VW ID.4, Erprobungsfahrt VW
VW ID.4, Erprobungsfahrt
VW ID.4 Cockpit
VW ID.4, Erprobungsfahrt
VW ID.4, Erprobungsfahrt 5 Bilder

VW ID.4 im Fahrbericht

Elektrisches Rundum-Sorglos-Paket

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Kaum summt der ID.3 zum Kunden, taucht auch schon der ID.4 auf. Und wir checken ihn auf einer exklusiven Erprobungsfahrt.

Hier und da haben sie ihm noch ein paar Tarnkleber übergezogen, doch eigentlich ist er schon ganz er selbst. Trotz der dicken Datenkabelstränge, die sich durch den Fußraum schlängeln ist der ID.4, großer Bruder des auf den vorhergehenden Seiten intensiv getesteten ID.3 quasi startklar. Startklar, um als elektrischer Allrounder noch größere Kundenschwärme abfischen, vor allem international. Markenchef Ralf Brandstätter sieht ihn als "Welt-Ansatz", erwartet insgesamt zwei Millionen Verkäufe.

So wird der ID.4 nicht nur in Zwickau, sondern auch in Chattanooga (USA) und in zwei chinesischen Werken produziert. Auf diesen Märkten soll er dann auch richtig Gas, pardon Strom geben mit zunächst bis zu 150 kW (204 PS) und 310 Newtonmetern. Dazu nutzt er die MEB-Plattform, also das vom ID.3 bekannte Layout mit Heckmotor und -antrieb, die gleiche Batterietechnik und das Achslayout. Plattform bedeutet allerdings nicht, dass das Unterzeug komplett identisch ist. So bleibt der Radstand der ID-Brothers zwar gleich, die Spurweite von Typ 4 ist aber größer. Außerdem verstärkte man die Achsen (Mac Pherson vorn, Multilenker hinten).

Ein robuster Typ, der ID.4

Passend zum robusteren Charakter des ab 37.000 Euro erhältlichen Crossover, der Anhänger ziehen kann, dank serienmäßiger Dachreling Dachlasten schultert oder sich schon mal drei Kindersitze nebeneinander auf die Rückbank dübeln lässt. Überhaupt geht es im 4,58 Meter-Fünfsitzers raumreicher zu als im ID.3, vor allem hinten überzeugt hier auch die Kopffreiheit, der Rest war ja eh schon klasse. Vom Gefühl her ist es ein wenig wie beim Umstieg vom Golf auf den Tiguan.

VW ID.4, Erprobungsfahrt
VW
Der Fond bietet viel Bein- und Kopffreiheit.

Nochmal nachgelegt hat Volkswagen bei der Anmutung, die zuvorkommender wirkt als beim ID.3. Vor allem mit dem großen Glasdach wird es regelrecht loftig, wozu auch der ebene Boden und die insgesamt reduzierte Inneneinrichtung beitragen. Im Boden stecken wie die Akkus mit entweder 52 oder 77 kWh netto. Brutto liefert die große Batterie 82 kWh, gut für bis zu 520 Kilometer Reichweite. Nachladen geht bei ich ebenfalls fix dank 125 kW Schnelllademöglichkeit. Sinnvoll, wenn man auf der Autobahn länger im Bereich der Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h (abgeregelt) herumreist.

Reisen? Bitte gern

Und reisen kann er. Niedriges Innengeräuschlevel dank kaum hörbaren Antriebs und geringer Windgeräusche (cW 0,28) überzeugen ebenso wie die bequemen Sitze. Kurven scheut der ID.4 ebenfalls nicht, optionale Progressivlenkung und Adaptivdämpfer (dann auf straffer Stufe) würzen das neutrale Handling nach, die Traktion ist wegen des tiefen Schwerpunkts, der ausgeglichenen Gewichtsverteilung und der beim Testwagen montierten 21-Zöller ebenfalls kein Problem, selbst wenn die E-Maschine Volllast bekommt. Bleibt die Bedienung: Sie erfordert wegen der der Touchflächen und der Menüstruktur Gewöhnung, hinzu kommt die im Moment noch fragile Betriebssicherheit wegen nicht komplett behobener Software-Baustellen. Sobald die behoben sind, dürfte sich der große Schritt aber rentieren, denn Potenzial besitzt das neue System reichlich.

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Fazit

Der erste Eindruck überzeugt. Mal abgesehen von den Hakeleien bei der Software bietet der Crossover ID.4 ein elektrisches Rundum-Sorglos-Paket mit akkuratem Handling, viel Platz und Komfort sowie zeitgemäßem Digitalpotenzial, ordentlicher Reichweite plus Lademöglichkeiten zum wettbewerbsfähigen Preis.

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