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Porsche-Museum 2013

Für 911 das Museum geräumt

Das Jubiläum "50 Jahre Porsche 911" bricht alle Rekorde. Jetzt reservierte der Stuttgarter Sportwagenhersteller  fast alle Stellplätze im Werksmuseum am Porscheplatz für seine Ikone.

Die feierlich von Wolfgang Porsche, jüngster Sohn des ehemaligen Firmenchefs Ferry Porsche und Aufsichtsratschef der Porsche AG, eröffnete Ausstellung zum 911 ist der vorläufige Höhepunkt des großen Jubiläumsjahrs, das in Zuffenhausen gefeiert wird. Um die vielen Exponate und Leihgaben aus der vielfältigen Geschichte des Porsche 911 zeigen zu können, musste die meisten anderen ausgestellten Autos weichen. "Das ist die größte Sonderausstellung seit der Eröffnung des Museums 2009", betont Museumsleiter Achim Stejskal.

Ein Zeitzeuge erinnert sich

Einer der zentralen Bereiche ist der Nachbau des Messestand von der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt 1963. Die Präsentation des Porsche 911 dort gilt offiziell als Geburtstag des Autos, das damals noch 901 hieß. Vor einem großen Schwarzweißbild, das die originale Ausstellungssituation zeigt, stehen ein früher Porsche 911 und ein 356 C Cabriolet - so wie vor 50 Jahren.

Wolfgang Porsche, der bei der Eröffnung der IAA in Frankfurt 20 Jahre alt war, erinnert sich: "Alle in der Firma waren vor der Präsentation des neuen Autos sehr gespannt, wie die Kunden und die Journalisten den Porsche 911 aufnehmen würden", erzählt Porsche und lenkt den Blick auf seinen Vater, der bis 1972 Geschäftsführer des Familienunternehmens war. "Für meinen Vater war es dagegen keine Frage: Er war von dem Konzept felsenfest überzeugt."

Limitiertes Jubiläumsmodell

Mittlerweile lebt der Porsche 911 in der siebten Generation. Der Zuffenhausener Sportwagenbauer verbindet die Tradition und die Jetztzeit mit einem auf 1963 Stück limitierten Jubiläums-Sondermodell der aktuellen Baureihe 991 mit vielen Designanleihen aus der 911-Historie: Stückpreis 121.000 Euro. Das goldene Jubiläum wird mit großem Selbstbewusstsein gefeiert. "Ferry Porsche hat einmal gesagt: Das letzte Auto, das gebaut werden wird, ist ein Sportwagen", zitiert der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller und setzt noch einen drauf: "Und das wird ein 911 sein."

Zur Ausstellungseröffnung im umgeräumten Porsche Museum kamen auch viele ehemalige Porsche-Mitarbeiter, die ihren Anteil am Erfolg des Porsche-Jubilars hatten: Sei es in der Entwicklung oder im Motorsporteinsatz des Sportwagens. Zu den Gästen gehörten Motorenkonstrukteur Hans Mezger, der ehemalige Rennleiter Manfred Jantke sowie Peter Falk und Herbert Linge. Falk, der Testingenieur, und Linge, der Testfahrer, erinnern sich an den ersten Motorsporteinsatz für den Porsche 911 bei der Rallye Monte-Carlo 1965 - eine Idee von Huschke von Hanstein, der damalige Rennleiter und Pressechef von Porsche.

Dramatischer erster Einsatz

"Wir sollten mit dem 911 bei der Rallye mitrollen und ihn auf jeden Fall ohne Kratzer oder Beule zum Ziel nach Monaco in den Fürstenhof bringen, um es dort vor der Weltpresse zu präsentieren", erzählt Peter Falk. "Das war unser Auftrag." Doch diese Ausgabe der Monte entwickelte sich zur schneereichsten und damit einer der  anspruchsvollsten in der Geschichte. "Aber unser Auto war sehr gut vorbereitet und zuverlässig", berichtet Linge, der den frühen 911 auf den fünften Platz im Gesamtklassement steuerte. Peter Falk fügt schmunzelnd an: "Nicht zuletzt hatten wir auch einen sehr guten Fahrer." Dem  ersten Einsatz folgten unzählige weitere Bewährungsproben für den Porsche 911 in seinen sieben Baureihenfamilien. Etwa 28.000 Erfolge konnten Werks- und Privatfahrer mit dem GT herausfahren.

Für Motorsportfans

Auch an die großen Rallye- und Rennerfolge erinnert die Jubiläumsausstellung im Porsche Museum, die noch bis zum 29. September täglich außer montags zu sehen ist: Je ein originaler Porsche 911 Carrera RSR 3.0 und ein 934 von privaten Sammlern ergänzten zum Beispiel die Exponate der Sonderausstellung, die aus der insgesamt über 400 Autos umfassenden Werkssammlung ausgewählt wurden. Allein 107 davon stammen aus einer der 911-Baureihen.

Porsche 911: "Mein Vater war stolz"

Ferry Porsche, in dessen Verantwortung der 911 entwickelt wurde, wäre mit der Ausstellung sicher sehr zufrieden gewesen. Wolfgang Porsche erinnert sich: "Wenige Jahre vor seinem Tod hat mein Vater noch einmal betont, wie stolz er sei, dass er mit seiner Meinung zum Porsche 911 recht behalten habe." Zu den Gratulanten gehörten auch der Schauspieler und Darsteller des Stuttgarter Tatort-Kommissars Richy Müller und der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl.

Walter Röhrl liebt den Porsche 911 Turbo

Obwohl er bis in die Nacht Wasser aus seinem überfluteten Regensburger Haus geschöpft und seine Oldtimer vor dem Hochwasser gerettet hatte, kam Röhrl zur Feier nach Stuttgart. Er war an der Entwicklung von drei Baureihen des Sportwagens beteiligt. Auf die Frage, welches denn sein Lieblings-911 sei, meint die Legende trocken: "Fahren Sie zu einem Porsche Center und kaufen sich einen 911 Turbo."

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