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Historische Rennwagen im Wert von 50 Millionen

Ermittlungen gegen Willi Balz

Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen Windreich AG sowie dessen Vorstandvorsitzenden und Klassiker-Rennfahrer Willi Balz ermittelt. Dabei geht es auch um die historischen Rennwagen, die der 52-jährige Unternehmer einsetzte.

Rund 35 Beamte des Landeskriminalamtes durchsuchten am 5. März die Hauptverwaltung von Balz‘ Firma Windreich AG in Wolfschlugen sowie vier Privatwohnungen: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation, des Kapitalanlagebetrugs, der Marktpreismanipulation und des Kreditbetrugs gegen das Unternehmen ein Verfahren eingeleitet.

Historische Rennwagen im Wert von rund 50 Millionen Euro

Insgesamt soll Balz, der Vorstandsvorsitzender und Alleinaktionär des mittelständischen Unternehmens ist, einen dreistelligen Millionenbetrag in Form von Sicherheiten zur Verfügung gestellt haben, um Bankkredite der Windreich AG zu besichern. Das berichtete im Juli 2011 die Frankfurter Allgemeine. Zu diesem Volumen gehörten auch seine historischen Rennwagen, deren Gesamtwert mit etwa 50 Millionen Euro beziffert wurde.

Die Summe für die Kaufpreise der Autos entspreche fast dem Volumen der ersten Unternehmensanleihe von 50 Millionen, die seit 2010 an der Stuttgarter Börse gehandelt wird. Die Rennwagen habe der Unternehmer aus den Gesellschafterdarlehen finanziert. Schon 2011 berichtete die Frankfurter Allgemeine davon, dass einige Beobachter die Verflechtungen zwischen dem Unternehmen und dem Vorstandsvorsitzenden sowie Alleingesellschafter Willi Balz irritierte.

Kontakte aus der historischen Rennszene

Balz bestätigte die Ermittlungen, gab aber keine weitere Stellungnahme ab. Insgesamt wird gegen fünf aktuelle und ehemalige Vorstandsmitglieder ermittelt, darunter auch gegen den ehemaligen Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Dr. Walter Döring. Der FDP-Politiker war bis Sommer 2012 Vorstandsmitglied der Windreich AG.

Für seine Geschäfte nutzte Willi Balz offenbar auch Kontakte aus der historischen Rennszene. Der passionierte Rennfahrer vor allem von klassischen Maserati-Monoposti habe sich, so berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, mehrfach Geld vom schottischen Baron Laidlaw, ein in Monaco und Südafrika lebender Finanzinvestor, geliehen: "wegen akuter Liquiditätsnot".

Das ehemalige Mitglied des britischen "House of Lords" ist selbst seit vielen Jahren mit hochkarätigen Rennwagen bei historischen Veranstaltungen aktiv. Die Kredite von dem englischen Adeligen habe Balz mit seinem Offshore-Windparkprojekt "Deutsche Bucht" sowie Anteilen an einem derzeit gebauten Windparks, weiteren Ansprüchen und Rechten abgelöst, aber nur zu weniger als einem Drittel. Davon hätten die Anleger der Anleihen aber erst aus der FAZ erfahren: Beide Anleihen wurden zuletzt für weit weniger als die Hälfte ihres Nennwerts gehandelt.  

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