Goodwood - Festival of Speed 2010

Passion for Speed statt Fußball-WM

Festival of Speed Foto: Uli Jooß 20 Bilder

Motorsportverrückt? Wenn Sie die Frage mit einem deutlichen "Ja" beantworten, sollten Sie vom 2. bis 4. Juli 2010 nicht die Viertelfinal-Spiele der Fussball-WM schauen, sondern nach Goodwood reisen. Dort lädt der Earl of March zum spektakulärsten Motorsport-Event des Jahres.

Viva Veloce! - so heißt das Motto des diesjährigen Festival of Speed. Wie der Name schon erkennen lässt, sind ein Schwerpunkt in diesem Jahr italienische Rennwagen - vor allem das Geburtstagskind Alfa Romeo.

Sonderschauen, Jubiläumsfeiern und Rennen am laufenden Band

Zahlreich sind die Sonderschauen: 60 Jahre Formel 1-Weltmeisterschaft, 60. Geburtstag des Mercedes-Triumphs bei der Carrera Panamericana, 100 Jahre Alfa. Es gibt aktuelle und historische Formel 1- und Rallyeautos zu sehen, Indianapolis-Rennwagen und Tourenwagen, Hot Rods, Dragster, Rekordfahrzeuge und Nascar-Flitzer - das Festival of Speed deckt alles ab, was jemals unter dem Namen Motorsport auf vier Räder veranstaltet wurde.
 
Für viel Aufsehen sorgen in jedem Jahr die Auftritte der Titanen - Alfa Romeo 8C, Bugatti Typ 35, Miller-Rennwagen, Bentley-Blower und natürlich die Krönung - die Silberpfeile von Auto-Union und Mercedes lassen die Stimmung kochen.

Einzigartig: Rennsportgeschichte live erleben - mit Promis und Rennwagen

Das ist es auch, was das Festival of Speed ausmacht. Die einzigartige Atmosphäre im weitläufigen Park des Lord of March. Das Fahrerlager steht den Besuchern offen, sie können hautnah dabei sein, wenn sich die zahlreichen Rennfahrer vorbereiten und sich die Rennwagen für ihren Einsatz warmlaufen. Das Erlebnis Motorsport übt nirgendwo sonst auf der Welt eine solche Anziehungskraft aus wie hier im britischen Goodwood/Sussex.
 
Nirgendwo sonst kann man auch derart viele Motorsportler treffen und in Aktion sehen: Bei den zahlreichen Rennen während der drei Tage des Festival of Speed geben sich aktive und ehemalige Rennfahrer die Ehre. Ex-Formel-1-Piloten, Rallye-WM-Sieger, Tourenwagen-Weltmeister, Le Mans-Sieger und Indianapolis-Gewinner. In diesem Jahr haben sich unter vielen anderen Rauno Aaltonen, Giacomo Agostini, Derek Bell, Max Biaggi, Emerson Fittipaldi, Nicola Larini, Jochen Mass, Phil Read, Stirling Moss, Kevin Schwantz, John Surtees, Bobby Unser, Björn Waldegaard, Frank Williams angesagt - wem das noch nicht reicht, kann sich die Liste der Rennfahrer-Prominenz, die sich bisher dato angemeldet hat, als PDF-Datei (links im Kasten) herunterladen. Sie enthält Angaben zu den Fahrern und wann sie mit welchem Auto in Goodwood beim Festival of Speed zu sehen sein werden.

Formel 1-Piloten starten beim Bergrennen

Jenson Button wird einen McLaren MP4-25 am Sonntag beim Bergrennen fahren, Lewis Hamilton pilotiert beim gleichen Rennen den Vorgänger-Wagen MP4-24, Mika Häkkinen wird gleich an allen drei Tagen des Events verschiedene historische Mercedes-Rennwagen bewegen. Mark Webber wird sein aktuelles Arbeitsgerät, den RedBull RB6 präsentieren und auch Nick Heidfeld fährt einen aktuellen Formel 1-Boliden. Heidfeld hält übrigens immer noch den Streckenrekord. Er absolvierte 1999 in 41,6 Sekunden den "Hillclimb".
 
Ein Dauergast ist der Pink Floyd-Drummer Nick Mason, ein echter Autonarr und Sammler von Oldtimern. Er wird am Steuer eines Auto Union Typ D zu sehen sein. Jimmy McRae, der Vater des 2007 tödlich verunglückten Rallye-Weltmeisters Colin McRae, wird in einem Subaru Legacy an den Start gehen und Jackie Stewart steigt zum ersten Mal seit 1965 wieder in den Lotus 38, mit dem Jim Clark 1965 die 500 Meilen von Indianapolis gewann.

Die Rennstrecke Goodwood Circuit und die Bergrennen

Der Kurs wurde nur von 1948 bis 1966 für Rennen genutzt. Schwere Unfälle auf der anspruchsvollen Strecke führten zur Schließung am 2. Juli 1966. Unter anderem verunglückte hier Stirling Moss schwer, der nach diesem Unfall seine Karriere beenden musste. Bruce McLaren kam vor 40 Jahren bei einer Testfahrt auf dem rund 3,8 Kilometer langen Rundkurs ums Leben.
 
Seit 1993 lädt der Earl of March and Kinrara zum Festival of Speed in seinen großzügigen Park in Goodwood bei Chichester, West-Sussex. Die Rennen werden seither als Bergrennen auf einer 1,86 Kilometer langen Strecke ausgetragen. Seit 2007 gibt es zudem für Rallyeautos einen eigenen Wettbewerb, der auf einem U-förmigen, 2,5 Kilometer langen Waldweg ausgefahren wird. Hier treten die Rallyeautos vom Schlage eines Opel Manta 400, Lancia Stratos und Rally 037, Audi Sport Quattro und die aktuellen Rallye-Boliden gegeneinander an.

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