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Neuer Mercedes GLE (W167)

Erste Innenraum-Bilder, Preise, Daten, Fahrbericht

Update

Auf neuer Plattform und mit elektronisch geregeltem Fahrwerk kommt im Herbst der Mercedes GLE der Baureihe W167 auf den Markt, die vierte Generation des seit 1996 gebauten Oberklasse-SUV. Wir zeigen die ersten ungetarnten Bilder vom Innenraum und durften bei der letzten Erprobungsfahrt dabei sein.

20.08.2018 Holger Wittich, Heinrich Lingner Powered by

„Merken Sie das“, sagt Rüdiger Rutz, dreht gefühlvoll am Lenkrad. Der GLE 450 gleitet über den Einstieg in den Offroad-Parcours. Rutz ist Leiter der Gesamtfahrzeug-Erprobung für die MHA-Plattform. Das Kürzel bezeichnet den technischen Unterbau für die künftigen SUV der GLE- und GLS-Baureihe, er debütiert mit dem GLE der Baureihe W167, ab Spätherbst werden in Tuscaloosa, Alabama die ersten Serienfahrzeuge vom Band rollen.

Damit die Serienautos so fahren und sich anfühlen, wie bei der Entwicklung geplant, sind wir hier. Rüdiger Rutz, sein Kollege Volker und Projektleiterin Stefanie Schmitz erproben mit ihren Teams ein letztes Mal die serienfertigen GLE-Prototypen auf dem Offroadgelände, der Handlingstrecke und den Landstraßen rund um den Barber Motorsports Park östlich von Birmingham und nur wenige Meilen vom Mercedes-Werk in Alabama entfernt.

Neben der Rennstrecke und diversen Fahr- und Handlingsparcours beherbergt der Park übrigens eine der größten Motorradsammlungen der Welt, besuchen Sie den Park, falls Sie mal in der Gegend sein sollten, es lohnt sich.

Ordentliche Offroad-Fähigkeiten

Derweil kurvt Rüdiger Rutz weiter routiniert am Lenkrad, lässt den GLE 450 mit der weiß-schwarzen Tarnbeklebung über Hindernisse kraxeln, die man sonst eher einem Mercedes G oder Land Rover Discovery zutrauen würde. Die Begeisterung für das neu entwickelte Fahrwerk ist dem erfahrenen Ingenieur anzumerken. Mit ein paar routinierten Wischern hat er die Fahrmodus-Anzeige auf dem MBUX-Monitor aufgerufen, erklärt die wesentlichen Funktionen des neuen EABC-Fahrwerks mit Luftfederung und aktiven Dämpfern.

Natürlich funktioniere das System nur mit dem 48 Volt-Bordnetz, in diesem Fall also mit dem GLE 450 mit integriertem Starter-Generator, in dieser Konfiguration 367 PS (270 kW) plus 16 kW für den Elektromotor. Allein die Motoren in den elektrohydraulischen Dämpfern benötigten im Extremfall 3 kW elektrischer Leistung, ohne 48 Volt-Netz unmöglich. Dabei seien die Dämpfer komplett unabhängig, es besteht keine mechanische Verbindung zwischen den vier Einheiten. Sie kommunizieren digital, und das recht überzeugend.

Mercedes GLE 450 Prototyp Foto: Mercedes
Auch Felsenkriechen beherrscht der neue Mercedes GLE.

GLE mit Freifahrfunktion

Jede einzelne Dämpfereinheit kann das jeweilige Rad blitzschnell anheben oder absenken, die Zug- und Druckstufendämpfung anpassen – mit verblüffenden Effekten bei der Offroad-Fahrt. Eine der spektakulärsten Funktion dabei: das Freifahren. Dabei hüpft der GLE auf seinen vier Elektrohydraulik-Einheiten regelrecht auf und ab, um sich aus wortwörtlich festgefahrenen Situationen zu befreien. Es sehe auf den ersten Blick seltsam aus, funktioniere aber tatsächlich, verspricht Ingenieur Rutz. Kürzlich sei es bei Testfahrten in Dubai ausprobiert worden.

Über den Preis des EABC-Fahrwerks wird offiziell noch nichts verraten, dass es um einiges teurer wird, als das bisherige Airmatic-Paket plus Active Curve System beim aktuellen GLE (rund 5.800 Euro), darf erwartet werden. Dafür kann es auch mehr. Einiges davon demonstriert Baureihen-Projektleiterin Stefanie Schmitz bei der anschließenden Landstraßenfahrt. Dort fungieren die aktiven Dämpferelemente nicht nur als Wankausgleich, der Wagen legt sich, wie beim bisherigen ABC-Fahrwerk leicht in die Kurve. Dabei, verrät Ingenieurin Schmitz, werden den Grenzen des Systems noch lange nicht ausgelotet. So werde die Seitenneigung nur sehr mäßig eingesetzt, zu viel Schräglage könne bei empfindlichen Passagieren Reiseübelkeit begünstigen.

Mercedes GLE 450 Prototyp Foto: Mercedes
Zum Rampenwinkel des neuen GLE hat Mercedes noch keine Informationen veröffentlicht.

Fahrwerk kann von Sport bis Offroad alles

Beeindruckend ist übrigens die Spreizung zwischen komfortablem Reisemodus, straffer Sportabstimmung für schnellere Fahrt und Offroadeinstellung. Der GLE überbügelt in allen Fahrzuständen souverän große und kleine Unebenheiten, ein ganz neues Komfortgefühl stellt sich ein. Allradlenkung? Sei nicht vorgesehen, verraten die Ingenieure. Einen ähnlichen Effekt könne man auch über die vier aktiven Dämpferelementen erzielen: agiles Handling bei langsamerer Fahrt, bei der das Heck ein wenig mitlenken darf oder strammer Geradeauslauf bei hohem Autobahntempo.

Ein kurzer Ausflug über einen eng gesteckten Handlingparcours bestätigt die Theorie. Dort gerät rasch in Vergessenheit, dass der GLE doch ein mächtiges Trumm von einem Auto ist. Deutlich größer übrigens auch als sein Vorgänger der Baureihe W166: plus 80 Millimeter mehr Radstand, 1 Millimeter höher und zwei Zentimeter breiter. Weitere Daten zu Kofferraumvolumen oder Motorisierungen liegen noch nicht vor. Und zu Preisen ebenfalls nicht. Die preiswerteste Version des GLE, der 350d 4Matic kostet zurzeit rund 65.000 Euro, viel billiger wird’s wohl nicht werden.

Mercedes GLE 450 Prototyp Foto: Mercedes
Beim Handling-Parcours lässt der neue GLE seine Pfunde beinahe vergessen.

Mercedes GLE mit zwei AMG-Versionen

Als Spitzenversionen wird Mercedes den GLE als AMG 63 sowie AMG 63 S auflegen. Anstatt des betagten 5,5-Liter-V8 kommt die Konzernallzweckwaffe, der Vierliter-V8-Biturbo zum Einsatz. In der AMG-E-Klasse leistet dieses Aggregat 571 bzw. 612 PS. Für den zivileren Vortrieb sind Dreiliter-Sechszylinder mit 367 PS beziehungsweise als GLE 53 mit Hybridantrieb sowie 435 PS + 22 E-PS am Start. Auf der Dieselseite gibt es die Reihensechszylinder mit 286 bis 340 PS. Die Motoren sollen insgesamt um 20 Prozent sparsamer ausfallen, nicht zuletzt dank des teilweise eingeführten 48-Volt-Bordnetzes mit 15-kW-Startergenerator. Auch ein Hybrid-Antriebsstrang wird modifiziert Einzug in den neuen Mercedes GLE halten. Hier kombinieren die Stuttgarter für den Plugin-Hybrid einen Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit einem 90 kW starken E-Motor. Die Systemleistung soll bei 279 PS liegen. Später kommt ein Diesel-Hybrid noch dazu. Getriebeseitig ist eine Neugangautomatik mit allen Antrieben kombinierbar.

Gigantische Display-Landschaft im Cockpit

Der Blick ins Cockpit des neuen GLE offenbart ein überdimensionales Display, das weit bis über die Mitte der Armaturentafel reicht. Wie schon in der S-Klasse dient die linke Hälfte zur Anzeige aller relevanten Fahrinformationen, den rechten Teil nutzen Infotainment- und Navigationsystem. Jeweils 12,3 Zoll messen die Screens, wobei der rechte Bildschirm als Touchscreen ausgewiesen ist. Unter dem Display machen sie vier neue rechteckige Lüftungssdüsen breit. Der Fahrer greift in ein neu gestaltetes Lenkrad inklusive Touchpad. Zusätzlich dominiert eine Lichtleiste im Cockpit, die sich bis in die Türen zieht und in unterschiedlichen Farben schimmern kann. Wie bei der Maybach Ultimate Luxury-Studie erhält auch der GLE die beiden Haltegriffe in der breiten Mittelkonsole. Für die hinteren Passagiere im GLE soll es mehr Platz geben.

Fazit

Der neue Mercedes GLE 450 mit EABC-Luftfederungs-Fahrwerk und aktiven Dämpfern schlägt sich selbst in schwererem Gelände beeindruckend. Ebenso auffällig ist die Abstimmung der einzelnen Fahrmodi: Sowohl bei straffer Abstimmung für sportliches Fahren als auch im Offroad-Modus überbügelt das SUV kleine und große Unebenheiten souverän. Spektakulär ist der sogenannte Freifahr-Modus, bei dem sich der GLE hüpfend aus Festfahr-Situationen befreit.

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Neuester Kommentar

Huch! Der sieht ja wirklich aus, als ob er Gelände abkönnte...interessant!

Guest 3. August 2018, 13:44 Uhr
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