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3. i-Mobility Rallye 2018

Tesla X90D gewinnt E-Rallye

i-Mobility Rallye 2018 Foto: Achim Hartmann 36 Bilder

Die i-Mobility Rallye widmet sich ausschließlich der E-Mobilität. Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten gehen rund um Stuttgart auf emissionsarme Reise.

09.04.2018 Michael Rassinger

Als Veranstalter einer Gleichmäßigkeits- und Zuverlässigkeitsrallye muss man sich Jahr für Jahr neu erfinden. Das Motto lautet nicht „so schnell wie möglich“, sondern „so pünktlich wie möglich“. Der Kampf um die Hundertstelsekunden wird bei solchen Rallyes nicht durch Leistung, Drehmoment und Druck aufs rechte Pedal entschieden. Vielmehr sind es Wertungsprüfungen und Pünktlichkeit, die im Grunde jedem teilnehmenden Fahrzeug den Sieg ermöglichen.

Die i-Mobility Rallye verfolgt als elektrischer Bruder der drei Classic Rallyes (Paul Pietsch, Silvretta Montafon, Sachsen) von auto motor und sport genau dieses Ziel: Alle Sollzeiten sind bekannt und problemlos machbar, die Wertungsprüfungen entscheiden über Sieg oder ferner liefen. Kein Wunder, dass die Qualität dieser Prüfungen neben der Landschaft ausschlaggebend für den Spaß der Teilnehmer ist.

Hyundai Nexo als Premiere, IONIQ in der E-Version

i-Mobility Rallye 2018 Foto: Achim Hartmann
Ganz entspannt: Damen-Rallye-Weltmeisterin Isolde Holderied ist ganz andere Strecken gewöhnt und hatte am Steuer des Toyota Mirai auch keinerlei Reichweiten-Sorgen.

Eine Premiere bildete das erste Fahrzeug: Der Brennstoffzellen-SUV Hyundai Nexo legte die ersten offiziellen Kilometer auf europäischem Asphalt zurück. Das Team von Hyundai Deutschland musste für diesen Anlass alle Hebel in Bewegung setzen, damit der Nexo, der ab Sommer 2018 beim Händler stehen soll, bereits jetzt die schwäbische Runde bei der i-Mobility drehen konnte. Für diesen Artikel waren Tom Hölzner und der Autor für das Team Hyundai in einem IONIQ Elektro unterwegs. auto motor und sport testete den IONIQ bereits und attestierte ihm gute Fahrdynamik und alltagstaugliche Reichweite. Auf der rund 120 km langen Strecke sollte sich zeigen, was in ihm steckt.

Die Palette an Teilnehmerfahrzeugen war auch bei der dritten i-Mobility Rallye bunt: Neben mehreren Tesla, BMW i3 und i8, Porsche Hybridfahrzeugen und elektrischer Mercedes B-Klasse fielen vor allem Modelle der Hersteller Opel, Kia, Nissan, Hyundai und Toyota auf. Honda trat mit einer Brennstoffzelle an, Volkswagen schickte den bewährten Golf in e- und GTE-Version auf die Strecke, einige Exoten wie Citroën E-Méhari, Fisker Karma und ein elektrifizierter 2CV ergänzten die alternative Rallye-Flotte.

Muskelkraft für Druckersaft

Zurück zum Ernst des Lebens: Bevor Volt und Ampere aus den Antriebsakkus den Vortrieb möglich machten, stand die schweißtreibende erste Wertungsprüfung „Eilige Drucksache“ auf dem Programm. Das Team um Rallye-Organisationsleiterin Laura Hauschild achtete auf die körperliche Ertüchtigung der Teilnehmer. Nach der legendären Muskelkraft-Orangensaftpresse aus dem Jahr 2016 mussten Fahrer oder Beifahrer nun Strom für einen Drucker erzeugen, der wiederum die Bordkarte für das Team ausspuckte. Je schneller das Druckerzeugnis im Ausgabeschacht lag, desto weniger Strafpunkte gab es. Die Firma Epson stellte sowohl Fahrrad als auch Drucker.

i-Mobility Rallye 2018 Foto: Michael Rassinger
Vor dem Start zur 3. i-Mobility Rallye auf der Piazza der Messe Stuttgart

Am Start dann gleich die zweite Herausforderung: Der Beifahrer drückt am Startbogen einen roten Buzzer à la Stefan Raab Show, sprintet ins Auto, schnallt sich an, der Fahrer fährt daraufhin zum Bogen und drischt ebenfalls auf den roten Knopf. Die kürzeste Zeit gewinnt auch hier. Für unser Team war mit 10,90 Sekunden Platz 9 drin, der Schlenker um die offene Tür kostete offenbar wertvolle Zeit. Interessant: Auf den ersten drei Plätzen landeten BMW i8, Volkswagen XL 1 und Kyburz eRod, also alles Fahrzeuge mit Flügeltüren oder gar keinen Türen. Sollten Sie öfter und stilvoll auf der Flucht sein, empfehlen wir ihnen definitiv einen Flügeltürer.

Das Roadbook: einfach und doch so schwer

Nachdem wir endlich auf der Strecke waren und parallel zur Startbahn des Stuttgarter Flughafens nach Osten glitten, kam die nächste Herausforderung schneller als erwartet. Im Roadbook ist der Streckenverlauf in Form sogenannter Chinesenzeichen mit kurzen Anweisungen abgebildet. An der zweiten Ampel sollte es links gehen. Welches war aber nun die zweite Ampel? Hatten wir richtig mitgezählt? Eine 180-Grad-Wende mit anschließender 180-Grad Wende war die Folge. Noch blieb der Sieg in Reichweite.

Apropos Reichweite: Unser IONIQ versprach uns bei der Abfahrt mit zu 98 % gefüllten Akku 204 km Reichweite.

i-Mobility Rallye 2018 Foto: Michael Rassinger
Mit 204 km Reichweite startet unser Hyundai IONIQ zur Rallye

Gefälle auf der Partnersuche

Während der Fahrt waren kleine Aufgaben ins Roadbook eingebaut, darunter das Notieren des Gefälles in verschiedenen Streckenabschnitten. Nachdem wir eine Abfahrt verpasst hatten, kam die obligatorische 180-Grad-Wende, gefolgt von einem 90-Grad-Schlenker nach links, der zum Parkplatz, dem Ort der nächsten Wertungsprüfung, führte.

Waren Sie schon mal im Berliner DDR-Museum? Dort können Sie Objekte erfühlen, wenn Sie in ein dunkel verkleidetes Loch greifen. Bei der Prüfung „Partnersuche“ gingen wir noch ein Stück weiter: Zahlreiche Schrauben und Muttern waren in einem blickdichten Kasten verteilt und mussten in möglichst kurzer Zeit miteinander verkuppelt werden. Eine weitere Vorgabe war, dass am Ende das geringste Gewicht zählte. Das Team vom ADAC Württemberg holte sich hier den Sieg mit 4 Paaren und 355 Gramm. Kein Wunder, die haben täglich damit zu tun. Wir landeten dagegen mit 2 Paaren im Schlussfeld, hatten aber immerhin dicke Dinger (290 Gramm) aus der Metallsammlung gefischt.

Nach der Mittagspause auf Schloss Filseck ging es rasant weiter: Die Prüfung „Nix wie weg“ ließ den Fahrer beide Pedal nacheinander zum Bodenblech drücken. Zuerst maximale Beschleunigung, um anschließend eine Vollbremsung vor der Markierungslinie hinzulegen. Am besten schafften das die beiden Porsche Panamera 4 E-Hybrid und Turbo S E-Hybrid, dicht gefolgt von einem Tesla Model S.

Schöne Ausblicke

Im weiteren Verlauf der E-Rallye konnte man sich an der Landschaft rund um Göppingen und Esslingen sattsehen. Von alleeartigen Landstraßen bis hin zu unbefestigten Wegen durch Wald und Flur wurde alles geboten. Abwechslungsreich waren auch die Durchfahrtskontrollen, bei denen die Teams Fragen zur E-Mobilität beantworten mussten: Die Ladezeit eines e-Golf an der Haushaltssteckdose? In welchem EU/EFTA-Land wurden 2017 die meisten E-Autos zugelassen? Welche Förderung bietet die Bundesregierung derzeit für E- und Brennstoffzellenautos sowie für Hybridfahrzeuge an?

i-Mobility Rallye 2018 Foto: Michael Rassinger
Die letzte Zeitkontrolle in Köngen (Landkreis Esslingen)

Die letzte Wertungsprüfung fand in der Fair Trade Gemeinde Köngen statt. Zahlreiche Fragen drehten sich um Nachhaltigkeit und Geschichte der Gemeinde im Landkreis Esslingen, die auf römische Wurzeln zurückblicken kann. Danach ging es für alle Teilnehmer zurück in Richtung Messe Stuttgart. Nach dem Zieleinlauf wurde eine geführte Besichtigung auf der i-Mobility, der Messe für nachhaltige Mobilität, angeboten. Auf der anschließenden Siegerehrung wurden Clemens Winter und Thomas Bellgardt im Tesla X90D zum Sieger gekürt. Rang zwei ging an Wolfgang Schulz und Bernd Spatscheck im Mitsubishi Outlander, Dritte wurden Paul-Janosch Ersing und Dr. Bernd-Wilfried Kießler im Citroën E-Méhari.

i-Mobility Rallye 2018 Foto: Michael Rassinger
Restreichweite nach der Rallye und ohne Nachladen: 55 km

Für uns wurde es Platz 26 mit dem Hyundai IONIQ. Der letzte Kommentar von Fahrer Hölzner: „Nächstes Jahr gewinnen wir!“

Alle Ergebnisse gibt es auf unserem Eventportal, weitere Fotos auf Facebook.

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Neuester Kommentar

Wo hat der Herr Rassinger bloß die Chinesenzeichen im Roadbook gesehen? Wahrscheinlich hat er sie mit japanischen Schriftzeichen verwechselt. In Online-Redaktionen liest offenbar niemand mehr gegen.

Extol 12. April 2018, 19:37 Uhr
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