Dirk Johaes Klassiker-Blog

Bahnt sich beim Ur-Porsche eine Wende an?

Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton Foto: Arturo Rivas 15 Bilder

In der Stuttgarter Zeitung war es der Aufmacher in der Wochenendausgabe des Lokalteils: "Rätselraten um das 'P1' am Ur-Porsche". Noch einmal wird der ganze Fall rund um den "ersten Porsche" ausgerollt.

Darin kommt auch eine Vertreterin des Technischen Museums Wien zu Wort: Es ist Anne-Katrin Ebert, die Sammlungsleiterin "Verkehr" des Wiener Museums, in dessen Depot das Egger-Lohner Elektromobil C.2 über Jahrzehnte abgestellt war..Die Mitarbeiterin des österreichischen Bundesmuseums äußerte sich nochmals zu der eingeschlagenen Markierung P1: "Als wir im Jahre 2009 ein Gutachten zu diesem Fahrzeug erstellen ließen, haben wir an keiner Stelle eine solche Markierung ausmachen können", meint sie.

Diese Äußerung klingt verhaltener als die früheren Statements der Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky. Außerdem spricht ihre Mitarbeiterin Ebert jetzt nur noch von einem Gutachten. Es müssen aber mindestens zwei Gutachten erstellt werden, wenn ein Exponat aus der Sammlung ausgesondert wird. So die Rechtslage.

C.2 stand an der Wand

Dies hat uns auch Karl Eder, einer der beiden Gutachter, bestätigt. Eder sorgte mit seinen Aussagen zum Fehlen des "P1" bei der Begutachtung für die vielen Pressemeldungen über die angebliche Fälschung. Er verriet uns auch, dass der C.2 bei seiner Begutachtung im August 2009 an einer Wand stand und nur die rechte Fahrzeugseite zugänglich war. Dieses Detail könnte von großer Wichtigkeit sein.

Porsche selbst lässt den C.2 und die Geschichte seiner Entstehung jetzt vom Technikhistoriker Kurt Möser, Professor am Karlsruher Institut für Technologie, wissenschaftlich erforschen. Ferdinand Porsche habe entscheidend an der Entwicklung des Motors mitgewirkt, sagte Möser der Stuttgarter Zeitung.. Damit bestätigt er die Darstellung, die bereits in der Ausgabe 4/2014 von auto, motor und sport zu lesen war und, die sich durch einige Dokumente belegen lässt.

Extrem viele Nummern

Interessant ist auch eine zweite Tatsache, die sich auf den im Technik Museum Wien ausgestellten Egger-Lohner C.14 mit "Mylord"-Karosserie bezieht..Zumindest in eine Radnabe dieses Elektromobils ist eine "2" eingeschlagen. Solche Markierungen waren im Kutschbau durchaus üblich. "An solch einem Fahrzeug finden sich extrem viele Nummern, jede einzelne richtig einzuschätzen ist mit bloßem Auge nicht möglich", betont Möser.

Einige Journalisten und Experten vertrauten aber für ihre Urteile über das neue Exponat im Porsche Museum dem "bloßen Auge". Porsche selbst lässt jetzt von den Lackierungen bis zu den eingeschlagenen Markierungen alles genauestens untersuchen. Zu den "P1"-Kennzeichungen liegen offiziell zwar noch keine Ergebnisse vor. Was aber passiert, wenn sich das "P1" anhand der Laboruntersuchung jetzt doch als echt erweist?

Dem ursprünglich angekündigten Thema, einem neuen Porsche-Buch, widme ich mich in einer der folgenden Auflagen von "Bar Parco".

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