkonsole, die für Fahrer und Beifahrer besonders leicht erreichbar ist. Hier können zwei Mobiltelefone platziert werden, die drahtlos in das Infotainment- und Bediensystem eingebunden sind. Außerdem können die Geräte dort induktiv aufgeladen werden.

Drehbare Sitze, 550 Liter Kofferraum

Skoda Vision IV
Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Im Innenraum setzt der Skoda auf ein neues Konzept mit verschiedenen Ebenen und scheinbar schwebendem Monitor.

Die Instrumententafel nimmt ihre Form und eine Ziernaht die Linien der Fahrzeugfront auf. Der große freistehende Bildschirm scheint zentral über der Instrumententafel zu schweben, davor befindet sich eine Ablagefläche für die Hand, die den Touchscreen bedient. Daneben hat Skoda eine Steuerung per Gesten und natürlicher Sprache implementiert. Auch das Lenkrad wurde neu gestaltet, es kommt mit zwei Speichen aus.

Erster Check im Innenraum

Der Elektroantrieb auf MEB-Basis ermöglicht grundsätzlich einen großzügigen Innenraum. Der Skoda ist mit 1,61 Meter genauso hoch wie der Audi Q4 E-Tron. Die Kopffreiheit vorne ist auch ähnlich gut wie im Audi, subjektiv ist sie nahezu grenzenlos, weil das ganze Dach verglast ist. Dass es stark gewölbt ist und nach hinten abfällt, schränkt den Platz für die Häupter der Insassen im Fond aber objektiv ein. Die größte Länge der in Genf debütierenden MEB-Autos schlägt sich vor allem in einem üppigen Kofferraum (550 Liter) nieder. Da der Radstand derselbe wie beim Audi ist, ist der Knieraum ähnlich gut. Gefühlt sind die Sitze allerdings ein wenig flacher montiert. Das ist beim Concept Car eher eine Nebensächlichkeit, zumal der Vision IV in der Serie zuerst mit einem eher kombiartigen Dachverlauf starten wird. Das jetzt als Concept Car gezeigte Coupé folgt wohl wenig später.

Die Innenraumbreite ist nicht nur dank der vier schmal geschnittenen Einzelsitze üppig. Dass sie leicht drehbar sind, dürfte der Studie vorbehalten sein, während ihre Bezüge womöglich schon bald mehr Realitätsbezug haben: Der Stoff Dinamica passt als vegane Verloursleder-Alternative besser zu einem nachhaltigen Elektroauto. Auch der Rest des Interieurs ist vor allem aus teils kompostierbaren Recycling-Materialien gefertigt. Der Einsatz von Materialien tierischen Ursprungs soll künftig vermieden werden. Der HAptik tut das keinen Abbruch: Sitze und Oberflächen des Armaturenbretts sind sehr griffsympathisch, das Recycling-Holz unter dem großen zentralen Display mit seiner hochauflösenden Grafik sieht nicht minder edel aus wie Edelholzfurnier bislang – allenfalls deutlich moderner. Apropos Nachhaltigkeit: Für die Fertigung der Autos streben die Tschechen künftig CO2-Neutralität an.

306 PS, bis zu 500 km WLTP-Reichweite

Skoda Kamiq
Neuheiten

Der Skoda Vision iV verfügt über zwei Elektromotoren, die eine Gesamtleistung von 225 kW (306 PS) und einen Null-auf-Hundert-Wert von 5,9 Sekunden ermöglichen. Die Motoren sind an der Vorder- und Hinterachse untergebracht; dadurch wird die maximal 180 km/h schnelle Studie zum Allradler. Dazwischen ist im Unterboden die flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Batterie untergebracht. Sie soll nach WLTP-Zyklus eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ermöglichen. Das sind 50 Kilometer mehr als beim Audi Q4 E-Tron mit der grundsätzlichen gleichen Konfiguration mit 83 kWh-Batterie – vielleicht rechnet Skoda aufgrund der Karosserieform tatsächlich mit einem günstigeren cW-Wert als beim steiler gezeichneten Audi. Die Batterie soll sich innerhalb von 30 Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität laden lassen. Sowohl Ladegeschwindigkeit als auch Kapazität liegen im oberen Bereich der MEB-Palette – für den ID. Buzz ist allerdings die Rede von 111 kWh.

Im Hinblick auf das autonome Fahren auf Level 3 rüstet Skoda den Vision iV mit Lasercannern, Radarsensoren und Kameras aus. Mithilfe der Technik soll er in bestimmten Situationen wie Überhol- oder Ausweichmanövern selbständig fahren oder einparken. Außerdem ist die Studie, die über eine leistungsfähige Recheneinheit verfügt, umfassend vernetzt, sodass sie per permanenter 5G-Verbindung direkt mit anderen Verkehrsteilnehmern, Fahrzeugen und der Infrastruktur kommuniziert. Das Smartphone dient als digitaler Autoschlüssel. Obendrein überwacht die Studie die Herzfrequenz des Fahrers. Sollte damit etwas nicht stimmen, bremst sie automatisch bis zum Stillstand ab.

Skoda Vision IV
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