Nachruf auf Eugen Böhringer

Eugen Böhringer gestorben

Eugen Böhringer feiert seinen 90. Geburtstaqg im Mercedes-Benz Museum Foto: Hardy Mutschler 11 Bilder

Der ehemalige Mercedes-Benz Werksrennfahrer Eugen Böhringer ist am 19. Juni 2013 im Alter von 91 Jahren in Stuttgart gestorben. Er war in den 1960er-Jahren einer der erfolgreichsten Werksfahrer für Mercedes.

Der am 22. Januar 1922 auf dem Rotenberg bei Stuttgart geborene Rallye-Fahrer holte 1962 mit dem Gewinn der Rallye-Europa-Meisterschaft seinen größten Erfolg. Der gelernte Koch führt in seinem Hauptberuf das Familienhotel auf dem Rotenberg über Stuttgart.

Koch, Hotelier und Rennfahrer

Die Verbindung zu Mercedes-Benz liegt ebenfalls in der Familie: Schon sein Vater Gottfried Böhringer 1928 richtet für die Mitarbeiter des Mercedes-Benz Werks einen Omnibus-Pendelverkehr zwischen Stuttgart-Rotenberg und Untertürkheim ein.
Bereits 1925 hat die Familie einen Mercedes-Benz 16/45 gekauft, den auch Eugens Mutter fährt. Emma Böhringer ist damals eine der ersten Frauen in der Region Stuttgart, die einen Führerschein besitzt.

Es liegt also nahe, dass der Junge von einer Karriere als Automobilmechaniker bei Mercedes-Benz träumt. Doch die Familie überzeugt Eugen, eine Ausbildung als Koch zu machen und die Höhengaststätte mit Hotel zu übernehmen.

An Böhringers Faszination für die Automobile mit dem Stern ändert aber auch der gastronomische Werdegang nichts. Eine Wette unter Freunden führt schließlich dazu, dass der Hotelier Mitte der 1950er-Jahre erste lokale und regionale Wettbewerbe auf seinem privaten Mercedes-Benz 219 (W 105) fährt und schnell Erfolge erzielt. Unter anderem holt er 1958 den zweiten Platz der Stuttgarter Rallye Solitude, die er dann 1959 und 1960 gewinnt.

Zahlreiche Erfolge bei der Rallye Monte Carlo

1960 holt er auf Mercedes-Benz 220 SE (W 111) den 2. Platz bei der Rallye Monte Carlo, 1961 bis 1965 fährt er Klassensiege bei der Rallye Monte Carlo ein. 1961 wird er Vize Rallye-Europameister. Es folgen zahlreiche Siege bei internationalen Rallyes. Sein Geheimrezept: „Die körperliche Fitness garantierten Traubenzucker, Milch und Unmengen an Wasser“.

1965 startet er zum letzten Mal bei der Rallye Monte Carlo, danach zieht er sich aus dem Rennsport zurück, bleibt dem Motorsport aber zeit seines Lebens verbunden. 2001 gründet er mit weiteren Rennfahrern die "Solitude Revival".

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