Ferry Porsche 100 Jahre Porsche
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Ferry Porsche

Der Praktiker: 101 Jahre Ferry Porsche

Kein Studium, kein Diplom und keine Promotion: Ferry Porsche benötigte keine akademischen Weihen, um zu einem der wichtigsten Konstrukteure der Automobilgeschichte zu werden. Die Ehrentitel bekam er später noch reichlich verliehen.

Ferry Porsche hat das Glück in eine Auto-Familie geboren zu werden. Seine Kinderstube sind die Werkstätten, in denen sein Vater Ferdinand die Aufsicht hat, seine Malbücher sind technische Konstruktionszeichnungen.

Mit zwölf Jahren Testfahrer im Austro-Daimler-Rennwagen

Mit zehn Jahren fährt er seinen eigenen Wagen durch die Wiener Neustadt; mit 6 PS-Zweizylindermotor, Zweigang-Getriebe und bis zu 60 km/h schnell - ein Geschenk seines Vaters. Die Profession steht damit schon früh fest, denn er darf die Konstruktionen seines Vaters testen, mit zwölf pilotiert er "Sascha", den Austro-Daimler-Rennwagen, der die Targa-Florio gewinnt. Nach der Mittleren Reife absolviert er ein einjähriges Praktikum bei Bosch und wird im Anschluss ein weiteres Jahr privat in Automobiltechnik unterrichtet.

Mit der Gründung der "Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH - Konstruktion und Beratung für Motoren- und Fahrzeugbau" 1931 übernimmt der Filius immer verantwortungsvollere Aufgaben. Ab 1932 koordiniert er die Konstrukteure und hält den Kundenkontakt, 1934 leitet er die Versuchsfahrten des Volkswagens. Kurz darauf ernennt ihn sein Vater zum stellvertretenden Leiter des Gesamtbetriebs. Im gleichen Jahr beginnt die Arbeit am Volkswagen, der für 990 Mark verkauft werden soll. Unter dem Hakenkreuz entwickelt Ferry Porsche Kriegsgerät wie Schwimmwagen und KdF-Geländefahrzeug. Nach dem Umzug ins österreichische Gmünd, dem Ende des Krieges und der Kriegsgefangenschaft des Vaters beschreitet Ferry Porsche den Weg vom reinen Konstruktionsbüro zum Fahrzeughersteller mit eigener Produktion.

Der erste echte Porsche wird zur Sportwagenikone

1948 erscheint mit dem 356 der erste echte Porsche. Mit ihm begründet Ferry Porsche den Mythos des Sportwagenbauers. Nach dem Tod seines Vaters Ferdinand Porsche leitet Ferry fortan die Geschicke der Firma Porsche als alleiniger Geschäftsführer. Dank finanzieller Absicherung durch einen Lizenzvertrag mit Volkswagen und den guten Absatzzahlen etabliert sich Porsche als erfolgreicher Spartenhersteller. Mit dem von seinem Sohn Ferdinand Alexander gezeichneten 911 setzt Porsche in den 1970er-Jahren zum Höhenflug an - der 911 wird weltweit zum Ingegriff des alltagstauglichen Sportwagen. Mit weiteren Modellen wie dem Mittelmotor-Sportwagen VW-Porsche 914 und den Frontmotormodellen mit Vierzylinder (924 und 944) sowie dem 928 mit V8-Motor entwickelt sich Porsche zum Großserienhersteller. 

Von 1972 bis 1990 bleibt Ferry Porsche Vorsitzender des Aufsichtsrates. Anfang der 1990er-Jahre muss er die Zeit des drohenden Niedergangs seiner Firma erleben. Daran schließt sich jedoch eine erneute Hochphase unter Wendelin Wiedeking an. Zurück zu seinen Wurzeln als Konstrukteur geht es nochmals 1996, als der Mittelmotorsportler Boxster als neue Baureihe erscheint. Zwei Jahre danach stirbt Ferry Porsche in Zell am See - als Träger mehrerer akademischer Ehrentitel, vom Ehrendoktor über den Titel Professor bis zum Senator E.h. der Universität Stuttgart.


Ferdinand (Ferry) Anton Ernst Porsche

Jahr Ereignis
1909 Am 19. September wird Ferdinand Anton Ernst Porsche, genannt “Ferry”, in Wiener Neustadt (Österreich) geboren. Schulbesuch in Wiener Neustadt und in Stuttgart- Bad Cannstatt. Technische Ausbildung bei Bosch in Stuttgart sowie bei den öster - reichischen Steyr-Werken.
1931 Beginn der Tätigkeit als Konstrukteur im vom Vater Ferdinand gegründeten Kon - struktionsbüro, Dr. Ing. h.c. Ferdinand Porsche GmbH, in Stuttgart.
1932 Erweiterung der Aufgaben auf Versuchsüberwachung und Koordination, Mitwirkung an Konstruktion und Entwicklung des Auto Union-Grand Prix-Rennwagens.
1934 Leiter der Erprobungsfahrten der Volkswagen-Prototypen.
1935 Hochzeit mit der Stuttgarterin Dorothea Reitz (gestorben 1985). Aus der Ehe gingen vier Söhne hervor.
1938 Leiter der Porsche-Versuchsabteilung. Im selben Jahr erfolgt der Umzug des Kon - struktionsbüros nach Stuttgart-Zuffenhausen.
1940 Stellvertretende Leitung des Gesamtbetriebes.
1945 Leiter der kriegsbedingt nach Gmünd in Kärnten (Österreich) verlagerten Porsche GmbH.
1946 Ferry Porsche übernimmt im Juni die Gesamtverantwortung für das Unternehmen.
1948 Im Juni wird der 356 Nr. 1 fertiggestellt. Ein Mittelmotorsportwagen mit 35 PS.
1949 Nach dem Bau der ersten 52 Exemplare des Typs 356 in Gmünd, Rückkehr zu - sammen mit dem Großteil seiner Belegschaft nach Stuttgart-Zuffenhausen. Wieder - aufbau des Entwicklungsbüros unter der Leitung von Ferry Porsche und Vorbereitung der Serienfertigung.
1950 Beginn der Serienfertigung des Typ 356 in Stuttgart-Zuffenhausen.
1959 Verleihung des großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland durch Bundespräsident Theodor Heuss.
1965 Verleihung des Titels “Dr. techn. E.h.” durch die Technische Hochschule in Wien.
1972 Übernahme des Vorsitzes im Aufsichtsrat der in eine Aktiengesellschaft umge wan - delten Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG.
1975 Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich in Wien.
1978 Verleihung der Wilhelm-Exner-Medaille.
1979 Verleihung des Sterns zum Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland anlässlich des 70. Geburtstages durch den Ministerpräsidenten des Landes Baden- Württemberg, Lothar Späth.
1981 Verleihung der Goldmedaille der Société des Ingeniéurs de l’ Automobile. Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Zell am See (Österreich).
1984 Verleihung des Titels “Professor” durch Ministerpräsident Lothar Späth.
1985 Verleihung des Titel “Senator E.h.”, Universität Stuttgart.
1989 Verleihung der Wirtschaftsmedaille für herausragende Verdienste um die Wirtschaft Baden-Württembergs am 19. September durch den Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg Martin Herzog.
1989 Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Stuttgart anlässlich seines 80. Geburts - tages in Würdigung seiner großen Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung der Landeshauptstadt Stuttgart.
1990 Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart.
1993 Ehrenvorsitz des Aufsichtsrates ohne Mandat.
1994 Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Wiener Neustadt am 21. September in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die österreichische und nieder öster - reichische Wirtschaft, vor allem aber für seine Verdienste um die Stadt.
1998 Ferry Porsche stirbt am 27. März in Zell am See.
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