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IAA 1977

Porsche 911 soll sterben

Audi, 100 Avant, IAA 1977
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Nach Ölkrise und Verkaufsflaute steht die IAA 1977 wieder unter einem guten Stern. Erstmals werden mehr als vier Millionen Fahrzeuge hergestellt und der Branche geht es hervorragend. Nur das japanische Engagement ist vielen ein Dorn im Auge.

Die japanischen Hersteller Datsun, Honda, Mazda, Mitsubishi und Toyota entdecken das Potential des deutschen Marktes und stellen sich 1977 dem Fachpublikum der IAA auf 16 Prozent der Gesamtausstellungsfläche vor.

Die Fahrzeuge werden immer konkurrenzfähiger, das muss auch VDA-Präsident Johann Heinrich von Brünn eingestehen. Im weltweiten Vergleich haben die Japaner bereits 1974 Deutschland im Export überholt. Positiv ist die sich steigernde Vielfalt: 1.247 Hersteller (1975 waren es 913) aus 30 Ländern stellen auf 181.861 Quadratmetern der Frankfurter Messe Zubehör und 1.052 Autos aus. Die IAA (zum aktuellen IAA-Special) erlangt immer mehr internationale Aufmerksamkeit und mausert sich zu einer der bedeutendsten Automobilausstellungen weltweit.

Audi hängt Mercedes ab

Im ersten Halbjahr liegen die Ingolstädter vor dem Konkurrenten aus Stuttgart. Audi erreicht einen Marktanteil von 9,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs von zwei Prozent. Zugpferd des Erfolges ist der 1976 überarbeitete Audi 80, der sich sogar besser verkauft als sein günstigerer Konzernbruder VW Passat.

Der bereits ein Jahr zuvor erneuerte Audi 100 erzielt ebenfalls prächtige Verkaufszahlen, und so präsentiert Audi in Frankfurt zum ersten Mal den neuen Avant, der nun an der Spitze des Modellprogramms steht. Konsequenterweise wird man zum Modelljahr 1978 die Produktion des Audi 50 aufgeben, um die Marke für die anspruchsvollere Klientel noch deutlicher von VW abzugrenzen.

Mercedes präsentiert neues T-Modell

Mercedes präsentiert mit dem T-Modell der Baureihe W123 ein Fahrzeug, das zur Legende wird - und das für Mercedes neue Käuferschichten anspricht. Das breite Motorenprogramm vom 65 PS Diesel bis zum 177 PS Benziner bietet von Anfang an große Auswahl. Daneben zieht das Leichtbau-Coupé 450 SLC die Blicke auf sich. Hier wurden gegenüber der normalen Version 100 Kilogramm Gewicht eingespart. Erreicht wird das durch den Einsatz von Leichtmetall für Hauben, Türen und Motor.

Opel mit neuer Flotte auf der IAA 1977

Opel sieht im neuen Rekord das Allheilmittel, um erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen. Auf ihm basieren die ebenfalls in Frankfurt präsentierten Commodore, Senator und Monza, die alle die gleiche Plattform nutzen. Motorenseitig ist die Vielfalt allerdings beschränkt: Der neue Opel Rekord ist nur mit Vierzylindern von 60 bis 110 PS lieferbar.

Da kann Konkurrent Ford mit dem neuen Granada mehr bieten und deckt den Leistungsbereich von 70 bis 160 PS ab - und hat auch Sechszylinder im Programm. Ab Modelljahr 1978 gibt es im Granada zudem einen 65-PS-Diesel von Peugeot. Der Senator ersetzt den wenig erfolgreichen Admiral/Diplomat. Für ihn wurde die Rekord-Plattform verlängert, was in erster Linie den Fond-Passagieren zu Gute kommt. Der Monza ist die Coupé-Variante des Senator und wird von Sechszylindern mit 140 bis 180 PS angetrieben.

1981 soll es den Elfer nicht mehr geben

So sehen es zumindest die Planungen anno 1977 vor. Zum Modelljahr 1981 soll die Produktion auslaufen und in Frankfurt stehen auf der IAA 1977 neben 924 und dem neuen 928 nur noch Porsche Turbo, der sein Erkennungskürzel nicht mehr im Namen führt, und der 911 SC. Bei dem 911 SC ist ein Fünfganggetriebe serienmäßig, das die 180 PS des Dreiliter-Boxers überträgt.

120 PS mehr leistet der aufgeladene Boxer des Porsche Turbo, der bis dahin stärkste, teuerste und vor allem schnellste Porsche. Er kostet 78.500 Mark und erreicht 260 km/h. Grund für die Pläne, den 911er auslaufen zu lassen, sind die Frontmotor-Porsche 924 und 928. Der 928 war im gleichen Jahr bereits in Genf zu sehen und kommt offenbar sehr gut an. Vor allem aus dem Ausland gibt es eine starke Nachfrage. Der 924 steht schon seit 1976 bei den Händlern.


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