sport auto-Perfektionstraining 2018, Exterieur
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sport auto-Perfektionstraining 2018

Die schnellste Fahrschule auf der Nordschleife

Ende der Ferienzeit, ab ins Klassenzimmer – nun, in ein sehr großes, zudem an der frischen Luft. Über 120 Teilnehmer wollten es nochmal wissen, schrieben sich zum sport auto-Perfektionstraining auf der Nordschleife ein, um ein paar Zehntel zu finden, oder die Ideallinie generell.

Ein paar finden sich ja immer. Diejenigen, die in der letzten Ferienwoche schon mal den Lernstoff fürs nächste Jahr an der weiterführenden Schule anschauen. Vielleicht sogar versuchen, sich davon selbst etwas beizubringen. Um vor dem Lehrer glänzen zu können. Am Vorabend des ersten Perfektionstrainings-Tages siehst du sie dann. Je nach Können eher zögerlich oder mutig, kämpfend oder suchend. Oder beides. Im Touristenverkehr auf der Nordschleife. So etwas wie Völkerball ohne Aufsicht. Und ohne Ball. Mit Autos. Vom Fiat Ducato Kastenwagen über zornige BMW 3er früherer Baujahre bis hin zum flammneuen McLaren 720S. Welche davon am nächsten Tag im Teilnehmerfeld aufkreuzen, ahnst du ja noch nicht.

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Dino Eisele
Blau im Magen: Nico Menzel führt seine Gruppe in der leichten Alpine A110 an.

Alfa 75: Italiener im Originalzustand

Vor allem bei einem nicht. Er gewinnt Platz eins in der Stilwertung an diesem Dienstagabend. Ein Alfa 75. Im Originalzustand. Ein V6, wünschst du dir, als er den Pflanzgarten hinunterpurzelt. Du weißt es, als er die Rechts bergauf zum großen Sprunghügel nimmt. Tiefes Trompeten. Allein dieser Auftritt: ein Fest. Im hinteren linken Seitenfenster hängt ein weißes und offensichtlich frisch gebügeltes Oberhemd – es muss also auch ein Italiener am Steuer sitzen.

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Dino Eisele
Keil und Bogen: Johannes gibt sich und seinem Alfa 75 das erste Mal die Nordschleife.

Immerhin spricht Johannes Huber fließend Italienisch, studierte in Italien, pflegt seit neun Jahren den 75er, dessen Dreilitermotor und das nicht sonderlich präzise Fünfganggetriebe im Transaxle-Layout. „Er läuft super“, sagt Huber nach seinem ersten Trainingstag. „Hätte vor allem nicht gedacht, dass die Bremse so gut mitmacht.“ Na hoffentlich, denn zum Tausch der hinteren Bremsscheiben müssen die Antriebswellen raus. Weder Huber noch sein Alfa waren jemals zuvor auf den schönsten 20,832 Kilometern der Welt unterwegs. Es sei nun an der Zeit gewesen, findet der geborene Münchener.

Porsche Cayman GT4: ein amtliches Gerät

Ein weiterer rasanter Rechtsbeistand aus der bayerischen Landeshauptstadt fährt in einer anderen Gruppe herum, ebenfalls zum ersten Mal hier, aber mit Erfahrung auf anderen Rennstrecken. Und mit amtlichem Gerät, einem Porsche Cayman GT4. In dem es Fahrer Rasso Graber nach den ersten Runden schon recht warm wird: „Puh, da werde ich noch das eine oder andere Mal hierher kommen müssen, bis Tempo und Kurven passen“, stellt Rasso Graber fest. Sein Cayman GT4-Kollege Pierre Zimmermann sammelte zwar schon einige Runden Erfahrung, wohnt ja auch praktisch um die Ecke, in Luxemburg, dennoch: „Eigentlich fängt man immer wieder von vorne an.“ Pierre spult mit großer Ruhe sein Pensum ab, gewinnt Vertrauen in sich und seinen Sportwagen, dessen serienmäßige Cup-Reifen er lieber gegen Michelin Pilot Super Sport getauscht hat. Schlagartig erhöhte Luftfeuchtigkeit zählt ja zu den üblichen Wetterphänomenen in der Eifel.

Michelin Track-Connect: die totale Überwachung

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Dino Eisele
Partner Michelin zeigt neben seinen hauseigenen Sportreifen-Helden auch seine Track-Connect-Technik.

Nicht jedoch an diesem Septembertermin, weshalb Partner Michelin keine Winterreifen mit Spikes zeigte, sondern die hauseigenen Sportreifen-Helden sowie die neue Track-Connect-Technik. Sensoren in den Reifen übertragen in Echtzeit Daten wie Druck und Temperatur auf das Smartphone. Noch vor dem Start empfiehlt die App in Abhängigkeit von Fahrzeug, Reifendimension und Wetter den optimalen Druck. Und nach dem Fahren lassen sich Rundenzeiten und Entwicklung der Drücke analysieren.

Martin Schof hat auf seinen BMW M135i zwar Pilot Sport Cup 2 aufgezogen, aber noch ohne das neue Feature. „Ich hab’s in den letzten Jahren hier schleifen lassen, muss mir noch mal die Linie zeigen lassen“, erklärt der Badener seine Motivation. Seinen 1er bestellte er ohne Extras, spendierte mehr Leistung, einen Käfig und ein neues Fahrwerk – und outet sich als Detail-Freak: „Ich habe die Abdeckung unter dem Motor gegen die der Heißland-Ausführung getauscht. So kann mehr warme Luft abfließen. Steht im BMW-Teilekatalog. Da stöbere ich gerne mal drin.“

Youtube-Star: Traum erfüllt

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Dino Eisele
Kappe, die erste: Youtuber Nico Pliquett zeigt seinem Lamborghini Huracán die Eifel.

Nico Pliquett hingegen bastelt nicht an seinem Auto, was an einem Lamborghini Huracán wohl auch weitaus komplexer wäre, als es an einem BMW M135i ohnehin schon ist. Der Youtube-Star (youtube.pliquett.net) kennt die Nordschleife nur aus dem Simulator und vom Beifahrersitz. „Jetzt darf ich endlich selbst fahren“, freut sich der Hamburger Jung. Ein Traum werde nun für ihn wahr, sagt er, grinst nach jeder gefahrenen Runde noch breiter, doch auch seine Gesichtsfarbe kippt unterm Helm bald in ein angestrengtes Rot.

Wie die meisten verschenkt er häufig einen halben Meter hier, 30 Zentimeter dort. Die Nordschleife nimmst du nicht auf ex. Runden sammeln. In Ruhe. Atmen nicht vergessen. Zwischendurch mal die prächtigen Herbstfarben genießen, am besten vom Kesselchen hoch zum Klostertal. Nico fehlte die Ruhe. Und am Vorabend geübt hat er ebenfalls nicht. Ob dann alles anders ausgegangen wäre? Vermutlich nicht. Was? Erzählt Nico selbst. Auf seinem Kanal.

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