Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton Arturo Rivas
Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton
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Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton 15 Bilder

Porsche Museum

Technikhistorische Sensation bei Porsche

Die Feier zum fünfjährigen Bestehen des Porsche-Museums bietet den würdigen Rahmen: Der Sportwagenbauer kann stolz den ersten Porsche der Welt präsentieren: das Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton.

Offiziell wurde der Elektrowagen, der sich erst seit einigen Tagen in Stuttgart befindet, als Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton bezeichnet. Aber die in alle wichtigen Bauteile eingeschlagene Markierung "P1" weisen das Fahrzeug aus der Pionierzeit des Automobils als Ferdinand Porsches erstes Auto aus.

Porsches Erstling: mehr als 100 Jahre versteckt

Seit 1902 war das Porsche Elektromobil in verschiedenen Hallen untergestellt. Ferdinand Porsche hatte dies damals selbst angeordnet. Sein Enkel Wolfgang Porsche hat das unrestaurierte Fahrzeug erworben und dem Werksmuseum am Porscheplatz als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Ab dem 1. Februar ist es im Porsche Museum als Auftaktstück der Sammlung zu bewundern.

Der von Porsche entwickelte Elektromotor leistet 3 PS. Bei Überlastung sind kurzfristig auch 5 PS möglich. Mit dem Strom aus den 500 Kilogramm schweren "Tudor"-Batterien betrug die Reichweite rund 80 Kilometer oder 3 bis 6 Betriebsstunden. Die Spitzengeschwindigkeit betrug 35 km/h. Mittels "Controller", der leider nicht mehr erhalten ist, konnte der Fahrer insgesamt zwischen 12 Fahrstufen wählen: darunter 6 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgänge sowie 4 Bremsstufen.

Elektromobil mit ausgeklügelten Ideen

Aber Ferdinand Porsche entwickelte nicht nur den Elektromotor. Sein P1 steckt voller ausgeklügelter Ideen. Für die Kraftübertragung baute Porsche ein einstufiges Differentialgetriebe, das die Motorkraft über Zahnkränze auf innenverzahnte Radnaben übertrug. Der 130 Kilogramm schwere Elektromotor war mit drei Stoßdämpfern geschützt und um die Wagenachse pendelnd aufgehängt. Der Hinterachse spendierte Porsche vier Blattfeder-Pakete.

Zwar fehlt dem ersten Porsche der Welt die Karosserie: Aber die Mitarbeiter der Museumswerkstatt fertigten einen abnehmbaren Anschauungsaufbau aus Plexiglas. Vollständig erhalten sind dagegen das komplette Fahrgestell mit Elektromotor und Antrieb. Die Luftreifen werden nachgefertigt und zu einem späteren Zeitpunkt noch montiert.

Porsches steile Karriere

Ferdinand Porsche konstruierte das Auto als Mitarbeiter der "Vereinigte Elektrizitäts-AG" in Wien, die Firma des ehemaligen Siemens-Mitarbeiters Béla Egger. Der begabte, aus Nordböhmen stammende Techniker Porsche war dort binnen weniger Jahre vom Praktikanten zum Leiter der "Probierabteilung" und zum ersten Assistenten im Berechnungsbüro aufgestiegen.

Als der Wiener Kutschbauer Ludwig Lohner bei der elektrotechnischen Firma einen Elektromotor für ein Automobil bestellte, schlug Porsches große Stunde. Er baute und testete das Auto: Die erste Testfahrt ist für den 26. Juni 1898 belegt. Am 28. September 1899 gewann Ferdinand Porsche mit seinem "P1" die Preiswettfahrt für Elektromobile in Berlin. Mit 18 Minuten Vorsprung kam er nach der 40 Kilometer langen Strecke ins Ziel und gewann die Goldmedaille: der erste Porsche-Rennsieg in der Geschichte.

Großes Konstruktionstalent

Ludwig Lohner erkannte das große Konstruktionstalent von Ferdinand Porsche und warb ihn von Eggers Firma ab. Da hatte Porsche längst seine nächste Konstruktion im Kopf: ein Auto mit Radnabenmotor. Schon über 30 Jahre vor der Gründung seines eigenen Konstruktionsbüros in Stuttgart machte der jungen Ferdinand Porsche als einer der europäischen Autopioniere auf sich aufmerksam.

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