Bentley Continental GT Cabrio (2019)

Bentley kappt seinem Luxus-Coupé das Dach

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Bentley präsentiert die dritte Generation des Continental GT Cabrios. Es bietet ein aggressiveres Design, Fahrwerks-Hightech dank 48-Volt-Bordnetz, unzählige Individualisierungsmöglichkeiten und einen 635 PS starken W12-Motor.

Als Coupé hat der neue Bentley Continental GT schon viel Lob eingeheimst. Vor allem, weil er seiner typischen Domäne Fahrkomfort den Aspekt Fahrdynamik hinzufügt (hier geht’s zum Test). Nun ist es am Cabrio, das hohe Niveau zu reproduzieren. Eine große Ehre wird ihm so oder so zuteil: 2019 ist das Jahr, in dem der britische Hersteller sein 100-jähriges Bestehen feiert. Der GTC kommt im Sommer auf den Markt – und ist damit so etwas wie das Jubiläumsmodell.

Neuinterpretation des bekannten Bentley-Stylings

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Optisch präsentiert sich der noble Brite – wie schon das Coupé – als gelungene Neuinterpretation des bekannten Bentley-Stylings. Der Blick durch die Matrix-LED-Scheinwerfer ist wacher als früher, der Auftritt dank des breiteren Kühlergrills noch selbstbewusster. Die Seitenlinie zeigt sich etwas reduzierter: Die Charakterlinie über dem vorderen Radlauf ist verschwunden, die über dem hinteren Radlauf etwas dezenter als früher. Dafür gibt es einen Luftauslass in den vorderen Kotflügeln, in den die Designer einen dezenten Hinweis auf die Zylinderzahl eingefügt haben und dessen Umrandung sich nach hinten fortsetzt. Sehr präsent sind die entweder 21 oder 22 Zoll großen Räder, die Bentley in zehn unterschiedlichen Farbvarianten anbietet. Am Heck ist das Oval deutlich präsenter als früher: Die Endrohr-Blenden nehmen das Design der Rückleuchten auf.

Natürlich bleibt es beim Stoffdach, das das Geräuschniveau im Vergleich zum Vorgänger um drei Dezibel und damit auf Coupé-Level senken soll. Es lässt sich innerhalb von 19 Sekunden öffnen oder schließen, und zwar auch bei Innenstadt-Tempo. Bentley bietet das Verdeck in sieben Farben an, darunter einen Tweed-Stoff – britischer geht es kaum. Für die Karosserie bietet Bentley in der Standardpalette 17 und im erweiterten Umfang 70 Farben an. Und natürlich die Option, jede Wunschfarbe des Kunden auf das Blechkleid aufzutragen.

Nackenwärmer leiser und wärmer als bisher

Bentley Continental GT Cabrio Foto: Bentley
15 Teppich-Optionen treffen im Continental-GTC-Interieur auf ebenso viele Interieurfarben sowie zwölf unterschiedliche Holzfurniere.

Grundsätzlich ist Bentley auch beim neuen Continental GTC sehr auf Komfort bedacht – vor allem, wenn das Dach offen ist. Es ist nämlich so ziemlich alles beheizt, was sich beheizen lässt: Sitze und Lenkrad natürlich, aber auch die Armlehnen. Die Nackenwärmer hat Bentley neu gestaltet; sie sollen nun gleichzeitig leiser und wärmer sein als beim Vorgängermodell. Die Sitze sind 20-fach verstellbar, auch der Grad der Polsterung kann angepasst werden. Drei Soundsysteme sind erhältlich: Die Standardvariante mit zehn Lautsprechern und 650 Watt, eine Bang & Olufsen-Anlage mit 16 Boxen und 1.500 Watt und als Highlight die Naim-Variante mit 18 Lautsprechern und 2.200 Watt.

Wie inzwischen im Automobilbau üblich blickt der Fahrer auf Digitalinstrumente. Eine aus dem Coupé bekannte, aufpreispflichtige Spielerei ist der rotierende Bildschirm am oberen Ende der Mittelkonsole. Das 12,3 Zoll große Display dient als Infotainmant-Zentrale samt Apple Carplay-Option, kann auf Knopfdruck aber auch drei analoge Zusatzinstrumente (Außentemperatur-Anzeige, Kompass und Uhr) oder eine einfache Holzfläche präsentieren. In jedem Auto sind zehn Quadratmeter Holz verbaut, auf Wunsch von Bäumen wie Koa-Akazie oder Eukalyptus. Überhaupt bietet Bentley hier die Qual der Wahl: 15 Teppich-Optionen treffen auf ebenso viele Interieurfarben sowie zwölf unterschiedliche Holzfurniere. Für was man sich auch entscheidet, es dürfte Bentley-typisch exzellent verarbeitet sein.

Neuer Bentley Continental GT
Überrascht im Fahrbericht

W12-Benziner mit 635 PS und 900 Nm

Typisch Bentley ist der Antriebsstrang. Natürlich kommt die jüngste Evolutionsstufe des W12-Benziners zum Einsatz. Die technischen Daten: 635 PS, maximal 900 Newtonmeter, ein Null-auf-Hundert-Wert von 3,8 Sekunden und 333 km/h Höchstgeschwindigkeit. Um Kraftstoff zu sparen, gibt es Zylinderabschaltung, ein Start-Stopp-System und eine Segelfunktion. Nach WLTP verbraucht das Triebwerk im Schnitt 14 Liter Sprit auf 100 Kilometern und stößt 317 Gramm CO2 pro Kilometer aus (zurückgerechnet auf NEFZ: 12,4 Liter und 284 g/km CO2).

Das zweite technische Rückgrat ist das 48-Volt-System. Es bildet nicht nur die Grundlage für das Hightech-Luftfahrwerk mit elektronischer Dämpferkontrolle, dessen Dreikammer-Federn 60 Prozent mehr Luftvolumen bieten als beim Vorgängermodell. Durch das Bordnetz mit höherer Spannung lässt sich außerdem eine besonders fixe Wankstabilisierung integrieren. Für die Kraftübertragung ist ein achtstufiges Doppelkupplungsgetriebe zuständig. Die elektrische Lenkung arbeitet mit variabler Übersetzung, die Bremsanlage mit 420 und 380 Millimeter großen Scheiben sowie Zehn-Kolben-Sätteln vorne und Vier-Kolben-Zangen hinten. Die vorne und hinten unterschiedlich großen Reifen liefert Pirelli in einer eigens entwickelten P-Zero-Spezifikation.

Bentley Continental GT Cabrio Foto: Bentley
Das 48-Volt-Bordnetz ist die Basis für das Hightech-Fahrwerk.

Feinschmecker-Technik und -ausstattung

Außerdem gibt es Feinschmecker-Technik wie Torque-Vectoring und verschiedene Fahrmodi (Sport, Bentley bzw. Normal und Comfort), die sich auf das Fahrwerk, den Motor, das Getriebe und andere Systeme auswirken. Auch auf den variablen Allradantrieb übrigens, der in der Sportabstimmung maximal 17 Prozent der Antriebskraft den Vorderrädern zuteilt, in der Komfort-Konfiguration maximal 38 Prozent.

Bentley bietet den neuen Continental GTC mit zwei Technologiepaketen an. Die City-Spezifikation ist mit Fußgänger-Warnung, Notbremssystem, Verkehrszeichenerkennung, Draufsicht-Kamera und einer Kofferraumöffnung, die ohne die Hände benutzt werden kann, bestückt. Die Touring-Variante beinhaltet zudem einen Abstandsregeltempomaten mit Stau- sowie aktivem Spurhalteassistenten, Head-up-Display, Night Vision mit Infrarotkamera und die Pre-Sense-Bremse. Darüber rangiert die sportlich orientierte Mulliner-Ausstattung, die nicht nur geschmiedete 22-Zöller enthält, sondern auch spezielle Embleme, Hölzer, Stickereien, Einstiegsleisten und Pedale. Sogar der Tankeinfüllstutzen ist anders als beim Standardmodell.

Alternative Antriebe könnten kommen

Der Bentley Continental GTC baut auf der MSB-Plattform auf, die neben dem Coupé bereits den neuen Porsche Panamera trägt. Dank der neuen Plattform sinkt das Gewicht des Cabrios, obwohl das Auto etwas verwindungssteifer geworden ist. Sie bietet aber auch die Möglichkeit, alternative Antriebe zu verbauen. Da auch Bentley auf den Flottenverbrauch achten muss, könnte der neue Continental auch mit dem Hybrid-Antriebsstrang aus dem Panamera anrollen. Dort leistet der V6-Biturbo in Kombination mit einem E-Motor 462 PS.

Inzwischen steht auch der Preis fest. In Deutschland wird das Bentley Continental GT Cabrio ab 228.480 Euro erhältlich sein.

Bentley Continental GT im Test
Klappe die Dritte

Fazit

Bekannte Stärken beim Komfort, ergänzt von neugewonnener Dynamik: Von den Qualitäten des Bentley Continental GT Coupés dürften auch die Fahrer des Cabrios profitieren. Fest steht schon jetzt: Um ein besonderes Fahrerlebnis zu bieten, hat sich Bentley technisch enorm ins Zeug gelegt. Man beachte allein die unzähligen Farb- und Ausstattungsoptionen, die möglich sind. Besonders viel Charme verströmt aber das Verdeck in Tweed-Optik. Vielleicht wird es nach dem endgültig erfolgten Brexit ja per Gesetz für jedes britische Cabrio eingeführt.

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