auto motor und sport im neuen Design
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Keynote Rupert Stadler

Auto der Zukunft ist stadtgerecht

Prof. Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG Foto: Dino Eisele

Audi-Chef Rupert Stadler glaubt ganz fest an die Zukunft des Automobils. Alles andere wäre auch eine zu große Überraschung.

Doch dem erfolgreichen Automanager war als Keynote-Sprecher auf dem auto motor und sport-Kongress am Donnerstag (10.4.2014) in Stuttgart klar, dass sich dazu das Auto wandeln muss. "Früher sprach man von der autogerechten Stadt", so Stadler vor 250 Automanagern in der Messe Stuttgart. "Jetzt geht es um das stadtgerechte Auto."

Dass die Menschen auch in Zukunft Auto fahren wollen, das steht für Stadler fest. "Die Menschen wollen, dass das Auto auch in Zukunft seinen Platz hat, weil individuelle Mobilität für unsere Gesellschaft unverzichtbar geworden ist." Die Lösung der Verkehrsprobleme von heute sei nicht das Ausschließen der Autos, das werde den Wünschen der Menschen nicht gerecht.

Wohlstandsgrundlage Mobilität

Mehr noch: "Mobilität ist die Grundlage unseres Wohlstandes", so Stadler. "Ohne Mobilität käme es zum Stillstand unserer Wirtschaft. Bewegung ist die Geschäftsgrundlage unserer Gesellschaft." Deshalb gehe es nicht um Ausschluss, sondern Veränderung.

Das Auto habe nur eine Zukunft, wenn es stadtgerecht werde. Stadtgerecht, das heißt für Stadler: Autos müssen sauberer werden, den knappen Platz der Städte viel effizienter nutzen - während der Fahrt und beim Parken - und sie müssen auch anders genutzt werden. Effizienter genutzt werden. "Viele Städte erfinden sich derzeit neu", so Stadler. "Automobil und Stadt bewegen sich aufeinander zu. Beide sind aufeinander angewiesen."

Grüne Welle wird vom Auto berechnet

Und deshalb müssten Autohersteller und die Städte viel enger zusammenarbeiten, um den Verkehr der Zukunft zu planen. Dabei brauche die Stadt der Zukunft nicht Investitionen in Asphalt und Beton. Es gehe um Software und neues Denken, es gehe um Schnittstellen. "Denken Sie nur an Ampel-Schnittstellen, damit Autos die grüne Welle errechnen können", so Stadler.

Es gehe darum, die Städte zum Beispiel auf pilotiertes Fahren vorzubereiten, um den knappen Straßenraum besser zu nutzen. Autos, die sich selbst einparken und in die deshalb keiner mehr ein- oder aussteigen müsse, könnten viel enger und damit platzsparender parken.

Die Vernetzung der Autos und neue Mobilitätsangebote könnten dazu führen, dass man nicht mehr ein Auto besitzt, sondern Zugriff auf mehrere Autos haben wird, ganz nach Situation: ein kleines Autos für den Weg zur Arbeit, einen Van für den Urlaub, einen Geländewagen für den Skiurlaub in den Bergen.

Und auch den Anspruch als Premium-Hersteller definierte Stadler neu: "Das Premium von morgen ist der Zugewinn an Zeit, den wir unseren Kunden schenken können." Das sei möglich, "indem wir sie schneller zum Ziel führen, ihnen im Fall eines Staus einen Piloten anbieten, der sich um das Lenken, Bremsen und Gas geben kümmert." Schon "sehr bald" werde Audi deshalb das pilotierte Fahren bis 60 km/h in Serie bringen.

Und das habe auch weitere Folgen: Die Grenzen zwischen Arbeiten und Freizeit werden in beiden Richtungen fließend, so Stadler.

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