72nd GRRC Members Meeting in Goodwood Jochen von Cauwenberghe
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72nd GRRC Members Meeting

Neues Rennwochenende in Goodwood

Das zweitägige Clubrennen des Goodwood Road Racing Clubs (GRRC) ist erfolgreich gestartet. Rund 20.000 Besucher kamen zur Premiere der Veranstaltung auf der historischen Rennstrecke.

Damit nimmt das Team von Lord March eine Tradition wieder auf: Von 1948 bis 1966 lud der British Automobile Racing Club (BARC) seine Mitglieder zu seinen Clubmeetings auf der südenglischen Rennstrecke. Diese Rolle hat jetzt der GRRC eingenommen.

Aston-Martin-Sammler Friedrichs gewinnt

Bei den insgesamt elf Einladungsrennen, an denen sich nur Clubmitglieder beteiligen können, konnte wie schon beim Revival Meeting in September 2013 ein deutscher Starter glänzen. Wolfgang Friedrichs in seinem Aston Martin DB4GT (Baujahr 1961) gewann zusammen mit Simon Hadfield das Ein-Stunden-Rennen am ersten Renntag.

Zu den Spezialitäten des 72. GRRC Members Meetings gehörten Rennen für seriennahe Tourenwagen mit Ford Capri III, Chevrolet Camaro und Rover Vitesse sowie Demonstrationsläufe Rallyewagen der Gruppe B sowie Turbo-Formel-1-Autos aus den 80er Jahren sowie Le-Mans-Rennwagen mit Langheckkarosserie aus den 70er und 80er Jahre.

Gruppe-C-Porsche in Goodwood

Neben zwei Porsche 956 und dem ehemaligen Italiya Sport-962, der von Manuel Reuter und James Weaver gefahren wurde, war der Porsche 917 LH von 1971 erstmals wieder in Aktion zu erleben. Der Langheck-Rennwagen in Martini-Farben wurden beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1971 von Gérard Larrousse und Vic Elford gefahren. Das franzöisch-englische Team fiel aber vorzeitig aus.

Das Thema im Fahrerlager war aber der Erfolg des Aston Martin DB4 GT von Wolfgang Friedrichs und Simon Hadfield. Es ist erst der zweite Sieg für eine GT der Marke, die seit 100 Jahren unter diesem Namen firmiert. Das Langstreckenrennen mit Fahrerwechsel über die Distanz von 60 Minuten wurde im Bruchteil einer Sekunde entschieden. Wolfgang Friedrichs, der den ersten Teil des Rennens bestritten hatte, flehte an der Boxenmauer das Ende des Rennens herbei.

0,5 Sekunden entscheiden

Hadfield kämpfte viele Runden lang gegen den flachen und extrem leichten Lotus 11 GT aus dem Baujahr 1964. Unter den Augen des Erbauers Graham Capel klebte der von Joe Twyman und Oliver Bryant gefahrene blaue Rennwagen mit "Breadvan"-Aufbau wie eine Klette am Heck des Aston Martin von Hadfield. Im kurvigen Teil der extrem schnellen Rennstrecke sowie der Schikane vor der Start- und Zielgeraden konnte der Lotus mit der skurrilen Karosserieform auf den rund 300 PS starken Aston Martin aufschließen und zeitweise sogar überholen.

Aber letztlich fehlte ihm eine halbe Sekunde auf den Aston Martin. Doch Graham Capel war trotz des zweiten Platzes begeistert vom Auftritt seines Eigenbaus: "Einfach fanastisch: Das Auto ist zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder auf einer Rennstrecke im Einsatz." Insgesamt 18 solcher Lotus 11 mit geschlossenen Karosserien wurde gebaut, vier davon stammten Capel. Basis für den jetzt beim GRRC Members Meeting erfolgreichen Wagen war ein ehemaliger Wagen von Werksfahrer Graham Hill (Chassis MkII 518), der wegen seiner gelb-grünen Lackierung als "Lotus Custard Climax" bekannt war.

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