Neuer Range Rover Evoque (2019)

Alle Daten, Ausstattungen, Preis und Technik

Range Rover Evoque (2019) Range Rover Evoque (2019) Range Rover Evoque (2019) Range Rover Evoque (2019) 39 Bilder

Der neue Range Rover Evoque ist zwar nicht größer als sein Vorgänger, aber er basiert auf einer aufgefrischten Plattform und platzt fast vor neuer Technik. Seine Formen hat Chefdesigner Gerry McGovern stark geglättet.

Der neue Range Rover Evoque übernimmt die markanten Designmerkmale seines Vorgängers. Das nach hinten abfallende Dach und die nach oben ansteigende Gürtellinie verleihen dem kompakten SUV optisch Dynamik. Ansonsten setzt Chefdesigner Gerry McGovern das fort, was er beim Velar begonnen hat: Die Oberflächen sind geglättet, der Wagen wirkt wie aus einem Guss. Nur das mit einem Diffusor versehene Heck bricht ein bisschen aus der optischen Ruhe aus. Die breit ausgestellten Radhäuser sorgen für einen kräftigen Look, auf Wunsch beherbergen sie bis zu 21 Zoll große Räder. Für Licht sorgen schmale Matrix-LED-Scheinwerfer und beim Abbiegen dynamische Blinklichter.

Range Rover Evoque (2019) Foto: Land Rover
Der Fahrer kann beim Innenspiegel zwischen einer klassischen Spiegelansicht oder einer Bildschimansicht (Bild) wählen.

Auch innen übernimmt der Evoque den cleanen Look des Velar – insbesondere die dunkle glatte Mittelkonsole mit den zwei mechanischen Drehregel-Ringen erinnert an den nächstgrößeren Modellbruder. Vor dem Fahrer gibt es ein farbiges Head-up Display und drei Monitore: Einen 12,3-Zoll-Instrumentenbildschirm, einen Zehn-Zoll-Infotainment-Bildschirm und einen 9,5-Zoll-Innenspiegelbildschirm. Das Bild für den Innenspiegelbildschirm kommt von einer 1,7-Megapixel-Kamera, die aus der Haifischantenne auf dem Dach in einem Winkel von 50 Grad nach hinten schaut. Dies ist dann von Vorteil, wenn ein voll beladener Gepäckraum den Blick des klassischen Innenspiegels verstellen sollte. Die Kamera ist mit einer wasserabweisenden Linse und einer Schutzlippe gegen Schmutz und Wasser ausgerüstet. Besagten klassischen Innenspiegel gibt es trotzdem noch: Durch Ziehen an einem kleinen Hebel unten am Spiegel ändert sich leicht dessen Winkel, gleichzeitig schaltet sich der Bildschirm aus und es ist ein echtes Spiegelbild zu sehen. Für eine bessere Übersicht ohne elektronische Helfer wurde die Schulterlinie um 20 Millimeter gesenkt.

Mehr Platz

Von den 21 Millimetern mehr Radstand kommen 20 Millimeter im Fond-Knieraum an. Auch sonst haben die Ingenieure den Innenraum auf mehr Platz optimiert: Es gibt mehr und größere Ablagen, die Ablagen in den Türen fassen beispielsweise 1,5-Liter-Flaschen und der Stauraum in der Mittelkonsole verdoppelt sich auf 4,5 Liter. Der Kofferraum wächst dank 20 Zentimeter mehr Ladebreite um zehn Prozent auf 591 Liter, in den Diesel-Tank passen 20 Prozent mehr rein. Auf ein kleines Detail weist Range Rover extra hin: Die Becherhalter in der Mittelkonsole sind jetzt nicht mehr hinter-, sondern nebeneinander angeordnet.

Range Rover Evoque (2019) Foto: Land Rover
Der Innenraum erinnert an den des Velar. Hinter der glatten Klima-Bedieneinheit mit den beiden Drehstellern befindet sich ein von den Seiten zugänglicher Stauraum.

Als Sitzbezugsmaterial gibt es beim neuen Evoque nicht nur Leder: Wer es weniger tierisch mag, kann sich für ein Wollmisch-Gewebe vom dänischen Stoffspezialisten Kvadrat oder für ein Eukalyptus-Melange-Gewebe entscheiden. Komplett vegan sind die Innenräume allerdings nicht. Aktuell kann Range Rover noch nicht garantieren, dass in Kleb- oder anderen Zusatzstoffen keine tierische Produkte enthalten sind. In Sachen Nachhaltigkeit punkten die Briten beim Evoque mit dem Einsatz von 16,7 Kilogramm Recycling-Material beispielsweise an der Motorenabdeckung, dem Unterboden, den Radhausschalen, den Teppichen und im Velours des Wollmisch-Gewebes, für das pro Auto 53 Halbliter-Plastikflaschen recycelt werden. 16 Kilogramm sogenannte natürliche Materialien verbaut Range Rover zudem im Laderaumboden, im Luftfilter, im Lenkrad und in den Sitzen.

Künstliche Intelligenz

Land Rover rüstet den Range Rover Evoque als erstes seiner Modelle mit einer Smart Settings genannten Technik aus. Dabei sollen Algorithmen künstlicher Intelligenz zum Einsatz kommen, um den Fahrzeug-Systemen die Vorlieben des jeweiligen Fahrers beizubringen. Der Nutzer wird über die Fernbedienung oder sein Smartphone erkannt, sodass das Auto bereits vor dem Einsteigen die entsprechenden Einstellungen für die Position des Lenkrads und des Sitzes vornehmen kann. Außerdem weiß das System nach wenigen Fahrten, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit der Fahrer welche Temperatur einstellt, wen er häufig anruft, ob er die optionale Massagefunktion nutzt – und sorgt auch hier für die richtigen Einstellungen. Bis zu acht Fahrerprofile sind im System hinterlegbar.

Im Fond gibt es Halterungen für Smartphones und Tablets (Android Auto und Apple Carplay sind mit an Bord). Über den fahrzeugeigenen 4G-Wi-Fi-Hotspot können bis zu acht Endgeräte ins Internet gehen. Im gesamten Innenraum sind sechs USB-Anschlüsse verteilt. Den Kontakt zu seinem Fahrzeug kann der Besitzer per Smartphone weltweit über die App InControl Remote halten: So kann er permanent sehen, wo sich sein Evoque befindet und ihn beispielsweise ver- und entriegeln sowie die Heizung einschalten und den Tankfüllstand kontrollieren.

Weiterentwickelte Plattform, neues Terrain Response System

Für den neuen Evoque hat Land Rover die D8-Plattform weiterentwickelt und in PTA umbenannt (Premium-Transversale-Architektur) – die komplett neue Modular Longitudinal Platform (MLA) ist erst 2020 einsatzbereit. Die PTA-Plattform soll sicherer und 13 Prozent steifer sein als die des Vorgängers. Hinzu kommt ein neues Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen und Hydrobush-Federung vorn und einer Intergral-Hinterachse. Bei der Hydrobush-Technik reduzieren Buchsen mit einer hydraulischen Dämpfung die Übertragungen von Radschwingungen zum Lenkrad bei hohen Geschwindigkeiten. Die Integral-Hinterachse baut nur halb so hoch wie das Mehrlenkersystem des Vorgängers und ermöglicht eine Trennung von Quer- und Längskräften, was der Agilität und der Kontrolle zugutekommen soll. Weiterhin soll der Fahrkomfort von Adaptive Dynamics verbessert werden. Dabei handelt es sich um Dämpfer mit sensorgesteuerten, stufenlos einstellbaren Ventilen. Diese Sensoren überwachen die Fahrbahnoberfläche alle 0,1 Sekunden, genauso oft wird die Dämpfereinstellung angepasst.

Range Rover Evoque (2019) Foto: Land Rover
Optional messen Ultraschallsensoren in den Außenspiegel die Tiefe des gerade durchfahrenen Wassers.

Natürlich legt Land Rover beim Range Rover Evoque wieder großen Wert auf dessen Geländefähigkeiten. Die Bodenfreiheit beträgt 212 Millimeter, der Böschungswinkel vorne ist mit 25 und hinten mit 30,6 Grad angegeben. Die Wattiefe beträgt 60 Zentimeter – zehn Zentimeter tiefer als bisher. Gegen Aufpreis gibt es eine Wathilfe: Ultraschallsensoren messen die Tiefe des gerade durchfahrenen Wassers, die Daten sind im zentralen Infotainment-Bildschirm zu sehen.

Erlkönig Range Rover Velar SVR
V8-Power für SUV-Coupé

Allradantrieb Active Driveline

Der Allradantrieb Active Driveline entkoppelt aus Spritspargründen bei gleichmäßiger Fahrt den Antriebsstrang zu den Hinterrädern. Sollte ein Traktionsverlust drohen, schaltet sich der Allradantrieb innerhalb von weniger als 0,3 Sekunden unbemerkt wieder hinzu.

Beim Evoque mit Allradantrieb und Automatik gehört das Gelände-Anpassungssystem Terrain Response 2 zur Serienausstattung. Die neueste Generation der Technik enthält die Fahrprogramme Komfort, Sand, Gras/Schotter/Schnee, Schlamm und einen automatischen Modus.

Bei den Assistenzsystemen ragt vor allen ClearSight Ground View heraus. Bei dieser 2014 in der Studie Discovery Vision als Transparent Bonnet vorgestellten Technik wird der Motorraum virtuell durchsichtig: Kameras im Kühlergrill und in den Außenspiegeln erzeugen ein 180-Grad-Sichtfeld, das im Infotainment-Bildschirm angezeigt wird. Dabei verschwindet der Motorraum, nur noch die Vorderräder und eben der Untergrund sind bei Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h zu sehen. Weitere Assistenten sind eine Bergabfahrhilfe, Gradient Release Control (GRC), um bergab ein zu schnelles Anfahren nach Lösen der Handbremse zu verhindern, ein Offroad-Tempomat, ein adaptiver Abstandstempomat mit Spurhaltefunktion, ein Totwinkelwarner, eine Notbremsfunktion und ein Müdigkeitswarner.

Mild-Hybrid, Plug-in Hybrid, drei Benziner, drei Diesel

Als Antrieb kann der Kunde zwischen drei Vierzylinder-Benzinern (200, 250, 300 PS) und drei Vierzylinder-Dieseln (150, 180, 240 PS) wählen. Alle Aggregate sind quer eingebaut. Den kleinsten Diesel gibt es als Einstiegsmodell mit manueller Sechsgang-Schaltung und Frontantrieb. Alle anderen Motoren sind zum Marktstart immer mit einer neu abgestimmten Neungang-Automatik und Allradantrieb versehen, für den 150-PS-Diesel gibt es die Technik gegen Aufpreis. Zur Effizienzsteigerung sind alle Motorisierungen bis auf den Einstiegsdiesel mit Handschalter als 48-Volt-Mild-Hybrid ausgeführt. Dieser speichert über einen Riemen-Starter-Generator beim Bremsen zurückgewonnene Energie in einem im Unterboden untergebrachten Lithium-Ionen-Akku (200 Wh, 14 Pouch-Zellen), beim Wiederanfahren wird diese Energie dann unterstützend eingesetzt. Bei Geschwindigkeiten von unter 17 km/h schaltet das System den Verbrennungsmotor komplett ab, der Elektromotor generiert ein Drehmoment von 100 Newtonmetern. Dies soll zu Kraftstoffeinsparungen von bis zu sechs Prozent führen. 2019 kommt noch eine Plug-in-Hybrid-Variante (PHEV: plug-in hybrid electric vehicle) mit einem 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner (200 PS/280 Nm), einem 80-Kilowatt-Elektromotor (108 PS/260 Nm) und einem 11,3-kWh-Lithium-Ionen-Akku. Beim PHEV lässt sich je nach Batterieladestand ein rein elektrischer Hinterradantrieb aktivieren. Sämtliche Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d, sind also sauberer als nach Euro 6d-temp eingestufte Motoren.

Motorisierungen Range Rover Evoque (2019)

Kraftstoff

Leistung

Antrieb

Getriebe

Verbrauch

Abgasnorm

Evoque 2.0 Td4 110 kW

Diesel

150 PS

Frontantrieb

6-Gang-Schaltung

5,4 l/100 km

Euro 6d

Evoque 2.0 Td4 110 kW

Diesel

150 PS

Allradantrieb

9-Gang-Automatik

5,6 l/100 km

Euro 6d

Evoque 2.0 Td4 132 kW

Diesel

180 PS

Allradantrieb

9-Gang-Automatik

5,7 l/100 km

Euro 6d

Evoque 2.0 Sd4 177 kW

Diesel

240 PS

Allradantrieb

9-Gang-Automatik

6,2 l/100 km

Euro 6d

Evoque Si4 147 kW

Benzin

200 PS

Allradantrieb

9-Gang-Automatik

7,7 l/100 km

Euro 6d

Evoque Si4 184 kW

Benzin

250 PS

Allradantrieb

9-Gang-Automatik

7,9 l/100 km

Euro 6d

Evoque Si4 221 kW

Benzin

300 PS

Allradantrieb

9-Gang-Automatik

8,1 l/100 km

Euro 6d

Marktstart und Preis

Ab Anfang April 2019 wird der neue Range Rover Evoque ausgeliefert, die Preise beginnen bei 37.350 Euro für den Einstiegsdiesel mit Handschaltung, der 300-PS-Benziner als Topmotorisierung geht bei 69.000 Euro los.

Fazit

Chefdesigner Gerry McGovern hat den neuen Evoque glatt und modern gezeichnet und ihn optisch in die Nähe des Velar gerückt, ohne die markante Dach- und Gürtellinie des kompakten SUV aufzugeben. Auch der entschlackte Innenraum erinnert an den Velar als gelungenes Vorbild. Zudem gibt es mehr Platz und Ablagen. Technisch haben sich die Ingenieure stark reingekniet: Ground View für einen „durchsichtigen“ Motorraum, ein optionaler Tiefenmesser für Wasserdurchfahrten, eine in der Dachantenne sitzende Rückspiegel-Kamera und deutlich weiterentwickelte Fahrprogramme im Terrain-Response-2-System sind nur einige Highlights. Der Einstiegspreis von 37.350 Euro liegt 1.420 Euro über dem des Vorgängers, was laut Land Rover von der Mehrausstattung (zum Beispiel Ambiente-Licht, LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, mittlere Kopfstütze hinten und Totwinkelwarner) wettgemacht wird. Bisher haben Evoque-Kunden ohnehin für stärkere Motorisierungen und höhere Ausstattungen gerne auch mal das Doppelte des Einstiegspreises ausgegeben. Die Erfolgsgeschichte des Range Rover Evoque dürfte ungebremst weitergehen.

Technische Daten
Range Rover Evoque D150 Range Rover Evoque D150 AWD Range Rover Evoque D180 AWD Range Rover Evoque D240 AWD Range Rover Evoque P200 AWD Range Rover Evoque P250 AWD Range Rover Evoque P300 AWD
Grundpreis 37.350 € 42.500 € 44.600 € 48.400 € 43.600 € 47.800 € 52.400 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4371 x 1996 x 1649 mm 4371 x 1996 x 1649 mm 4371 x 1996 x 1649 mm 4371 x 1996 x 1649 mm 4371 x 1996 x 1649 mm 4371 x 1996 x 1649 mm 4371 x 1996 x 1649 mm
KofferraumvolumenVDA 472 bis 1156 l 472 bis 1156 l 472 bis 1156 l 472 bis 1156 l 472 bis 1156 l 472 bis 1156 l 472 bis 1156 l
Hubraum / Motor 1999 cm³ / 4-Zylinder 1999 cm³ / 4-Zylinder 1999 cm³ / 4-Zylinder 1999 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 2400 U/min 110 kW / 150 PS bei 2400 U/min 132 kW / 180 PS bei 2400 U/min 177 kW / 240 PS bei 2400 U/min 147 kW / 200 PS bei 5500 U/min 184 kW / 250 PS bei 5500 U/min 221 kW / 300 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h 196 km/h 205 km/h 225 km/h 216 km/h 230 km/h 242 km/h
Verbrauch 5,4 l/100 km 5,6 l/100 km 9,3 l/100 km 6,2 l/100 km 7,7 l/100 km 7,9 l/100 km 8,1 l/100 km
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